Cannabis auf Rezept bekommen in Deutschland

Cannabis auf Rezept bekommen in Deutschland 2018-02-05T10:12:46+00:00

Cannabis auf RezeptDer regulierte Markt für Cannabis ist in Deutschland ziemlich beschränkt. Denn für jeden ist Cannabis auf jeden Fall hierzulande nicht erhältlich. Seit dem 10. März 2017 gibt es aber immerhin die Möglichkeit, Cannabis auf Rezept zu erhalten. Jeder Arzt deutschlandweit hat so die Möglichkeit eingeräumt bekommen, Cannabis als therapeutisches Mittel für seine Patienten einzusetzen. Das bedeutet für die Patienten natürlich auch, dass wenn sie Cannabis auf Rezept verschrieben bekommen, die Krankenkassen auch die Kosten für dieses medizinische Cannabis übernehmen. Selbst aber denkt, dass es ja so ganz leicht ist, legal an Cannabis zu kommen und dieses auch legal konsumieren zu dürfen, der irrt leider ein bisschen. Denn ganz so einfach ist es natürlich auch nicht, an medizinisches Hanf zu kommen beziehungsweise das Cannabis auf Rezept verschrieben zu bekommen.

Ärzte haben mehr Spielraum erhalten

In vielen Ländern gehört Cannabis schon seit langer Zeit nicht mehr nur zu den Drogen, sondern zu Medikamenten. Therapeutisches Cannabis hat so schon vielen Menschen auf der ganzen Welt geholfen. Auch in Deutschland war schon vor der Legalisierung 2017 möglich, medizinisches Cannabis zu bekommen, allerdings nur in seltenen Ausnahmefällen, nicht auf Rezept und nur mit der Bewältigung großer Hürden, die nicht jeder Arzt auf sich nehmen wollte. Seit dem 10. März 2017 ist das etwas anders. Die Bundesregierung hatte sich im Januar 2017 endlich dazu durchgerungen, Cannabis auf Rezept zu legalisieren. Für die Ärzte bedeutet das nun, dass sie selbst entscheiden können, ob sie einem Patienten Cannabis verschreiben oder nicht. Für viele Patienten bedeutet es, dass sie nun eine weitere Möglichkeit erhalten, ihre Leiden in den Griff zu bekommen. Wahrscheinlich haben sich 2017 auch viele Cannabis Fans darüber gefreut, dass es Gras nun auch auf Rezept geben kann. Allerdings wurden einige von ihnen sicherlich bitter enttäuscht, als sie bei ihrem Arzt nachgefragt haben. Denn Cannabis auf Rezept bedeutet nicht, dass jetzt jeder Cannabis legal bekommen kann, auch wenn die Ärzte hierzulande nun deutlich mehr Freiraum haben und sich prinzipiell nicht mehr wirklich mit den Krankenkassen oder anderen Institutionen herumschlagen müssen, um Hanf als therapeutisches Mittel bei ihren Patienten einsetzen zu können. Gewisse Hürden beziehungsweise Anforderungen, um seinen Joint auf Rezept zu bekommen, gibt es nämlich immer noch.

Für einen Schnupfen wird es kein Cannabis auf Rezept geben

Natürlich hat sich die Bundesregierung etwas dabei gedacht, Cannabis auf Rezept zu legalisieren. Das war natürlich nicht, dass nun jeder legal an Cannabis kommen kann. Ganz im Gegenteil, die Hürden sind natürlich nach wie vor hoch. So ist das medizinische Cannabis grundsätzlich für die Menschen gedacht, die chronische Erkrankungen haben und bei denen andere Mittel nicht wirklich anschlagen oder eben nicht die gewünschte Wirkung zeigen. Wer also mit einer Grippe oder einem Schnupfen in die Arztpraxis kommt und gerne Cannabis haben möchte, der wird sicherlich ohne ein solches Rezept die Arztpraxis wieder verlassen. Schließlich muss der Arzt, auch wenn er jetzt einen deutlich größeren Spielraum hat, das Rezept für das Cannabis auch irgendwie begründen können. Und ein Schnupfen oder eine Grippe reicht hier sicherlich nicht aus. So wird Cannabis auf Rezept vor allem zum Beispiel für folgende Erkrankungen häufiger verschrieben:

  • bei chronischen Schmerzen oder akut sehr starken Schmerzen
  • bei Multipler Sklerose
  • bei Spastiken
  • bei ADHS
  • bei Epilepsie
  • beim Tourette-Syndrom
  • bei Depressionen
  • bei Krebserkrankungen und somit auch zur Linderung der Symptome bei Chemotherapien
  • bei Alzheimer
  • bei Aids
  • bei Migräne

Man sieht also, dass es Cannabis auf Rezept nicht einfach so gibt, sondern eher schon wirklich schwerwiegende Gründe beziehungsweise Erkrankung geben muss, damit man legal kiffen darf. Insbesondere bei der Schmerztherapie oder bei der Behandlung von psychischen Erkrankungen wird  Hanf als Medizin daher eher verschrieben. Rechtlich gesehen wäre es zwar auch möglich, Cannabis bei Schnupfen oder anderen „Kleinigkeiten“ zu verschreiben, aber sicherlich wird es sich viele Ärzte geben, die das wirklich machen.

