Mit dem Kiffen aufhören: Wie klappt´s mit einem Cannabis Entzug?2021-09-05T02:07:34+02:00

Cannabis EntzugCannabis Entzug, das ist ein weites Feld und nicht immer ist damit der Kampf gegen eine schwere Abhängigkeit von Hanfprodukten gemeint, zumal diese Rauschdroge im Vergleich mit Substanzen wie Heroin ohnehin nur bedingt süchtig macht. Viele Menschen nehmen Gras als Medizin und hier von Abhängigkeit zu reden ist schlicht absurd. Auch gibt’s eine Menge Faktoren vor allem sozialer Natur, die sollen Kiffer ganz bewusst gängeln und stellen Symptome als Bedrohung dar, die in modernen Staaten mit einer Hanf Legalisierung überhaupt keine Beachtung mehr finden! Oft genug wollen Konsumenten den Verbrauch lediglich etwas reduzieren oder werden aufgrund von wenig modernen Gesetzen sogar dazu gezwungen, etwa um einer Bestrafung zu entgehen. Wer darüber hinaus einfach mal eine Pause braucht und die Toleranz wieder senken möchte für bessere Effekte der Cannabinoide, der kann diesen Break vom Hanfkonsum ohne extremen Aufwand erreichen und wir haben mal die wichtigsten Aspekte für Euch zusammengestellt.

Aufgrund von Gewöhnung, täglichen Ritualen und einem vielleicht vorrangig aus Konsumenten bestehenden Bekanntenkreis können durchaus Entzugserscheinungen auftreten und der (selbsternannte) Experte spricht dann von psychischer Abhängigkeit. Freilich zählt die selbstzufriedene Predigt durch Leute mit der Bierflasche in der Hand nicht dazu, die sich daran stören wenn Ihr am Freitag Abend euren Dealer nicht findet und dementsprechend schlecht gelaunt seid! Solche Probleme gäbe es schließlich bei einer fairen Regulierung und der Cannabinoide nicht und ein Blick auf Promis wie Snoop Dogg oder Willie Nelson zeigt durchaus Möglichkeiten, sich lebenslang ohne Probleme mit Hanf zu beschäftigen.

Wusstest du, dass …

… die meisten Leute einen Cannabis Entzug ganz allein schaffen?

… die Symptome beim Cannabis Stop sehr unterschiedlich ausfallen?

… Sport und Bewegung den Cannabis Entzug erheblich erleichtern?

Bin ich süchtig nach Cannabis?

Sucht ist nicht immer sofort eine Abhängigkeit, schließlich ist auch das größte Verlangen nicht vergleichbar mit der körperlichen Notwendigkeit sich Stoff zu besorgen. Ein Junkie mit schwerer physischer Abhängigkeit etwa von Opiaten wird alles tun, um an Geld und Drogen zu kommen, während ein Kiffer auch nach längeren Zeit des Konsumierens wohl kaum den eigenen Körper verkauft oder Einbrüche begeht. Bei einschlägigen Meldungen in den Medien gilt die Devise, dass schlechte Nachrichten die besten Nachrichten sind und da schreibt man schon mal explizit hin wenn neben einer Waffe und dem Paket Koks auch ein bisschen Gras gefunden wurde. Sozialer Druck ist ein wichtiger Faktor. Wäre Cannabis legal für Erwachsene wie etwa in Übersee, dann würde die allabendliche Bong zum Entspannen sicher für weit weniger Menschen als Problem gelten als das heute der Fall sein mag. Wer zurückhaltend konsumiert, hat so gut wie keine körperlichen und auch nur im geringen Maße psychische Probleme, vielmehr werden diese durch eine ablehnende Haltung in der Gesellschaft befeuert.

Kiffer und Kifferinnen fühlen sich isoliert, was durchaus eine Abhängigkeit durch schlichte Abwendung und Rückzug begünstigen kann. Während überall wie selbstverständlich im großen Kreis gesoffen wird fallen viele Leute beim Thema Kiffen fast in Ohnmacht und nicht jeder hat die nötige Verve und Kraft, um das auszuhalten. Ganz allgemein solltest Du dir deshalb im Zweifelsfall folgende Fragen stellen:

  • Rauchst Du seit Jahren quasi jeden Tag?
  • Gibt es bestimmte Rituale wie einen Film schauen oder im Internet stöbern, die Du dir ohne einen Joint gar nicht mehr vorstellen kannst?
  • Hast Du schon mehrmals vergeblich versucht, deinen Konsum zumindest ein wenig zu reduzieren?
  • Steht dein Tagesablauf im Wesentlichen mit dem Konsum von Hanf in Verbindung?

