Cannabis trocknenDer scheinbar einfachste Abschnitt beim Marihuana-Anbau ist das Trocknen der geernteten Blüten, doch faktisch ist es real gerade bei Anfängern oft der Anfang vom Ende. Das Trocknen oder Fermentieren wird von den meisten Hobby-Growern nicht wirklich ernst genommen, dabei sind die Qualität und auch der Geschmack beziehungsweise das Aroma stark abhängig von einem optimalen Trocknungsprozess. Hier wird durch den Wasserverlust zwar beim Volumen und Gewicht einiges eingebüßt, allerdings wird demgegenüber auch die Potenz und Qualität merkbar gesteigert.

Für wohlschmeckende, duftende Blüten mit einem perfekten Rauchgenuss jedenfalls braucht es ein besonders gewissenhaftes Trocknen und die entsprechende Umsicht. Cannabis trocknen ist dabei eine kleine Wissenschaft für sich – von daher findet Ihr hier alles Wichtige zum Prozess des Trocknens:

  1. Wozu Marihuana / Cannabis trocknen?
  2. Hilfsmittel und geeignete Orte zum  Cannabis trocknen
  3. Wie wird am besten getrocknet?
  4. Trocknen, Fermentieren und Lagerung

1. Warum Marihuana / Cannabis überhaupt trocknen?

  • Maximale Qualität: Es gibt eine Vielzahl von Punkten weshalb es wichtig ist Cannabis-Blüten gut zu trocknen. Der Hauptgrund ist die Verbesserung der Wirkung, des Geschmacks, der Verbrennung und eine damit einhergehende leichtere Verarbeitung. Der THC Gehalt wird beim richtigen Cannabis trocknen deutlich erhöht, denn durch eine gute Trocknung verdunstet das Wasser in den Blüten bzw. Buds. Dadurch wird zum einen die Wirkung effektiver und zum anderen benötigt der Verbraucher weniger Cannabis, um seinen gewünschten Rausch zu erzielen. Der Prozess des Trocknens ist gerade für Anfänger keine leichte Aufgabe. Trocknen die Marihuana Blüten zu schnell, etwa bei zu geringer Luftfeuchtigkeit, dann geht nicht nur der Geschmack, sondern auch Qualität und Wirkung verloren. Haben Sie alle Faktoren beachtet, so wird jeder Aufwand am Ende belohnt und der Abschluss der Trocknungszeit führt dann zu vorzüglichen Ergebnissen.
  • Gefahr durch Schimmel: Gutes Trocknen von Cannabis erfordert eine Umgebung bzw. Räumlichkeit zum ohne große Luftfeuchtigkeit (max. 50%). Ein ordentlicher Trocknungsprozess wird Ihnen später ein hervorragendes Raucherlebnis verschaffen. Bei einem zu hohen Feuchtigkeitsgrad wird das Marihuana beim Einlagern schimmeln, denn mit der Zeit wird die Feuchtigkeit vom Blüteninneren nach außen wandern und somit in einer Luft verschlossenen Verpackung zügig Schimmel bilden.
  • Besseres Raucherlebnis: Ohne gute Trocknung ist das Cannabis so gut wie wertlos, denn der Geschmack ist modrig und das Inhalieren wird ein starkes Kratzen im Rachen auslösen. Einen fruchtigen und typisch harzigen Geschmack wird noch feuchtes Marihuana nicht erzielen. Auch die Verbrennung im Joint oder in der Pfeife wird nur schwer funktionieren, somit werden noch feuchte Cannabis-Blüten eher vom Rauchen abhalten als zum Konsum anregen.

2. Hilfsmittel und geeignete Orte zum Cannabis trocknen

Du benötigst die richtige Ausrüstung zum perfekten Cannabis trocknen. Die Räumlichkeiten brauchen eine korrekte Temperatur und Luftfeuchtigkeit, um ein gutes Ergebnis zu gewährleisten. Dabei sind unterschiedliche Utensilien je nach Klima und Raum nötig. Die Räumlichkeit sollte etwa 5m² Fläche haben, um kontrollierbar zu bleiben.

