Drogentest durch den Arbeitgeber

Drogentest durch den Arbeitgeber2017-11-24T11:21:26+00:00

Drogentest ArbeitgeberCannbis & Co – Wenn der Job auf dem Spiel steht!

Der Besitz von Drogen ist hierzulande illegal, der Konsum allerdings nicht. Zudem gibt es ja auch einige Drogen, die nicht unbedingt zu den „harten Drogen“ gehören, wie zum Beispiel Cannabis, was man in unserem Nachbarland den Niederlanden ja auch legal kaufen und konsumieren kann. Die Verlockung ist auf Partys oder aber u Entspannung groß. Aber es gibt auch das Problem, dass sich der Konsum von Drogen auf den Arbeitsplatz auswirken kann, und zwar nicht nur, wenn man auf der Arbeit Drogen konsumiert. Es kommt gar nicht mehr selten vor, dass ein Arbeitgeber einen Drogentest von seinen Angestellten verlangt oder ein solcher Test bei Betriebsuntersuchungen gemacht wird. Aber darf der Arbeitgeber überhaupt einen Drogentest von einem verlangen? Hat ein Betriebsarzt nicht Schweigepflicht? Und was passiert eigentlich, wenn man ein Drogentest verweigert oder dieser positiv ausfällt, obwohl man nur in der Freizeit ab und an vielleicht mal gekifft hat? Kann einem deswegen gekündigt werden? Wie sieht das Ganze eigentlich rechtlich aus?

Darf ein Arbeitgeber einen Drogentest bei Angestellten durchführen beziehungsweise durchführen lassen, beispielsweise durch den Betriebsarzt?

Grundsätzlich benötigen Arbeitgeber zur Durchführung eines Drogentests bei einem Angestellten auch immer dessen Erlaubnis. Schließlich ist ein Drogentest ein Eingriff in das Persönlichkeitsrecht, das ja nach dem Artikel 2 Absatz 2 des Grundgesetzes geschützt ist. So einfach ist es also nicht für einen Arbeitgeber, ein Drogentest vom Arbeitnehmer zu verlangen. Allerdings gibt es auch Ausnahmen, denn Ausnahmen bestätigen ja schließlich die Regel. So kann es sein, dass in bestimmten Berufen, wie zum Beispiel bei der Polizei ein Drogentest bei der Einstellungsuntersuchung gemacht wird. Fällt man dabei durch, dann kann man sicher vorstellen, dass es nicht zu einem Arbeitsvertrag kommen wird. Zudem kann ein Arbeitgeber vom Arbeitnehmer ein Drogentest verlangt, wenn der Arbeitnehmer einen Job ausübt, der ein hohes Gefahrenpotenzial mit sich bringt. Das ist regelmäßig der Fall, wenn gefährliche Maschinen bedient werden müssen, bei Busfahrer oder beispielsweise bei Piloten und natürlich aber bei einigen anderen Berufen. Im Prinzip kann man also sagen, dass bei allen Berufen, in den andere gefährdet werden könnten, wenn ein Arbeitnehmer Fehler macht, zu diesen Jobs gehören, die ein hohes Gefahrenpotenzial mit sich bringen. In solchen Jobs ist es meist auch durch die Betriebsvereinbarung geregelt, dass regelmäßige Drogentests gemacht werden dürfen. Sind solche Tests also eine Vereinbarung des Arbeitsvertrags, dann hat der Arbeitgeber schon ein Recht darauf, dass sich der Arbeitnehmer auch einen Drogentest unterzieht. Das hat auch das Hamburger Arbeitsgericht in seinem Urteil Az.: 27 Ca 136/06 so gesehen, wenn eben eine entsprechende Betriebsvereinbarung besteht.

Kann ein Drogentest im Rahmen einer Betriebsuntersuchung gemacht werden und ist das erlaubt?

Grundsätzlich kann im Rahmen einer Betriebsuntersuchung kein Drogentest durchgeführt werden, wenn es keine entsprechende Betriebsvereinbarung dazu gibt. Denn selbst, wenn es einen bestehenden Arbeitsvertrag gibt, ist es nicht gestattet, dass ein Betriebsarzt einfach beliebig ein Drogentest durchführt, wie das Bundesarbeitsgericht (BAG) in seinem Urteil vom 12. August 1999 2 AZR 55/99. Prinzipiell ist das auch im Rahmen eines Einstellungsverfahrens so, wenn ein Betriebsarzt in diesem Fall ein Drogentest durchführen möchte. Auch hier gilt natürlich, dass die Einwilligung des potentiellen Arbeitnehmers vorliegen muss. Aber man kann sicher gut denken, dass man sicherlich nicht eingestellt wird, wenn man ein Drogentest schon im Einstellungsverfahren verweigert. Und das ist dann leider auch das gute Recht des Arbeitgebers, einen aufgrund dieser Tatsache dann nicht einzustellen. Schließlich stellt das keine Diskriminierung dar.

Hat der Betriebsarzt nicht auch eine ärztliche Schweigepflicht?