Wenn Du diese Fragen alle mit „Ja“ beantwortest, dann liegt eine Abhängigkeit wahrscheinlich vor und es wird Zeit, dass Du dich ein wenig näher mit dem Problem auseinandersetzt. Kiffen soll schließlich entspannen, kreativ machen und aufgeschlossen was eben nicht mehr gilt wenn wir das Gras in rauen Mengen von frühmorgens bis spätabens in den Körper zwängen.

Entzugserscheinen bei Cannabis und die möglichen Symptome

Wer lange ausgiebig Marihuana raucht, Haschisch speist oder sich auf anderen Wegen den Rausch mittels THC zuführt, der wird mitunter auch körperlich in gewisser Weise daran gewöhnt. Dies zeigt sich beispielsweise, wenn Dauerkonsumenten plötzlich und abrupt mit dem Rauchen aufhören und dann in den ersten Tagen eine ganze Reihe von physischen Symptomen verspüren. Dazu zählen beispielsweise:

  • unkontrollierbares Muskelzittern
  • Schüttelfrost
  • starkes Schwitzen in der Nacht und manchmal auch eine höhere Körpertemperatur
  • Magenverstimmungen, Durchfall, Unwohlsein und selten auch Übergeben.

Diese relativ leichten Entzugserscheinungen sind meistens völlig harmlos und werden gut überstanden, zumal sich mit fortlaufender Dauer des Entzugs die Symptome sehr schnell abmildern.

Anders sieht es hingegen bei der psychischen Belastung und Abhängigkeit aus, schließlich wirkt Cannabis auf das Gehirn und hier macht sich langjähriger, starker Dauerkonsum dann schon weit deutlicher bemerkbar. Zu den typischen Symptomen einer psychischen Abhängigkeit gehören deshalb:

  • gesteigerte Unruhe,
  • Alpträume, Schwierigkeiten beim Ein- und Durchschlafen,
  • gesteigertes Aggressionspotential,
  • Angstschübe und depressive Verstimmungen und
  • chronische Müdigkeit, ohne dass wir wirkliche Erholung durch häufige Nickerchen zu finden.

Gerade Aspekte wie Magen–Darm Probleme, Schlafstörungen und Nachtschweiß sprechen für eine starke Gewöhnung des Körpers und der Psyche an das Cannabis und hier kann es erforderlich sein für eine Pause, das Absetzen und damit den Entzug von Hanfprodukten. Heftig, aber langfristig ohne Gefahr sind übrigens auch die Auswirkungen beim Absetzen der Cannabinoide. Natürlich darf niemand einen Cannabis Entzug unterschätzen, aber man sollte das Ganze vor allem bei der Physis nicht überbewerten. Hanf wirkt, na klar, und weil das vielen Menschen gefällt, ist eine Art (Sehn)Sucht nach dem Stoff völlig normal. Solange die Lebensumstände im Lot bleiben und der Konsum nur gelegentlich stattfindet, ist der Joint mit dem Bier am Wochenende vergleichbar, mehr nicht.

Bitte keine Vergleiche mit Alkohol und harten Drogen: Ehrlicherweise fallen die Symptome ehrlicherweise auch weit erträglicher aus als beim Alkoholentzug, bei einer Heroin- oder Crystal–Meth-Sucht. Solche Substanzen werden übrigens mittlerweile häufig durch Marihuana und Haschisch entzogen, was viele Studien eindrucksvoll aufzeigen. Cannabis ist definitiv mehr Ausstiegsdroge als ein Einstieg in Süchte, die nur in den Hirnen bierseeliger Politiker herumspuken. Starke Abhängigkeiten lassen sich nur im Ansatz mit Cannabis vergleichen und ganz allgemein werden Rauschmittel beim Thema Entzug und Sucht deshalb sehr sinnvoll in weiche wie harte Drogen unterteilt. 

Mit dem Kiffen aufhören: Die Checkliste für Euren Entzug vom Hanf

Einen Entzug von Haschisch und Marihuana durchführen heißt sich auf einige Entbehrungen und Herausforderungen einstellen. Oft treten belastende Faktoren und Symptome zusammen auf und das Bedürfnis nach der liebgewonnenen Entspannung kann übermächtig sein. Am besten eignet sich deshalb zunächst ein Plan, eine Übersicht, was dann konsequent umgesetzt werden muss und genau an dieser Stelle scheitern leider viele Kiffer, die dann doch wieder täglich zur Bong.

