Cannabis auf RezeptDer regulierte Markt für Cannabis ist in Deutschland ziemlich beschränkt. Denn für jeden ist Cannabis auf jeden Fall hierzulande nicht erhältlich. Seit dem 10. März 2017 gibt es aber immerhin die Möglichkeit, Cannabis auf Rezept zu erhalten. Jeder Arzt deutschlandweit hat so die Möglichkeit eingeräumt bekommen, Cannabis als therapeutisches Mittel für seine Patienten einzusetzen. Das bedeutet für die Patienten natürlich auch, dass wenn sie Cannabis auf Rezept verschrieben bekommen, die Krankenkassen auch die Kosten für dieses medizinische Cannabis übernehmen. Selbst aber denkt, dass es ja so ganz leicht ist, legal an Cannabis zu kommen und dieses auch legal konsumieren zu dürfen, der irrt leider ein bisschen. Denn ganz so einfach ist es natürlich auch nicht, an medizinisches Hanf zu kommen beziehungsweise das Cannabis auf Rezept verschrieben zu bekommen.

Ärzte haben mehr Spielraum erhalten

In vielen Ländern gehört Cannabis schon seit langer Zeit nicht mehr nur zu den Drogen, sondern zu Medikamenten. Therapeutisches Cannabis hat so schon vielen Menschen auf der ganzen Welt geholfen. Auch in Deutschland war schon vor der Legalisierung 2017 möglich, medizinisches Cannabis zu bekommen, allerdings nur in seltenen Ausnahmefällen, nicht auf Rezept und nur mit der Bewältigung großer Hürden, die nicht jeder Arzt auf sich nehmen wollte. Seit dem 10. März 2017 ist das etwas anders. Die Bundesregierung hatte sich im Januar 2017 endlich dazu durchgerungen, Cannabis auf Rezept zu legalisieren. Für die Ärzte bedeutet das nun, dass sie selbst entscheiden können, ob sie einem Patienten Cannabis verschreiben oder nicht. Für viele Patienten bedeutet es, dass sie nun eine weitere Möglichkeit erhalten, ihre Leiden in den Griff zu bekommen. Wahrscheinlich haben sich 2017 auch viele Cannabis Fans darüber gefreut, dass es Gras nun auch auf Rezept geben kann. Allerdings wurden einige von ihnen sicherlich bitter enttäuscht, als sie bei ihrem Arzt nachgefragt haben. Denn Cannabis auf Rezept bedeutet nicht, dass jetzt jeder Cannabis legal bekommen kann, auch wenn die Ärzte hierzulande nun deutlich mehr Freiraum haben und sich prinzipiell nicht mehr wirklich mit den Krankenkassen oder anderen Institutionen herumschlagen müssen, um Hanf als therapeutisches Mittel bei ihren Patienten einsetzen zu können. Gewisse Hürden beziehungsweise Anforderungen, um seinen Joint auf Rezept zu bekommen, gibt es nämlich immer noch.

Für einen Schnupfen wird es kein Cannabis auf Rezept geben

Natürlich hat sich die Bundesregierung etwas dabei gedacht, Cannabis auf Rezept zu legalisieren. Das war natürlich nicht, dass nun jeder legal an Cannabis kommen kann. Ganz im Gegenteil, die Hürden sind natürlich nach wie vor hoch. So ist das medizinische Cannabis grundsätzlich für die Menschen gedacht, die chronische Erkrankungen haben und bei denen andere Mittel nicht wirklich anschlagen oder eben nicht die gewünschte Wirkung zeigen. Wer also mit einer Grippe oder einem Schnupfen in die Arztpraxis kommt und gerne Cannabis haben möchte, der wird sicherlich ohne ein solches Rezept die Arztpraxis wieder verlassen. Schließlich muss der Arzt, auch wenn er jetzt einen deutlich größeren Spielraum hat, das Rezept für das Cannabis auch irgendwie begründen können. Und ein Schnupfen oder eine Grippe reicht hier sicherlich nicht aus. So wird Cannabis auf Rezept vor allem zum Beispiel für folgende Erkrankungen häufiger verschrieben:

  • bei chronischen Schmerzen oder akut sehr starken Schmerzen
  • bei Multipler Sklerose
  • bei Spastiken
  • bei ADHS
  • bei Epilepsie
  • beim Tourette-Syndrom
  • bei Depressionen
  • bei Krebserkrankungen und somit auch zur Linderung der Symptome bei Chemotherapien
  • bei Alzheimer
  • bei Aids
  • bei Migräne

Man sieht also, dass es Cannabis auf Rezept nicht einfach so gibt, sondern eher schon wirklich schwerwiegende Gründe beziehungsweise Erkrankung geben muss, damit man legal kiffen darf. Insbesondere bei der Schmerztherapie oder bei der Behandlung von psychischen Erkrankungen wird  Hanf als Medizin daher eher verschrieben. Rechtlich gesehen wäre es zwar auch möglich, Cannabis bei Schnupfen oder anderen „Kleinigkeiten“ zu verschreiben, aber sicherlich wird es sich viele Ärzte geben, die das wirklich machen.

Die Scheu ist leider noch groß