Trocknen von Indoor Marihuana

Beim Trocknen der Indoor-Ernte kannst Du Deine Räumlichkeiten vom Anbau relativ einfach umbauen, um die Räumlichkeit zum Cannabis trocknen zu nutzen. Benutze einen Raum, einen Schrank oder am besten den Dachboden. Dort kannst Du einfach mit ein paar Metern Wäscheleine ausreichend Platz schaffen, zum luftigen Aufhängen der Blüten. Mit einem Hygrometer kannst Du hier jederzeit die Luftfeuchtigkeit überprüfen und mit Wasserschüsseln und Ventilatoren nachhelfen. Die Belüftung und Entlüftung inklusive Filtersystem (damit die Nachbarn nicht von dem entstehenden Geruch belästigt oder überhaupt erst darauf aufmerksam gemacht werden) wird mehr als ausreichen. Du kannst auch einen alten Schrank umrüsten, dafür einfach kleine Ventilatoren für den Computer einbauen und schon lassen sich kleinere Ernteerträge bestens trocknen. Auch hier solltest Du  stets mit einem Hygrometer arbeiten, um die Luftfeuchtigkeit im Auge zu haben.

Trocknen von Outdoor Marihuana

In den meisten Fällen werden bei Outdoor Growern keine geeigneten Räumlichkeiten zum Trocknen der Ernte vorhanden sein. Hilf Dir selbst durch eine oder mehrere große Kisten oder einen Schrank, diese kannst Du zum Beispiel mit Computer Lüftern ausstatten, um für eine ausreichende Belüftung zu sorgen. Dachböden sind auch gut geeignet oder ein alter Schuppen und Garagen. Es ist wichtig die Luftfeuchtigkeit im Auge zu behalten und den Einfall von Sonnenlicht zu unterbinden, denn dies zerstört das THC ab der Ernte! Du kannst die Buds auch liegend in einer Kiste trocknen, allerdings ist es dann sehr wichtig, mehrmals am Tag die Buds zu wenden, um das Schimmelrisiko zu vermindern.

Ein kleiner Geheimtipp: Für einen besseren Geschmack beim Outdoor Growing solltest Du Deine Pflanzen am besten schon gut 2 Wochen vor der Ernte mit destilliertem Wasser bewässern. Auf diesem Wege werden für den Geschmack und das Aroma schädigende Stoffe aus der Umwelt und von Düngemitteln heraus gewaschen. Das sorgt für einen besseren Geschmack! Beim Indoor Anbau auf Hydrokultur reicht es aus 5 Tage vorher auf destilliertes Wasser umzustellen. Es ist auch ratsam 2 Tage bevor Du erntest  komplett auf die Bewässerung zu verzichten – das wird den Prozess der Trocknung um einige Tage verkürzen.

Spezielle Growboxen

Es gibt auch sogenannte Growboxen und diese sind wohl die einfachsten Orte zum Cannabis trocknen. Sie sind mit Abluftventilatoren ausgerüstet. Durch diese kannst Du ganz leicht die Frischluft-Zufuhr kontrollieren und Du hast die Übersicht bei der Luftfeuchtigkeit. Diese sollte immer zwischen 30% und 55% liegen, darüber besteht akute Schimmelgefahr! Die Temperatur sollte in einem Bereich zwischen 15 Grad und 22 Grad liegen. Darüber trocknen die Buds zu schnell und es geht einiges an Qualität verloren, darunter ist der Prozess so langsam, dass die Gefahr einer Schimmelbildung deutlich steigt. Luftfeuchtigkeit und Temperaturschwankungen kontrollieren das ist das A und O für Deine perfekte Ernte!

3. Wie am Besten Cannabis trocknen?

Eine exakte Angabe über die Dauer der Trocknung ist nicht möglich, dafür sind zu viele Faktoren entscheidend. Die Dauer hängt von der Umgebung und auch vom Volumen der einzelnen Buds ab. Lassen Dir und Deiner Ausbeute Zeit und habe Geduld, am Ende wird die Qualität überzeugen. Zu schnelles Trocknen verhindert wichtige Prozesse, die für Wirkung und Geschmack mit verantwortlich sind. Gutes Gras sollte ähnlich wie ein guter Wein „reifen“.