Cannbis Entzug Checkliste

  • Termin festlegen

Ähnlich wie beim Zigarettenrauchen empfiehlt sich die Festlegung eines bestimmten Datums, zu dem dann der letzte Joint geraucht wird. Die Psyche lädt diesen Zeitpunkt entsprechend auf, lässt ihn schon im Vorfeld wie ein dann später zu feierndes Jubiläum erscheinen und als Bruchstelle zwischen dem neuen Leben und den alten Abhängigkeiten ist der Termin für den Entzug enorm hilfreich. Es ist sicher sinnvoll, den Bekanntenkreis und die Familie in dieses Vorhaben nebst Termin einzuweihen.

  • Reste ausscheiden

Unabhängig vom rein physisch betrachteten Ausscheiden der Cannabinoide aus dem Leib verlangt auch das persönliche Umfeld eine Beseitigung aller Schlüsselreize. Hanf muss aus dem Gesichtsfeld genauso verschwinden wie aus dem Blut und hierfür sind zunächst erstmal alle Utensilien wegzuwerfen. PapersFilter, Gras Päckchen, natürlich die Bong und selbst ein Sticker am Kühlschrank mit Bob Marley drauf, das muss alles weg! Das Gehirn geht in Vorleistung und schüttet Glückshormone aus, zumal die gewisse Trägheit einer Cannabis Abhängigkeit bei einem Entzug gleich am Anfang schnell nachlässt.

  • Für körperlichen Ausgleich durch gesunde Ernährung und Bewegung sorgen

Beim Entzug unterstützt Ihr bitte den Körperhaushalt. Hierfür sind die üblichen Tipps zur Ernährung und die gesunde Lebensweise auch für den Cannabis Entzug sinnvoll, der Organismus freut sich über Sport, Obst und Gemüse und über alle Aktivitäten, die für Energie und Reinigung sorgen. Auch eine geistige Ablenkung ist sehr empfehlenswert, beispielsweise durch Reisen oder Gespräche mit dem Partner respektive der Familie und Hobby lenken immer ab, das ist im Prinzip eine Binsenweisheit.

Sich auf die kommenden Belastungen einstellen

Es gibt natürlich Leute, die bemerken den Entzug fast gar nicht, während andere bei gleichem Konsummuster große Probleme haben. Jeder sollte sich auf einige Schwierigkeiten einstellen und vor allem die sehr häufig auftretenden Schlafstörungen müssen bewältigt werden. Dabei ist die erwähnte körperliche Aktivität hilfreich, auch empfehlen sich Meditation, Yoga, ganz allgemein Entspannungsübungen und wer will kann sich in einem Spa verwöhnen lassen. Massage, Sauna, Schwimmen, das gehört zu einem Entzug dazu und hilft bei Unruhe und anderen Problemen.

Cannabidiol ausprobieren: Wir wollen ja nicht den Teufel mit dem Belzebub austreiben, aber das nicht berauschende, körperlich aktivierende CBD steckt auch im Gras und agiert als Konterpart zum psychoaktiven THC. Wer nur eine Pause einlegt oder den Entzung länger, aber schonend durchführen möchte, findet mit CBD-Öl mittlerweile gute Optionen lustigerweise auch aus der Hanfpflanze. 

  • Auf Alkohol verzichten

Oft wird alternativ zum Bier gegriffen und dieser Habitus ist mehr als bedenklich. Der Alkohol fungiert dabei wirklich als Ersatzdroge, vermittelt eine Art Substitut und führt im ungünstigsten Fall zu einer anderen Abhängigkeit. Es ist deshalb während der ersten Wochen nach dem Cannabis Stop auf Alkohol zu verzichten, alles andere wäre fahrlässig und wenig hilfreich.

  • Rückfälle vermeiden

Kontrollierter Konsum bleibt wahrscheinlich für die meisten ehemals Cannabis Süchtigen ein Traum, schlicht weil sich Gehirn und Verhalten schnell wieder den alten Verhaltensmustern anpassen. Vor allem die erste Zeit nach dem Entzug sind hier besonders schwierig, heikel, immer gefährdet und die Betroffenen sollten kiffende Freunde genauso meiden wie entsprechende Partys oder Ort, die mit einem Joint in Verbindung gebracht werden.

