THC – alles über Tetrahydrocannabinol

THC – alles über Tetrahydrocannabinol2017-11-03T16:22:34+00:00

thcVon THC haben die meisten Menschen schon einmal gehört. Insbesondere in Verbindung mit Marihuana und Haschisch ist THC ein gängiger Begriff. Dabei wissen aber oft nur die wenigsten Leute, was THC überhaupt ganz genau ist. Und auch viele andere Dinge rund um THC sind einigen Menschen nicht wirklich bekannt.

Was ist THC eigentlich?

THC ist die Abkürzung für Tetrahydrocannabinol. Dieser Stoff ist eine chemische Verbindung, die zu den Cannabinoiden, genauer gesagt zu den psychoaktiven Cannabinoiden zählt. In Deutschland und auch in vielen anderen Ländern fällt Tetrahydrocannabinol daher auch unter das Betäubungsmittelgesetz. Das bedeutet, dass Produkte, in denen Tetrahydrocannabinol vorhanden ist, grundsätzlich per Gesetz verboten sind, auch wenn es von diesen verboten Ausnahmen gibt. Eine Ausnahme ist hierzulande beispielsweise die Erlaubnis für den Konsum von THC-Produkten im medizinischen Bereich.

Wo kommt Tetrahydrocannabinol vor?

Tetrahydrocannabinol, also THC, gehört wie bereits erwähnt zu den Cannabinoiden. Das bedeutet natürlich auch, dass man Tetrahydrocannabinol natürlich nur dort findet, wo man auch Cannabinoide antrifft. Grundsätzlich ist das bei Hanfpflanzen der Fall, bei denen das Tetrahydrocannabinol als Hauptsubstanz für eine Rauschwirkung vorliegt. Selbst im Industriehanf, der sicher grundsätzlich nicht als Drogen eignet, ist Tetrahydrocannabinol vorhanden, wenn auch nur in sehr geringen Mengen. Daher kann man sich mit Industriehanf auch keinen Rausch verschaffen. In anderen Pflanzen kommt übrigens kein Tetrahydrocannabinol vor. Allerdings ist es mittlerweile möglich, Tetrahydrocannabinol synthetisch herzustellen. Da dies aber ein sehr aufwendiges Verfahren ist, ist dies nur in wissenschaftlichen Laboratorien möglich. THC ist somit ein exklusiver chemischer Stoff, der ausschließlich in Hanfpflanzen vorhanden ist.

Wie wirkt THC?

tetrahydrocannabinol-thc chemieTHC ist ein psychoaktives Cannabinoid. Allein daraus lässt sich schon schließen, dass die Wirkung von THC Symptome hervorbringt, die das Verhalten des Konsumenten beeinflussen. Wie genau THC wirkt, ist wissenschaftlich noch nicht ganz abgeklärt. Allerdings weiß man heutzutage, dass Tetrahydrocannabinol so auf Rezeptoren im Gehirn wirkt, die sich in Nervenzellen befinden. Dadurch findet dann eine Modulation der Ausschüttung von Neurotransmittern statt, was schließlich Auswirkungen auf das Nervensystem hat. So werden die Übertragungen von Signalen an die Synapsen beeinflusst, wodurch dann eben Auswirkungen nach dem Konsum von Tetrahydrocannabinol in Erscheinung treten. Diese Auswirkungen können sehr unterschiedlich sein und hängen teilweise auch davon ab, ob das THC mit Indica-Cannabis oder Sativa-Cannabis zu sich genommen wurde. So hat Tetrahydrocannabinol die Wirkung, ein Rausch auszulösen. Dieser Rausch, der auch als High bezeichnet wird, bewirkt beim Konsumenten neben einer veränderten Wahrnehmung der Umwelt, wie zum Beispiel bei Gerüchen, Geräuschen und anderen Dingen, auch, dass die Stimmung gesteigert wird, sich eine gewisse Euphorie einstellt, der Konsument sehr kommunikativ wird und dass Gefühle beziehungsweise Gefühlswahrnehmungen gesteigert sind. Dazu sind aber auch noch Effekte zu beobachten, die beispielsweise auch im therapeutischen Bereich immer sehr gern gesehen sind.

So kann THC auch Schmerzen deutlich lindern und beispielsweise bei motorischen Störungen Linderung hervorrufen. Dazu wird oft eine appetitanregende Wirkung festgestellt. Aber auch eine residierende Wirkung kann Tetrahydrocannabinol mit sich bringen, weswegen dieser chemische Stoff auch dazu dient, um Probleme mit dem Schlafverhalten zu unterbinden, da es auch Müdigkeit auslöst. Zudem hat THC auch Auswirkungen auf die Magen-Darm-Aktivität und kann so bei Übelkeit oder Erbrechen Linderung verschaffen.

Tetrahydrocannabinol ist daher nicht nur ein natürlicher chemischer Wirkstoff, der gerne für das Vergnügen genommen wird, sondern auch ein Wirkstoff, der zu therapeutischen Zwecken im medizinischen Bereich gut eingesetzt werden kann.

Gibt es Nebenwirkungen von THC?

