Stromrechnung beim HanfanbauIn den Vereinigten Staaten gibt es immer was neues zum Thema Hanf, aber in der vergangenen Woche überschlugen sich die Meldungen. So wird über die Umweltbelastung und den Energieverbrauch durch Cannabisanbau genauso gestritten wie über allzu verständige Mediziner in Arizona und es gibt neue Studien zur Schmerzbehandlung durch Haschisch und Marihuana. Nevada zieht dieser Tage eine erste Bilanz der Legalisierung in 2017 und auch die mexikanischen Kartelle haben sich offenbar neu ausgerichtet.

Mexikanische Mafia ersetzt Cannabis durch Heroin

Cannabis war für viele Jahre zweifellos eine besonders ergiebige Melkkuh für Kriminelle aus Mexiko und an der Geschäftstätigkeit der Mafia-Banden würde wohl auch Mauer a la Donald Trump wenig ändern. Mehr Polizei ist ja immer die Devise, aber ganz konkret haben sich die Kartelle nicht wegen der Strafverfolgung, sondern wegen der Legalisierung von Hanf neu aufstellen müssen. Es lohnt sich einfach nicht mehr, nach Kalifornien oder Colorado Marihuana zu schmuggeln und Berichten zufolge fokussieren die Banditen jenseits des Rio Grande nun auf Heroin und bedienen damit eine enorme Nachfrage.

Amerikanische Bürger verrecken an der eigenen Gier!

Viele Amis sind massiv abhängig von Oxycodon, Vicodin und sogar Fentanyl, was alles Schmerzmittel aus der Apotheke sind. Die Ärzteschaft hat über Jahre ziemlich bedenkenlos süchtig machende Opiate auch bei kleinsten Verletzungen verschrieben und da gibt es schon mal 100 Pillen für den Bruch eines Fingers! Obwohl die Risiken bekannt sind, kamen lange Zeit Gier bei Mediziner und Pharmaindustrie zusammen und die Folgen dieser Behandlungsstrategie sind nun zu besichtigen. Die mexikanischen Kartelle bieten immer mehr Heroin an, das Opiat schlechthin, und all die Tablettensüchtigen Leute greifen zu. Im Hintergrund laufen aber auch Machtkämpfe seit der Verhaftung von El Chapo, dem großen Drogenboss aus Mexiko, und die USA werden zunehmend von massiver Gewalt und einem Heroin-Tsunami überzogen.

Cannabis zur Schmerzbehandlung sinnvoll?

In Minnesota wurde jetzt ein Bericht über die Schmerztherapie mittels Hanf veröffentlicht. Mehr als 2000 Patienten wurden befragt und gut zwei Drittel halten Cannabis für ein wirksames Mittel, zumal hier auch mehr als 40 Prozent der Ärzte zustimmen! Mit nicht ganz zwei Jahren Untersuchungszeitraum hat die Studie durchaus Symbolcharakter, ist also repräsentativ und ihr solltet die Erkenntnisse um den Schmerzkiller Hanf auf jeden Fall beim nächsten Besuch beim Arzt auch in Deutschland vorlegen.

Vorteile auch beim Entzug von Opiaten

Höchst bemerkenswert ist zudem, dass rund 350 Teilnehmer auch mit Opiaten zu tun hatten und von denen hat ein Großteil nach etwa einem Jahr damit aufgehört und die Leute sind auf Hanf umgestiegen! Das macht die Wissenschaftler in den USA ziemlich hellhörig, aber es wird auch die Notwendigkeit weiterer Studien eingeräumt. Und übrigens: Nicht einmal 10 Prozent der Teilnehmer in Minnesota schreibt dem Cannabis gar keine vorteilhaften Effekte! Diese äußerst geringe Zahl zeigt deutlich die Effekte und Wirkungen der Hanfmedizin bei der Behandlung von chronischen Schmerzen.

Cannabis legal in Nevada: Eine erste Bilanz

Seit letzten Juli schon könnt Ihr in Las Vegas und Co ohne Umwege kiffen und jetzt hat der Legal State Nevada auch mal ein paar Zahlen zum Cannabis vorgelegt. Im ersten erfassten Halbjahr wurden beinahe 200 Millionen Dollar eingenommen! Dem Staat selbst kommen davon gut 30 Millionen Dollar als Steuerabgaben zugute. Es gibt verschiedene Steuern auf Haschisch und Marihuana als frei handelbares Genussmittel, doch die vorherigen Schätzungen waren alle zu niedrig und Nevada macht mit dem Hanf sehr gute Geschäfte.

Hohe Umsätze und Kiffer-Touristen

An diesen Aspekten wird sich kaum etwas ändern: Während in Deutschland noch gelogen und am Bürger vorbeigeredet wird, sind die amerikanischen Legal States bereits dick im Green Business aktiv, es werden Jobs geschaffen, Steuern gezahlt und vor allem der ganze Schwarzmarkt für Cannabis trockengelegt. Wenn in Nevada im Schnitt gut 40 Millionen Touristen im Jahr vorbeischauen, dann wird sich davon ein guter Teil gern auch mal ganz legal einen Joint besorgen, ein paar Gramm Gras und das dürfte zusätzliche Kiffer anziehen.