  • Alternativen entwickeln

Auch wenn die Cannabis Sucht vorrangig aus abendlichem Kiffen bestand braucht es nach dem Entzug Alternativen für die Lebensgestaltung. Empfehlenswert ist die Verlagerung der Interessen auf neue Gebiete, es hilft mit Sicherheit, sich in einem Verein anzumelden, auf Reisen zu gehen oder sich auch beruflich weiterzubilden. Relativ schnell wird dann auch die Psyche mitziehen und die neuen Reize begrüßen, was für die Entwöhnung von der Hanf Abhängigkeit entscheidend erleichtert.

Was bedeutet die faktische Entgiftung bei Cannabis?

Sicher ist jede zugeführte Substanz und Rauschdroge eine Herausforderung für den Organismus und bei einem Entzug wird wahlweise auch vom Entgiften gesprochen. Das ist immer verschieden und individuell und viele Belastungen treten nur bei einigen Leuten auf. THC bleibt recht lange im Körper und man sollte schon einige Wochen für die Entwöhnung veranschlagen. Mit zunehmenden Dauer lassen die Symptome nach, wobei allerdings Depressionen, seelische Verstimmungen ganz im Allgemeinen und Schlafschwierigkeiten ein gutes Vierteljahr und länger anhalten können.

  • Unruhiger Schlaf als Herausforderung

Schlafen ist elementar: Wir verbringen im Laufe des Lebens einige Jahre ruhend im Bett, erholen uns und schöpfen Kraft für das Tagwerk, so dass eine gestörte Nachtruhe sehr herausfordernd ist. Jeder kennt das Gefühl das endlosen Hin- und Her Wälzens und bei einem Cannabis Entzug ist das für einige Zeit fast schon normal. Da werden dann Probleme durchdacht, wachsen sich zu schier unlösbaren Aufgaben aus, der Geist ist unruhig und neigt zu Verstimmung, Wut, je nicht selten Verzweiflung. Und wenn dann morgens gegen 3 der Kirchturm zum x-ten Mal schlägt und man immer noch nicht schlafen kann, ist der erneute Griff zu Haschisch und Marihuana enorm verlockend.

Um diesen Rückfällen zu entgehen und um zugleich die Schlafprobleme zu mildern ist eine deutliche Ausweitung der Aktivitäten am Tag sinnvoll. Sport ist das eine, aber gezielte Einschlaf- und Entspannungsübungen das andere und hier können die Betroffenen autogenes Training durchführen, meditieren und sich anderweitig entspannen.

  • Ein geregelter Tagesablauf…

… das klingt irgendwie immer spießig und hat doch einen wahren Kern. Beim Cannabis Entzug sind bestimmte Verhaltensweise wie Umsicht, Gelassenheit und Reflexion unabdingbar. Psychologisch bewährt haben sich ausdifferenzierte Pläne, also Projekte auf Paper, die sich nach Erledigung abhaken lassen. Das gefällt dem Gehirn, das nützt dem Körper und unterstützt den Entwöhnungsprozess.

Überhaupt ist Reflexion enorm wichtig: Stehen beispielsweise Treffen, Events, Partys an, auf denen mit Sicherheit gekifft wird, dann solltest Du davon Abstand halten, zumindest vorerst. Das berühmte schnelle Niederreißen einer mühevoll und lang aufgebauten Erfolgsgeschichte, einen tatsächlichen Entzug also im Nu zu zerstören, das ist beileibe nicht selten und es ist eine umsichtige Planung der eigenen Vorhaben unabdingbar.

Hierunter fallen auch die Rituale wie beispielsweise das abendliche Studium der News, die vor dem Entzug mit Joint durchgeführt wurden oder auch das Gras zum Sonntag in der Sonne. Dergleichen ist mit neuen, anderen Verhaltensweisen entschieden zu durchbrechen und das Entwickeln von Alternativen zu den eingefahrenen Mustern für eine dauerhafte Befreiung von der Sucht nötig.

Rückfallquote und Hilfsangebote für den Cannabis Entzug

Mehr als die Hälfte aller ehemaligen Kiffer greift früher oder später wieder zur Haschischzigarette. Das klingt zwar nicht nach übermäßigen Erfolgsaussichten, geschieht aber in der allermeisten Fällen aufgrund falscher Vorbereitung und laxer Durchführung bei der Entwöhnung. Prinzipiell kann den Entzug von THC jeder schaffen, doch längst nicht alle müssen es wirklich, haben also ein problematisches Suchtverhalten. Ein Beispiel dafür ist sozialer Druck, der enorm sein kann und dieser Zwang führt oftmals genau zum Gegenteil.

