Bisexuelle Frauen kiffen

Warum weisen Statistiken einen viel höheren Cannabiskonsum aus bei bisexuellen Frauen als bei Heteros oder Lesben? Sind Angststörungen und sozialer Druck hier die Ursachen? Image by Kurious on Pixabay

Sexualität ist ja Privatsache, aber wenn wie in Berichten zu lesen, bisexuelle Frauen dreimal so viel kiffen wie Hetero-Frauen, dann müssen wir schon genauer hinschauen. Bisexualität ist empirisch betrachtet offensichtlich eng verbunden mit dem Konsum von Hanf, schließlich rauchen hier auch gut 40% der Damen, während Lesben und eben Normalos auf Werte um die 10% kommen! Aber warum ist Bisexualität so häufig im Zusammenhang mit Haschisch und Marihuana und was kann die Wissenschaft zu diesem interessanten Aspekt sagen derzeit?

Warum gibt es eine Korrelation zwischen Bisexualität und Cannabiskonsum?

Bisexuelle stehen auf beide Geschlechter, was zum einen durchaus natürlich sein kann – Stichwort männliche Brustwarzen – kulturell aber aus den üblichen Gründen meistens abgelehnt und sanktioniert wird. Glücklicherweise hat die Inquisition heute nur noch in Asien Macht in den Köpfen der Menschen, so dass sich gerade Frauen viel besser ausleben können – und dabei eben auch gerne zum Hanf greifen, gleich ob nun klassisch im Joint oder hypermodern mit Vaporizer als Lifestyle und Medizin. Interessanterweise gibt’s die Statistik, den Überhang bei bisexuellen Männern nicht und das könnte bedeuten, dass noch weitere Faktoren für den starken Konsum beim Gras eine Rolle spielen.

Angststörungen und Cannabis

Die meisten Studien zum Thema Hanf und Bisexualität fokussieren auf das Problem von Angststörungen. So sind die Betroffenen auf mit Ängsten konfrontiert, was häufig mit den sozialen Umständen zusammenhängt – bisexuelle Menschen fühlen sich meistens nirgendwo zugehörig, weder zu den Normalos noch zu den Schwulen und Lesben als entsprechend autonome Gruppe gegenüber den gesellschaftlichen Standards. Ausgrenzung nun ist ein häufiger Grund, um nach dem Joint mit dem Cannabis zu greifen – aber warum sind die Raten dann viel geringer beim Kiffen, wenn es wie beschrieben um bisexuelle Männer geht? Was macht Frauen für Cannabis so anfällig?

Derzeit halten Forscher Diskriminierung für einen sehr wahrscheinlichen Grund. Wir brauchen hier keine MeToo-Sexismus Debatte führen, um das Problem zu verstehen, das viele Leute und eben offensichtlich wegen der Sexualität gegängelte Menschen Hanf rauchen lässt. Cannabis hilft bei Ängsten sehr gut, die Indica Sorten beruhigen und helfen beim Einschlafen. Gut möglich, dass früher die bisexuellen Frauen sich entweder selbst verleugneten oder eben endlos Valium eingeworfen haben – heute freilich wird der Hanfkonsum konkret von der Wissenschaft erfasst und untersucht.

Sensationsgier und die 15 Minuten Ruhm dank Hanfkonsum plus Bisexualität?

Die Formel für Scheinprominenz ist nicht sonderlich kompliziert: Man packe ein paar Online-Aktionen zusammen mit sexuellen Aufregern wie eben der Bisexualität und schütte noch ein paar Drogen dazu – fertig ist der neuste Aufreger und einige Psychologen gehen daher auch von Sensationslust vieler scheinbar Betroffener aus. Zu unklar ist die Studienlage sonst beim Thema Angststörungen, Sexualität und Cannabis, so dass viele Ansichten zirkulieren. Es gibt Theorien, nach denen bisexuelle Menschen generell einen sehr hohen Geltungs- und auch Erkundungsdrang haben, neugierig sind – aber als Erklärung für das Kiffen reicht es ebenso nicht aus.

Mentale Beschaffenheit – diese Zauberformel ist nicht erst seit den Untersuchungen von Michel Foucault zum „Normalen“ in der Moderne überall präsent und selbstverständlich ist das Lebenskonzept Bisexualität dem Beschuss von allen möglichen Seiten ausgesetzt. Menschen sollen sich entscheiden, klar sein in ihren Bestrebungen, eindeutig zuzuordnen – und wer das nicht kann, der gerät schnell aus der Spur. Öfters zu kiffen ist zwar nicht schlimm, kann aber bestimmte Leute mit der Veranlagung zur Isolation noch weiter von sozialen Kontakten entfernen!

Fakt ist: Der Zusammenhang von Cannabiskonsum und Bisexualität bei Frauen ist offensichtlich, aber bis dato auch nicht in seinen Ursachen abschließend zu klären. Zweifellos dürfte sozialer Druck auf bestimmte Rollenmuster hier nicht unwichtig sein, aber wir warten lieber auf weitere Untersuchungen mit dann hoffentlich auch empirisch noch besser belastbaren Daten.

Quellen:

ncbi.nlm.nih.gov
sciencedirect.com

 

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