Energieverbrauch in Colorado legt durch Cannabis zu

Einer der ersten Legal States in den USA, das schöne Colorado entlang der Rocky Mountains, gibt regelmäßig einen aktuellen Überblick zum Verkauf und zum Anbau von Cannabis und dabei sind die Meldungen eben nicht nur blauäugig und schöngefärbt! Nun wird ganz konkret über die Umweltbelastung gesprochen, der THC.Guide hat euch schon mal von dem enormen Energiebedarf durch den Hanfanbau berichtet, auch die Herausforderungen für Boden und Wasserversorgung sind nicht zu unterschätzen. Berichten der Regierung in Denver zufolge verbrauchen die Hanfbauern derzeit rund 4 % der Gesamtenergie in der Hauptstadt von Colorado!

Ist Hanf anbauen schädlich für die Umwelt?

Der immense Anstieg beim Energieverbrauch ist natürlich eine zusätzliche Belastung für Umwelt und auch für die Unternehmen, die oft zehntausende Dollars für die Stromrechnung aufbringen müssen. Es ist gut vorstellbar, dass die Cannabisbauern selbst Lösungen zur Reduktion dieser Kosten entwickeln – oder aber der Staat verfügt neue Umweltrichtlinien, beispielsweise durch den unkomplizierteren Anbau im Freien. Indoor-Growing ist sehr energieintensiv, aber Haschisch und Marihuana sind in den USA nach Bundesrecht noch illegal und riesige Hanfplantagen unter freiem Himmel könnten hier für Ärger sorgen.

Effizienz ist also das Gebot der Stunde und Cannabis als Green Business dürfte schon bald auch bei der Energieversorgung neue, innovative und vor allem umweltschonende Lösungen präsentieren. Immerhin zeigt der hohe Verbrauch zugleich den immensen Konsum und hier eine Balance zu finden ist Aufgabe für alle Hanfbauern nicht nur in den USA.

Arizona bestraft laxe Cannabis-Ärzte

Der Staat im Südwesten der USA ist beim Thema Cannabis ziemlich konservativ, allerdings kannst Du auch in Arizona ein Rezept für Medizinalhanf bekommen. Hier haben allerdings einige Doktoren wenig auf die Richtlinien durch die Gesundheitsbehörden geachtet und nun wurde ein Gesetz auf den Weg gebracht, dass allzu willige Ärzte mit Strafe bedroht. Erinnern wir uns: Die Opioid-Krise in den Vereinigten Staaten basiert im Wesentlichen auf der typisch amerikanischen Gier nach Dollars und viele Mediziner verschrieben stärkste Opiate, ohne sich die Patienten genauer anzuschauen. Aber ist das überhaupt mit dem Rezept für Cannabis vergleichbar?

Medizinalhanf oder Genussmittel?

Ganz konkret beschweren sich Politiker in Arizona, dass viele jüngere Leute eine Marijuana-Card bekommen, ihr Gras kaufen und dann munter kiffen, obwohl überhaupt keine richtige Erkrankung vorliegt. Insgesamt verschreiben wohl keine 30 Ärzte in dem Bundesstaat Hanfmedizin und hier möchte die Politik künftig genauer hinschauen. Bisher konnte die Approbation entzogen werden, wenn der Doktor beispielsweise die einjährige Dokumentation über den Cannabis-Konsum eines Patienten vernachlässigt. in Zukunft soll die Vergabe der Lizenzen zum Verschreiben strenger gehandhabt werden, auch ist bis zu 1 Jahr Knast drin für zuwiderhandelnde Ärzte. Damit beziehen die Hanfgegner Stellung, zumal in Arizona sehr aktive Organisationen massiv gegen jede weitere Legalisierung ihren Sitz haben.

Werden auch in Deutschland Hanf-Doktoren eingesperrt?

Wenn nun Jens Spahn Gesundheitsminister wird, dann sind harte Strafen für verständige Mediziner sicher vorstellbar, zumindest theoretisch. Aber der CDU-Politiker ist nur ein Opportunist, kein Fanatiker und es ist kaum vorstellbar, dass eure Hausärzte wegen einem Rezept für Cannabis hinter Schloss und Riegel landen! In den USA ist die Debatte ähnlich wie in der Frage nach den Schusswaffen viel giftiger und große Lobbygruppen pumpen Geld in pro- und contra Aktionen. Aber Angst erzeugen, das geht immer und die Mediziner verunsichern, das ist in Deutschland ohnehin schon die Regel durch fehlende Behandlungsanweisungen oder auch durch die Ignoranz der Politik gegenüber der Willkür durch die Krankenkassen bei der Übernahme von Hanfrezepten. Falls es hierzu wichtige Entwicklungen gibt, werden wir euch beim THC.Guide umgehend in Kenntnis setzen.

 

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