Wer von Angehörigen gezwungen wird, vor allem bei leichtem Konsum, und hören muss, es handle sich um eine ähnliche Verwerfung wie bei Heroin, der wird Cannabis möglicherweise erneut schon allein aus Trotz konsumieren! Deshalb sollten Angehörige den Wunsch zum Entzug respektieren, begleiten, aber keinesfalls mit eigenen Deutungsmustern überladen und damit den Betroffenen mit überzogenen Erwartungen überfordern.

Viele Kiffer schaffen den Ausstieg von ganz allein. Ein neues Lebensumfeld, ein neuer Partner, eine andere Arbeit, viel Sport und so weiter, das sind begünstigende Faktoren und oft reicht das schon aus für die Überwindung einer Sucht. Wer jedoch Hilfe braucht, der findet diese bei zahlreichen Beratungsstellen. Nur sehr selten kommt es bei Cannabis zu einem stationären Aufenthalt, oft ist dieser vielmehr durch eine Kreuzabhängigkeit gegenüber weiteren Drogen oder bei schweren psychischen Beeinträchtigungen erforderlich. Ambulante Beratung und gegebenenfalls Betreuung reichen aus und mit der richtigen Planen, Entschlossenheit und dem Beistand des Umfelds lässt sich die Abhängigkeit von Haschisch und Marihuana dann auch wirklich beenden oder schlicht der Konsum in verträgliche Bahnen lenken.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Cannabis Entzug

🔍 Wie lässt sich ein problematischer Hanfkonsum sachlich erkennen?

Es ist recht einfach zu wissen wann das Kiffen wirklich ein Problem darstellt: Die Bestimmung des Alltags durch Cannabis ist ein großes, dickes Warnzeichen, schließlich sollte Gras entspannen, als Medizin dienen oder die Kreativität verbessern und eben nicht die ganze Zeit konsumiert werden. Steht Ihr früh oder mittags auf und müsst erst mal einen Joint rauchen damit der Tag erträglich ist und sich vor allem notwendige Aufgaben nur bekifft lösen lassen, dann empfiehlt sich die Entwöhnung temporär oder eben dauerhaft, was jeder Konsument individuell entscheiden muss.

🔍 Warum werden laut Forschung bei einer Legalisierung prinzipiell weniger Kiffer süchtig?

Denken wir zum Beispiel an die golden verpackte Zigarre im Tabakladen. Wie viele Kinder entwickeln starke Sehnsucht nach Produkten, die man zufällig im Fachgeschäft zu sehen bekommt, welches die Eltern zusammen mal mit den Zöglingen aufsuchen? Es ist eher der Reiz des Verbotenen, der Heranwachsende beim Gras einen Versuch starten lässt. Die Forschung zeigt immer wieder, dass bei Hanf legal kein Jugendlicher Cannabinoide verkauft bekommt – bei einer rigiden Verbotspolitik wie in Deutschland hingegen passiert das die ganze Zeit! Die Gängelei der Konsumenten und die soziale Stigmatisierung sind nicht zu unterschätzende Faktoren, denn wer Qualitätsware beim Händler kauft, wird logischerweise keine Umwege gehen zu Dealern im Verborgenen und endlos Zeit verschwenden auf der Suche nach Gras, was dann auch wieder die Sehnsucht nach endlich etwas Ruhe verstärkt.

🔍 Lässt sich die Entwöhnung von Hanf durch besondere Produkte beschleunigen?

Manchmal werden Psychopharmaka wie etwa Benzodiazepine eingesetzt, die beruhigen und helfen beim Einschlafen auch während einer Entziehung von Cannabis. Wenn das ein Arzt empfiehlt sollte sich unbedingt nur um eine sehr kurze Dauer von höchstens zwei Wochen handeln, sonst drohen neue Süchte, dann aber richtig fett durch die chemische Keule! Ziemlich sicher müssen wir deshalb einfach durch bei den schlaflosen Nächten, doch wenn Ihr euch tagsüber ablenkt und mal richtig auspowert beim Sport oder beim Sex, dann ist der Leib müde, geschafft und wird auch der Kopf eher Entspannung finden.

🔍 Wie lange kann ein Entzug dauern?

Weniger wichtig ist die Halbwertzeit von THC, das einige Wochen im Organismus nachweisbar sein kann ohne deshalb weiter direkt spürbar zu wirken – entscheidend ist der Fokus auf Rituale und auf die in Zusammenhang mit Cannabis liebgewonnene Routine. Trigger respektive Schlüsselreize können alles mögliche betreffen von den Kumpels bis zur blauen Stunde vor dem Schlafengehen. Das kann lange dauern und wird oft auch scheitern, weil die Wirkstoffe aus der Hanfpflanze eben dem Leib nicht direkt schaden schaden wie die tägliche Nase Crystal Meth, sondern aktivieren und stimulieren können durch eine Interaktion mit unserem körpereigenen Endocannabinoid-System. Es kann sich lohnen diese Wirkungsweise zu studieren, da wir dadurch besser reflektieren und Gras als eher harmlose Substanz verstehen lernen, die wir dann auch leichter einordnen und beiseite tun können. 