Licht und Belüftung beim Cannabis trocknen

Ein wichtiger Grund, Cannabis lange trocknen zu lassen, ist der Abbau von Chlorophyll. Mindestens 7 bis zu 14 Tage ohne Licht, das ist entscheidend. Chlorophyll und andere Pigmente verursachen einen schlechten Geschmack und verhindern die gewünschte Wirkung. Eine fertig getrocknete Blüte sollte etwa 75% Gewicht ab der Ernte verloren haben. Mit diesem Wert kannst Du jederzeit den aktuellen Stand des Trocknungsprozesses überprüfen. Nimm Dir lieber etwas mehr Zeit und trockne richtig, bevor Du Schimmel oder kratziges Marihuana rauchen musst.

Die Belüftung in Trocknungsräumen sollte nicht direkt auf die Buds gerichtet werden, um zu schnelles Trocknen zu verhindern. Überprüfe täglich die Luftfeuchtigkeit und kontrolliere auf Schimmel.

Sollte eine Blüte vom Schimmel befallen sein, dann kann großzügiges Ausschneiden den Rest retten!

Die Luftfeuchtigkeit darf nicht zu stark absinken. Entgegenwirken kannst Du hier mit einer Schüssel Wasser, um die Luftfeuchtigkeit stabil bei ca. 50 % zu halten. Entferne auch alle unnötigen Blätter vor dem Trocknen und Aufhängen, das reduziert die zu trocknenden Pflanzenbestandteile! Die Stängel und Äste sollten jedoch zum einfacheren Aufhängen erhalten werden. Stets etwas Luft zwischen den einzelnen Blüten beim Aufhängen lassen. Die Blüten sind ausreichend getrocknet sobald die Stängel beim Brechen ein knackendes Geräusch erzeugen.

4. Cannabis trocknen, das Fermentieren und die Lagerung

Erstklassiges Cannabis wirst Du nur durch Fermentieren erhalten, denn genau wie ein guter Wein muss auch Marihuana lange „reifen“ bis ein perfektes Geschmackserlebnis garantiert ist. Du kannst die Blüten ohne Probleme nach der Trocknung rauchen, aber es wird im Hals kratzen. Für den perfekten Cannabis Genuss musst Du fermentieren, das wird die Qualität in Geschmack und Wirkung maximal steigern.

Luftaustausch beim Cannabis trocknen

Nach der Trocknung an der Luft ohne Sonnenlicht kannst Du die fertigen Buds in einer luftdichten Plastikbox oder Einweg-Gläsern aufbewahren. Die Behälter sollten nicht vollgestopft werden und selbstverständlich ohne Lichteinfluss an einem dunklen Ort bei etwa 15–22 Grad lagern. Hier musst Du täglich für mindestens 2 mal für einen Luftaustausch sorgen, dieser sollte einige Minuten andauern und dabei kannst Du die Blüten auch vorsichtig wenden. Bei diesem Prozess wird durch Fermentieren das Chlorophyll langsam abgebaut. Hierbei verliert das Gras die frische grüne Farbe und die kratzigen Cannabinoid-Säuren werden in die für die Wirkung wichtigen Cannabinoide umgewandelt.

Auch bei der Lagerung der fertigen Buds ist es wichtig, auf einen kühlen und dunklen Ort zu achten, am besten ist hier der Kühlschrank. Selbstverständlich solltest Du eine Lagerbox oder ein Glas täglich lüften, um die vermehrte Bildung von Mikroorganismen, Sporen und Pilzen zu vermeiden. Diese sind nicht gerade förderlich für einen guten Geschmack und stellen ein Gesundheitsrisiko da.

Lagerung an einem dunklen Ort

Wenn Du das perfekte Gefäß zum Aufbewahren Deiner Ernte gefunden haben, dann gibt es noch ein paar Punkte für die optimale Erhaltung der Qualität der Buds. Die Lagerung sollte an einem dunklen und kühlen Ort wie einer Schublade oder einem Schrank stattfinden. Die Lagerung über einer Wärmequelle muss unbedingt vermieden werden. Dadurch würde das Gras austrocknen und rasch an Potenz und Qualität verlieren. Du solltest auch vermeiden, das eingelagerte Gras ständig zu bewegen und unterschiedlichen Luft- bzw. Lichtverhältnissen auszusetzen. Für eine gute und langanhaltende Qualitätssicherung, solltest Du das fertig fermentierte Gras nur herausholen, wenn Du es auch wirklich genießen möchten.