Die Scheu ist leider noch groß

Rezept CannabisBesonders chronische Schmerzpatienten, Krebspatienten und Menschen mit psychischen Erkrankungen haben sicherlich darauf gehofft, ab dem 10. März 2017 mit dem Cannabis auf Rezept eine weitere Möglichkeit zu bekommen, ihre Leiden zu lindern. In einigen Fällen hat sich diese Hoffnung aber schnell wieder Luft aufgelöst. Leider ist nämlich bei vielen Ärzten die Scheu noch sehr groß, Cannabis zu verschreiben, auch wenn das er jetzt eigentlich legal ist. Über die Gründe dafür lässt sich natürlich nur spekulieren. Vielleicht liegt es daran, dass Cannabis hierzulande einfach viel zu sehr kriminalisiert ist und daher doch einen sehr schlechten Ruf hat und man vielleicht als Arzt nicht als „Dealer“ fungieren möchte. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass einige Ärzte dem Cannabis noch nicht so ganz trauen, auch wenn das natürlich Unsinn ist. Schließlich hat der Einsatz von medizinischem Cannabis ja schon in anderen Ländern, wie beispielsweise in den USA, gezeigt, welches Potenzial davon ausgeht und wie sehr den Menschen damit geholfen werden kann.

Natürlich gibt es das Cannabis nicht vom nächsten Dealer

Um Cannabis auf Rezept verschrieben zu bekommen, müssen natürlich gewisse Faktoren vorliegen und erfüllt sein. Dass die natürlich insbesondere dem Schutz der Patienten und es selbst verständlich auch für die Ärzte eine Absicherung. Zudem möchten die Krankenkassen ja auch genau wissen, wo das Geld dann hinfließt. Denn so viel sei schon mal gesagt, wenn man das Rezept für Cannabis erhalten hat, dann bekommt man das natürlich nicht beim nächsten Dealer, sondern nur in der Apotheke. Folgende Faktoren sollten beziehungsweise müssen nämlich vorliegen, damit Cannabis verschieben werden kann:

  • das Cannabis sollte zunächst nur für schwer erkrankte oder chronisch kranke Menschen sein
  • es muss zwingend vom Arzt verschrieben werden
  • das Cannabis dafür nur aus kontrolliertem Anbau stammen, damit die Qualität gewährleistet ist
  • das Cannabis gibt es nur in Apotheken zu kaufen (wahrscheinlich muss es dort bestellt werden)
  • die Krankenkassen sollten die Kosten erstatten beziehungsweise müssen es in indizierten Fällen natürlich auch machen
Medizinisches Cannabis auf Rezept bekommen – so kann es klappen

Wie bereits erwähnt, für das medizinische Cannabis von den Ärzten sicherlich nicht verschrieben werden, wenn man nur ein Pups quer sitzen hat. Man muss also schon wirklich schwerwiegendere Erkrankungen haben. So sind die allermeisten Menschen ja nicht unbedingt chronisch erkrankt oder leiden an Krebs oder irgendwelchen psychischen Erkrankungen. Dennoch gibt es natürlich die Möglichkeit, sich Cannabis verschreiben zu lassen. Eine Möglichkeit ist nämlich, Cannabis auf Rezept auch bei Migräne zu bekommen. Migräne, darunter leiden wirklich viele Menschen und die Schmerzen lassen sich oft nicht mit gängigen Medikamenten wirklich eindämmen. In diesem Fall sollte man den Arzt wirklich auch gezielt darauf ansprechen, es doch mal mit Cannabis zu versuchen. Aber auch bei anderen Schmerzerkrankungen, und sei es nur das man kaputte Gelenke hat und diese wirklich Schmerzen, ist es sicherlich nicht schlecht, mit dem Arzt darüber zu reden, ob Cannabis in diesem Fall die Schmerzen nicht lindern kann. Auf Dauer ist die Einnahme von Schmerzmittel schließlich auch nicht sinnvoll und sogar schädlich für den Körper. Nierenschäden, Magenblutungen um was es nicht alles für Nebenwirkungen bei häufiger oder regelmäßiger Einnahme von Schmerzmitteln gibt, sollte man dem Arzt vielleicht dann auch in diesem Fall etwas unter die Nase reiben. Wenn man es dann geschafft, den Arzt davon zu überzeugen, dass Cannabis wahrscheinlich das richtige therapeutische Mittel für einen ist, da muss der Arzt natürlich noch das Rezept dafür ausstellen. Damit geht man dann einfach wie mit jedem anderen Rezept auch in die nächste Apotheke und löst es ein. Sollte das Cannabis gerade nicht vorhanden sein, dann wird die Apotheke dies sicherlich bestellen. Schließlich möchte die Apotheke auch daran verdienen. Je nachdem, bei welcher Krankenkasse man ist, muss man dann die entsprechenden Belege bei der Krankenkasse einreichen, um die Kosten für das Cannabis ersetzt zu bekommen oder aber die Apotheke regelt das gleich selbst mit den Krankenkassen. Das kann manchmal wirklich unterschiedlich sein, insbesondere bei Privatversicherten und gesetzlich krankenversicherten Menschen.

Es handelt sich hierbei um einen rein informativen Artikel. In diesem Artikel raten wir nicht dazu auf, den Arzt zu belügen oder sich unter der Schaffung falscher Tatsachen Cannabis auf Rezept zu besorgen! Mehr zu dem Thema findest du auch hier.

 

Cannabis auf Rezept bekommen in Deutschland
4.8 (95%) 4 votes