Wie bei den meisten chemischen Wirkstoffen gibt es auch beim Konsum von Tetrahydrocannabinol-haltigen Produkten manchmal Nebenwirkungen. Diese äußern sich oftmals zunächst einmal in Mundtrockenheit sowie trockenen und geröteten Augen. Auch können als Nebenwirkungen Beeinträchtigung beim Erinnerungsvermögen sowie beim Lernen-, Konzentrations- und Denkvermögen auftreten. Angstzustände sowie Panik oder Gereiztheit sind ebenfalls seltene Nebenwirkungen, die in Verbindung mit Tetrahydrocannabinol gebracht werden. Dazu wurden auch schon Paranoia oder motorische Störungen wie Tremor oder Ataxie beobachtet. Kälte- und Wärmeempfindungen können ebenfalls gestört werden. Tetrahydrocannabinol  kann darüber hinaus auch Auswirkungen auf den Hormonhaushalt haben sowie auf das Herz-Kreislaufsystem. Allerdings werden die meisten Nebenwirkungen von Tetrahydrocannabinol fast ausschließlich dann beobachtet, wenn der Konsument noch kaum oder keine Erfahrungen mit THC-haltigen Produkten gesammelt hat oder aber eine zu hohe Dosis an THC aufgenommen wird.

Kann man eine Überdosis an Tetrahydrocannabinol zu sich nehmen?

Grundsätzlich ist es möglich, dass man beim Konsum von Cannabis eine zu hohe Dosis an Tetrahydrocannabinol zu sich nimmt. Ob dies dann aber wirklich schon als Überdosis angesehen werden kann, ist eher fraglich. Denn in der Regel wird eine Überdosis auch damit in Verbindung gebracht, dass der Konsument in Lebensgefahr schwebt oder sogar stirbt. Allerdings ist es nur in der Theorie möglich, dass ein Mensch eine Überdosis an THC zu sich nehmen kann, die eine tödliche oder lebensgefährliche Folge nach sich zieht. So haben Forscher herausgefunden, dass ein Mensch rund 1.500 Pfund Cannabis in 15 Minuten rauchen müsste, um eine tödliche Dosis an Tetrahydrocannabinol und somit eine deutliche Überdosis zu sich zu nehmen. Praktisch ist das natürlich unmöglich. Selbst bei einem oralen Konsum von Cannabis müsste beispielsweise eine 70 Kilogramm schwere Person circa 70-130 Gramm an Cannabisprodukten mit einem THC-Gehalt von acht bis 15 Prozent zu sich nehmen und hätte selbst dann noch eine Überlebenswahrscheinlichkeit von 50 Prozent. Eine Überdosierung von Tetrahydrocannabinol , die tödliche Folgen nach sich zieht, ist für Menschen so gesehen quasi ausgeschlossen. Selbst THC-Überdosierungen, die lebensbedrohliche Folgen nach sich ziehen, sind im Normalfall kaum möglich.

Welche Symptome zeigen bei einer Überdosierung von THC?

Überdosis durch THCWürde man THC in einer Überdosis zu sich nehmen, sollte dies auf jeden Fall sehr deutliche und schlimme Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem. So würde in diesem Fall die Herzfrequenz sehr stark absinken, sodass eine lebensbedrohliche Tachykardie daraus resultieren würde. Auch der Blutdruck würde in diesem Fall somit stark absinken. Die Folgen dieser beiden Symptome wären schlussendlich ohne medizinisches Eingreifen für einen Herzstillstand und Atemstillstand verantwortlich, sodass der Tod eintreten würde. Wie bereits geschrieben sind Überdosierungen, die eine solche Symptomatik auslösen könnten, aber eher theoretischer Natur und praktisch kaum oder nicht umsetzbar.

Wie lange ist Tetrahydrocannabinol im Körper nachweisbar?

Besonders viele Konsumenten von Cannabis fragen sich häufig, wie lange THC im Körper eigentlich nachweisbar – hier noch mehr zum Thema bei uns – ist. Diese Frage lässt sich grundsätzlich ganz so leicht beantworten, da verschiedene Faktoren für den Abbau von Tetrahydrocannabinol im Körper verantwortlich sind. Grundsätzlich kann man sagen, dass es zunächst einmal davon abhängig ist, ob man regelmäßig Cannabis konsumiert oder nur selten, wobei sich das fast ausschließlich darauf bezieht, THC im Urin nachzuweisen. Im Urin lässt sich Tetrahydrocannabinol-Stoffwechselprodukt THC-COOH zwei bis 35 Tage lang nachweisen, wobei es bei regelmäßigen Konsumenten auch schon vorgekommen sein soll, dass das Tetrahydrocannabinol im Urin sogar noch sechs Wochen später nachweisbar war. In der Literatur wird sogar ein Fall beschrieben, in dem das Tetrahydrocannabinol noch sieben 70 Tage nach dem Konsum im Urin nachgewiesen werden konnte. Beim einmaligen Konsum von Cannabis ist das Tetrahydrocannabinol-Stoffwechselprodukt THC-COOH in der Regel nach ungefähr fünf Tagen nicht mehr im Urin nachweisbar. Im Blut lässt sich Tetrahydrocannabinol nicht zu lange nachweisen. In der Regel ist das THC-Stoffwechselprodukt Tetrahydrocannabinol-COOH nach sieben bis zwölf Stunden im Blut nicht mehr nachweisbar. Manchmal, auch oftmals eher bei Dauerkonsumenten, kann es aber vorkommen, dass selbst noch bis 27 Stunden nach dem letztmaligen Konsum das Tetrahydrocannabinol im Blut nachweisbar ist. Die Regel ist das aber nicht. Es können also große Schwankungen bei der Nachweisbarkeit von THC im Blut oder im Urin vorliegen, sodass diesbezüglich keine allgemeingültige Zeitspanne angegeben werden kann.

 

 

THC – alles über Tetrahydrocannabinol
4.8 (95%) 4 votes

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Aus statistischen Gründen verwendet diese Webseite anonymisierte Cookies. Wenn Sie unsere Webseite nutzen stimmen Sie dem zu. Ok