Licht zerstört die wichtigen Trichome, diese kleinen klebrigen Harzdrüsen. Auch durch zu viel Bewegung und Herumhantieren gerade in Plastiktüten (nicht empfehlenswert zur Lagerung), werden die potenten Trichome abgerieben. Gläser, Holzkisten und spezielle Bud-Gläser sind am besten geeignet.

Tipps und Tricks zum Cannabis trocknen

Es sollte bei der klassischen Trocknung in einem Raum immer Zeitung unter den kopfüber hängenden Blüten liegen. Hier werden herabfallende Harzdrüsen aufgefangen, die Du später zum Beispiel noch zum Backen oder Teekochen verwenden können. Je trockner die Buds werden, umso mehr Harzdrüsen werden die Blütenstände bei kleinsten Bewegungen und Berührungen verlieren.

  • Flüssiger Stickstoff

Eine sehr progressive Methode ist es, die Blütenstängel in flüssigem Stickstoff zu trocknen. Du benötigst etwa 10 Liter flüssigen Stickstoff in einem geeigneten Transportbehälter. Bitte keinen flüssigen Sauerstoff verwenden! Unter größter Vorsicht kannst Du mit einer Zange die Blüten für ungefähr 30 Sekunden in den flüssigen Stickstoff tauchen, das soll die Wirkung und die enthaltenen Wirkstoffe maximal steigern und schützen. Bitte beachte dabei keinesfalls mit Deiner Haut in Berührung des Stickstoffes zu kommen, denn in die Flüssigkeit getaucht, können die betreffende Körperteile abfaulen. Flüssiger Stickstoff hat eine Temperatur von etwa -196 Grad Celsius. Immer Schutzkleidung tragen und die Handhabungsvorschriften des Herstellers genau befolgen.

  • Orangenschalen zum Cannabis trocknen

Die fertig getrockneten Blüten sollten sich leicht zerbröseln lassen. Zerfallen diese zu Staub, dann allerdings sind sie zu trocken. Wichtig ist, dass sich die Buds gut rauchen lassen. Probiere es also ruhig mal aus, um zu wissen was Du  geerntet und getrocknet beziehungsweise fermentiert hast. Ein Trick ist es bei, zu trocknen Blüten zum Beispiel ein paar Orangenschalen in das Aufbewahrungsgefäß zur legen, somit können die Blüten wieder etwas Feuchtigkeit aufnehmen und der Geruch wird leicht fruchtig.

Wusstest du, dass …

  • … die größte Gefahr beim Trocknen das Entstehen von Schimmel ist, wenn Du die Luftfeuchtigkeit nicht kontrollierst?
  • … Fermentieren ein genauso wichtiger Prozess wie das Trocknen selbst ist, weil es die Qualität entscheidend verbessert?
  • … Orangenschalen und andere Obsthüllen sehr trockene Buds wieder frisch und fruchtig machen, wenn Du diese beim Trocknen dazutust?

Nochmal zur Plastetüte: Für viele Raucher ist diese Methode der Lagerung immer noch die gängigste, jedoch habe diese Tüten gravierende Mängel. Qualität, Geschmack und Potenz werden merklich beeinflusst. Neben der Lichtdurchlässigkeit kann sich Wärme in diesen geschlossenen Tüten aufstauen, dadurch sammelt sich Feuchtigkeit und das Produkt kann schimmeln und einen modrigen Geschmack bekommen. Auch die bekannte statische Aufladung kann zu einem Aufbrechen der Buds führen und die meisten Wirkstoffe kleben dann an der Plastik, dadurch verliert das Gras an THC und wird einen deutlich harscheren, kratzigeren Geschmack entwickeln.

Cannabis trocknen & kurieren: Infos, Tipps & Tricks
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