🔍 Welche Unterschiede bestehen zwischen Entzug und einer kreativen Pause von Cannabis?

Wer meint Hanf dauerhaft loswerden zu müssen wird sich für die nachhaltige Entwöhnung entscheiden und dabei meistens auch auf Strategien achten, die psychologisch kausal das Cannabis für alle Zukunft als Risiko und Gefahr darstellen. Das ist in Ordnung, sollte aber auch nicht zu neuen Zwangshandlungen oder gar einer Beschimpfung von Konsumenten führen. Bei Befragungen der Kiffer in freien Ländern mit einer fairen Drogenpolitik kommt eben oft raus, dass viele Menschen nicht unbedingt vollständig aufhören wollen, sondern eher nach einer kreativen Pause Ausschau halten – während sich bei uns jede Instanz moralisch aufplustert mit Zuckerbrot und Peitsche beim Thema Cannabis und Entzug.

9 Kommentare

  1. Marco St.

    13/08/2021 um 5:51 am Uhr - Antworten

    Hey ihr Lieben,
    ich habe hier manches in den Kommentaren durchgeschaut und zusätzlich habe ich natürlich den Text gelesen. Zunächst wünsche ich allen, die aufhören wollen: viel Erfolg! Bleibt stark und lasst Euch nicht unterkriegen! Ihr schafft das!

    Zu meiner Person:
    – 25 Jahre jung
    – selbstständiger Kaufmann
    – seit meinem Abitur gekifft (7Jahre)
    – einige Jahre jeden Tag, auch manchmal mehrmals am Tag
    – Keine Bong geraucht

    Ich stand kurz vor der Covid Impfung und habe deswegen zu meiner Freundin gesagt, dass ich gerne davor und danach nichts trinken oder rauchen will, weil ich nicht weiß ob das förderlich ist. Seit her habe ich keinen Joint mehr angefasst. Dementsprechend bin ich seit knappen 4 Monaten ohne Cannabis unterwegs. Das krasse ist, der Suchtdruck ist bei mir nicht besser geworden. Der Gedanke: es wäre ja ganz nice einen zu rauchen,
    der geht einfach nicht weg. Es ist echt zum Mäuse melken. Andere Entzugserscheinungen sind allerdings weg, oder wie bei mir, nicht da gewesen.

    Meine Entzugserscheinung:
    – Schlaflosigkeit
    – Wirre Horrorträume
    – Vermehrtes Schwitzen und Hitzewallungen

    Wie habe ich dem entgegengewirkt?
    – Meditation
    Vor allem aber Schlafmeditation.

    Das hat mir wahnsinnig geholfen!

    Bleibt bitte alle Stark! Fokussiert euch! Ihr schafft es, sowie ich es auch hoffentlich weiter schaffe.

