Die Wirkung von Cannabis auf das Erinnerungsvermögen

ErinnerungsvermögenFalls Ihr so Filme wie „Ey Mann – Wo is´ mein Auto?“ gesehen habt, dann ist die übliche Scharade über Cannabis zum vergesslichen Kiffer wahrscheinlich schon bekannt: Wer einen Joint raucht, der kann schon mal ein bisschen verpeilt rumlaufen und wir wollen mal schauen, ob dieses durch den Hanf getrübte Erinnerungsvermögen wirklich ernste Beeinträchtigungen bedeutet. Kiffen macht nicht dumm, das ist klar und bewiesen. Trotzdem bedienen sich einige Politiker dieses Stumpfsinns in der Cannabisdebatte, natürlich aus ideologischen Gründen. Was aber sagt die Wissenschaft über die Gedächtnislücken beim Rauchen von Haschisch und Marihuana?

Kurzfristige Effekte von Hanfkonsum auf das Gehirn

Prinzipiell gilt es erstmal zu bedenken, dass Erinnerung im engeren Sinne ein Konstrukt zur Erfassung von physischer und psychischer Erfahrung darstellt. Es gibt ganz unterschiedliche Formen beim Erinnern und darüber hinaus müssen wir außerdem den Unterschied zwischen kurzfristiger und langfristiger Beeinträchtigung des Hirns durch Cannabis berücksichtigen. Und dann geht es noch um die Dosis , um die Häufigkeit und Dauer des Kiffens sowie, heute aktueller denn je, um die eigentliche Hanfsorte. Wenn ihr Hanfsamen online bestellt, dann gibt’s mittlerweile eine riesige Auswahl und selbstverständlich haben die dann geernteten Marihuana-Blüten je nach Sorte auch einen anderen Impact auf das Erinnerungsvermögen.

THC als einer der wichtigsten Bestandteile von Cannabis jedenfalls zeitigt laut Wissenschaft vor allem zwei kurzfristige Effekte auf das Gedächtnis:

  • Schwierigkeiten beim Bilden neuer Erinnerungen: Während Säufer ihre Blackouts haben, sind Kiffer nicht mit solchen extremen Gedächtnislücken konfrontiert – doch ist es auf Gras vergleichsweise schwer, konkrete neue Erinnerungen zu formen.
  • Schwierigkeiten bei der Reflexion vergangener Ereignisse: Es ist schlichtweg unmöglich für manche Kiffer, sich an die exakten Vorgänge während einer Session auf Hanf zu erinnern.

Es gibt dazu auch Hinweise, nach denen Cannabiskonsumenten mit fortschreitender Dauer eine gewisse Toleranz entwickeln. Da sind die Erinnerungslücken nicht mehr so groß beziehungsweise lernen die Kiffer damit umzugehen. Zugleich sind diese kurzfristigen Effekte temporär und klar getrennt von beispielsweise den Symptomen einer Alzheimer-Krankheit! Wenn Du kiffst, dann wirst Du auch wissen, wie dein Name ist, wann dein Geburtstag und wer die Leute sind, mit denen Du gerade feinstes Gras durch die Bong rauchst.

Langfristige Effekte

Höhere Dosen Hanf, dazu häufiger Konsum – das sind schon eher ungünstige Konditionen für das Erinnerungsvermögen. So gibt es Berichte über Langzeitkiffer, die nach vielen Jahren einen vergleichsweise geringeren Wortschatz haben als Abstinenzler beziehungsweise Gelegenheitskiffer. Freilich ist das die scheinbar einzige Auswirkung, bleiben doch Aspekte wie Vorstellungsvermögen oder Fokussierung auf Probleme nicht beeinträchtigt durch das Cannabis.

Hanf als Gedächtnisstütze: Klingt absurd, ist aber auch derzeit ein Thema der Forschung. Natürlich geht es dabei mal wieder um das Wunder-Cannabinoid CBD. Gut möglich, dass Cannabidiol, so der volle Name, bei der Therapie eines getrübten Erinnerungsvermögens hilfreich ist – auch über den Einsatz in der Demenzforschung wird bereits nachgedacht! Hier liegt übrigens auch die Chance für viele Säufer, sich mit CBD das Gehirn zu regenerieren, aber da warten mal lieber noch die entsprechenden Studien ab.

Reflexion durch Cannabis und der Umgang mit Traumata

Ein beeinträchtigtes Erinnerungsvermögen ist natürlich keine runde Sache, doch es gibt Fälle, da könnte sich THC und damit der Hanf als vorzügliche therapeutische Alternative zu den üblichen Verfahren entwickeln. Vergewaltigung und Missbrauch in der Kindheit zum Beispiel sind Probleme, die einer konkreten, effektiven Bewältigung bedürfen. Kann Cannabis hier helfen? Bekanntlich bekommen auch Veteranen der Bundeswehr jede Menge Valium und Co, aber das macht abhängig. Es ist vorstellbar, dass Haschisch und Marihuana gezielt jene schlechten Erinnerungen unterdrücken, die sonst ständig hervorquellen und den Betroffenen das Leben zur Hölle machen. Sind Traumata also das nächste Feld für Untersuchungen der Cannabisforschung?

Auf jeden Fall braucht es mehr Studien. Die Wissenschaft versteht nicht nur Cannabis gerade einmal in Ansätzen – auch das Gehirn selbst ist in seinen Ausprägungen und Strukturen noch lange kein verständlicher Supercomputer. So ist derzeit klar, dass Hanf kurzfristig das Gedächtnis schwächt, langfristig hingegen zu Beeinträchtigungen beim Wortschatz führt – beides scheint jedoch temporär und reparabel! Zugleich ergeben sich neue, spannende Möglichkeiten zur Therapie erkrankter Gehirne. Ob nun ein Trauma vorliegt oder eine altersbedingte Verkalkung – Cannabis und CBD könnten sich als enorm hilfreiche Medizin erweisen und wir sind gespannt auf neue Erkenntnisse zu diesem Thema.

 

Die Wirkung von Cannabis auf das Erinnerungsvermögen
4.4 (88.57%) 7 votes

By | 2018-05-02T12:50:33+00:00 Mai 4th, 2018|Categories: Cannabis Medizin, Cannabis Nachrichten|Tags: , , |

Hinterlassen Sie einen Kommentar