    Liebe Grüße

  2. Rieka

    08/07/2021 um 2:14 pm Uhr - Antworten

    Moin

    Es ist schön zu lesen, dass man damit nicht alleine ist.
    Ich kann Ähnliches vermelden, hab mich in die Psychiatrie einweisen lassen, weil ich mit den Entzugserscheinungen nicht klar kam, dabei hatte ich nicht einmal direkt ganz aufgehört, nur stark reduziert aus schweren Krankheitsgründen und mich nach der ersten Panikattacke nicht mehr getraut.
    Ich hab jetzt in etwa 8 Jahre täglich geraucht, ich habe mit meinem Partner zusammen schon einmal erfolgreich aufgehört, aber wird sind rückfällig geworden. Ich rauche seit längerem auch vor der Arbeit und bin jetzt erst einen Tag wirklich „clean“, hab aber seit dem runterdosieren Herzrasen, kann fast gar nicht mehr schlafen, extreme Unruhe, ich glaube es waren 3-4 heftige Panikattacken allein in 3 Tagen. Keine Atemübung der Welt will mir helfen, wenn ich mich wieder in meine Panik reinsteigere. Rationalität ist das letzte was man in dem Moment besitzt. Jeder der das erlebt hat, hat ne dicke Kerbe im Holz, das ist heftig. Ich fühle mit euch.
    War zwei mal deswegen im Krankenhaus, die sind das Schlimmste, wenn man denkt man müsste gleich sterben.
    Herz wurde drei mal gecheckt, Körper ist in Ordnung bis auf die Schwäche durch die überstandene Krankheit, oder auch wegen des Entzugs. Ich krieg kaum was runter und muss morgens wirklich an mich halten mich nicht zu übergeben, bis ich etwas gegessen habe, was mir der Übelkeit wegen wirklich schwer fällt. Ist der Magen wieder leer geht es von Vorne los. Zunehmen ist deswegen gerade auch extrem schwierig, obwohl ich muss.
    Ich würde gerne Sport treiben um mich abzulenken und Stress abzubauen und meine Muskeln wieder aufzubauen, was mir wirklich extrem schwer fällt, ich kann mich teilweise nicht einmal auf ein Buch konzentrieren, aber auch das kann ich meiner Schwäche wegen nicht.
    Durchhalten, das geht vorbei, ist meine Devise. Man kann es schaffen man muss es nur wollen und niemand verurteilt einen dafür sich Hilfe dabei zu suchen, ja man sollte es sogar wenn man es alleine nicht schafft, so wie ich.
    Ich will es schaffen und ich werde es schaffen. Das Leben hat so viel mehr zu bieten, als Gefangener seiner Sucht zu sein.
    Lots of Love <3

    • Tanja

      12/07/2021 um 8:50 am Uhr - Antworten

      Du packst das, du musst dran bleiben. Wenn du es überwunden hast, kannst du sehr stolz auf dich sein.

      Go for it!!! ♥️🍀

  3. Michelle

    16/01/2021 um 4:12 pm Uhr - Antworten

    hallo zusammen.
    liebes lieschen,was ich gerade für entzugserscheinungen und panikattaken habe,geht auf keine kuhhaut. am meisten machen mir die panikattaken zuschaffen.zur geschichte. ich gehöre zu den dauerkiffern,jeden abend nach der arbeit ein bis zwei joints. das seit nun 2 jahren. vergangegenen montag hatte ich eine allergische reaktion auf penecilin( ausschlag und kreislaufprobleme) am folgetag,diesen dienstag hatte ich weiterhin schwindel/übelkeit/schweißausbrüche so dass ich mich da reingesteigert habe und in die notaufnahme bin. schluss vom lied,körperlich alles in butter. ich bin erst am donnerstag darauf gekommen,dass dies eventuell mit meinem apruptem konsumende zutun hat. ich hatte/habe aber schiss gehabt was zu rauchen, dies aufgrund der panikattaken. nun ja, jetzt habe ich die besagten entzugserscheinigungen. meine frau kommt da garnicht drauf klar und meint ich soll mir dringend und sofort hilfe suchen. was ich sicherlich machen werde, denn es gibt gründe warum ich mich so wegschieße. Stress in der Arbeit, meine frau ist an einer schweren muskelerkrankung erkrankt und und und….. nun habe ich mir gesagt,wenn ich schon soweit bin, lass ich es mit dem kiffen. nun bin ich so verzweifelt, dass ich denke dass mein körper den entzug nicht schafft.was blödsinn ist, denn körperlich ,blutbild und kreislauftechnisch ist alles ok.
    ich habe nun cbd tropfen, und diese helfen einigermaßen. nun wäre reden ganz gut. nun der mist ist ja aktuell dass aufgrund der pandemie, es sich schwieriger verhält einfach mal zu freunden zu gehen….
    weiss jemand ob es irgendwelche selbshilfegruppen gibt, also chats in denen man mit gleichgesinnten reden kann? ich sag schonmal danke an euch und bleibt gesund

    • Lin

      22/01/2021 um 4:03 pm Uhr - Antworten

      Hi Michelle,

      kann mich mit dir bzw deinen Aussagen sehr identifizieren.Das Problem ist die Gewohnheit, die sich schnell einschleicht und natürlich der Grund, weshalb man es überhaupt tut.Bei mir war es auch den Stress zu kompensieren, habe viel zu viel gearbeitet und kaum Zeit für die Dinge gehabt, die mir immer wichtig waren.Schnell hab ich gemerkt, dass der Joint, dass Einzige ist,was mich runterbringt.Mittlerweile weiß ich, dass es nur die Gewohnheit war, die mich zu dieser Erkenntnis gebracht hat.Denn es gibt tatsächlich auch andere,Dinge ,die entspannend wirken.
      Ich war wirklich abhängig, habe ca 10 Jahre täglich geraucht (außer im Urlaub, was eine Herausforderung war).Iwann fingen die psychischen Probleme an wie Paranoia oder starke Stimmungsschwankungen.
      Sie waren nicht immer da, aber kamen und gingen.
      Dazu dann auch die Antriebslosigkeit.
      Dazu kam ein ähnliches Ereignis ,wie bei dir mit dem Penicillin.Ich hatte auf einmal eine Adrenalinunverträglichkeit, welche sich beim Zahnarzt herausstellte.Nach der Betäubung bekam ich auch schlimme Panikattacken.
      Jedenfalls ist es ein Teufelskreis,der wirklich großes Durchhaltevermögen fordert.Mir war schon seit einigen Jahren bewusst,dass ich aufhören muss,aber ich konnte es einfach nicht umsetzen.Selbst diese ständige innere Unruhe hielt mich nicht davon ab weiter zu rauchen.
      Mittlerweile bin ich im 2.Entzug und seit 5 Wochen ohne.Die ersten 2 Wochen waren die Hölle für mich.Hatte starke physische Entzugserscheinungen zb Magen-Darm,übertrieben energielos.Für die Psyche hab ich tagsüber Johanneskrauttabletten genommen und für die Nacht Baldriantabletten.Und für die Übelkeit hat mir sehr gut CBD-Tee geholfen.
      Und diese innere Leere die du meinst,empfinde ich auch bis heute.Zwar gehts mir natürlich besser ohne Gras,aber diese Leere ist nach wie vor da.Du solltest dir etwas suchen,was dich ablenkt,was Dir Spaß macht.Für mich ist das die Fotografie.
      Es kommt auch mal vor,dass ich an einen Joint denke,aber dann halte ich mir immer vor Augen weshalb ich das Ganze tue.Ein großer Faktor ist für mich mein Abschluss.Habe immer wieder im Studium gemerkt,dass mein Gedächtnis und Konzentration gleich null ist.Ausserdem natürlich die Gesundheit,es wird ja nicht besser.Und außerdem möchte ich in den nächsten Jahren auch ein Kind bekommen.
      Besser ist es sich nur das Schlechte am kiffen vor Augen zu halten.
      Kann dir die Seite quit-the-shit.net empfehlen.Habe mich dort vor kurzem angemeldet.
      Ich wünsche dir viel Kraft und Durchhaltevermögen.Lass das Gras nicht siegen!
      LG Lin

  4. Tanja

    29/10/2020 um 1:36 pm Uhr - Antworten

    Ich habe 22 Jahre jeden Tag gekifft. Am Schluss sogar morgens vor der Arbeit. Es war Normalzustand für mich.
    Im November 2019 hatte ich einen Entzug. Ich war während 3 Monaten in diesem Zustand, natürlich stetig bessernd. Das Schlafen dauerte ca 1 Monat bis es besser wurde, vorallem das Durchschlafen und länger als 4 Stunden schlafen waren extrem schwierig. Das letzte was ich nach 3 Monaten überwunden hatte, war die Depression.
    Es ist tatsächlich so, dass mir all diese beschriebene Dinge zur Unterstützun des Entzuges geholfen haben. Ja, auch Hörbücher haben mir geholfen, besonders um den Gedankenstrom abzuschalten… Baldrian, Lavendel, Rituale vor dem Schlafen, Sport und und und…

    Was ich persönlich nicht empfehlen würde ist CBD zu rauchen, wenn schon Tropfen. Denn wenn ich CBD rauche passiert in meinem Kopf immer dasselbe, ich hätte eher Lust auf THC. Auch die Tatsache des Rituals, den Joint drehen und der Geruch.. so komme ich nie ganz weg davon…
    Wie es so ist, bin ich im Sommer für 2 Monate rückfällig geworden, es ging so schnell. Ja, wenn man Kiffer ist wie ich, ist es, so glaube ich, wirklich ein Wunschdenken, dass man das gelegentlich machen kann… 🤷🏻‍♀️ auf ein Neues…..

  5. Markus

    23/05/2018 um 11:32 am Uhr - Antworten

    Hallo. Ich rauche seit 4 Jahren täglich ein bis zwei Gramm. Vor vier Tagen habe ich beschlossen aufzuhören. Nun, es geht mir dreckig! Ich kann kaum schlafen, mein Magen und Darm spielt vollkommen verrückt. Krämpfe Durchfall! Selbstmordgedanken, Lustlosigkeit Angstzustände u.s.w.. Ist das vom Entzug, und wie lange halten diese unerträglichen Zustände an? Und vorallem, wann kann ich wieder schlafen?

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