CBDV Cannabinoid

Was ist eigentlich CBDV, das sogenannte Cannabidivarin, im Detail und woran forscht derzeit die Wissenschaft, um diesen Bestandteil der Hanfpflanze künftig therapeutisch einsetzen zu können? (Bild von Benrr101 – Own work, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=22209941)

Kiffer und aufmerksame Hanfpatienten wissen, dass nicht die Bundesregierung beim Cannabis die Wahrheit erzählt, sondern die Wissenschaft. Hier wird nun quasi täglich eine neue Versuchsreihe zu Haschisch und Marihuana gestartet und dabei stehen immer mehr die einzelnen Cannabinoide im Fokus. THC ist das Tetrahydrocannabinol und das kennen wir alle als Verursacher für den Rausch im Kopf, dazu kommt mit Cannabidiol das CBD als körperaktiver Booster. CBD und THCA tauchen gleichfalls immer öfters auf im Labor und in Hanfprodukten. Nun aber wollen wir mal CBDV vorstellen – das Cannabidivarin lässt sich sowohl aus dem berauschenden Gras wie auch aus dem Nutzhanf gewinnen.

Wie CBD ist CBDV ebenfalls nicht psychoaktiv!

Die Struktur ist ähnlich und Cannabidivarin wirkt isoliert körperlich, also nicht im Kopf und das macht einen künftigen therapeutischen Einsatz wie beim CBD schon jetzt denkbar. Gefunden wird es vor allem in Hanfsorten aus Asien und Afrika und dort auch mehr im Indica-Gras. Wenn zudem ein Cannabis besonders viel CBD aufweist, dann dürfte auch mehr CBDV zu finden sein – das Zusammenspiel ist offensichtlich im Pflanzenmaterial.

Welche therapeutischen Möglichkeiten zeichnen sich ab?

Derzeit wird das CBDV vor allem hinsichtlich einer Wirkung bei Krämpfen erforscht. So kennen wir Epidiolex als erstes bundesweit in den USA zugelassenes Hanf Medikament und die Firma GW Pharmaceuticals mit dem Patent forscht ebenfalls ausführlich an der Entwicklung eines Präparats mit dem neuen Cannabinoid. Ziel ist die Reduktion von Krampfanfällen, etwa bei Epilepsie. Sowohl in vitro wie auch in vivo scheint das im Labor beim Test zu funktionieren – der Hanf offenbart ein weiteres Mal seine ungeheure therapeutische Potenz!

Bei weiteren Projekten konnte CBDV im medizinischen Bereich überzeugen:

  • neurologische Schäden beim Rett-Syndrom mit dem fehlerhaften X-Chromosom betreffen Frauen und die damit einhergehenden Spastiken und Sprachstörungen lassen sich mit dem Cannabidivarin offenbar gut behandeln,
  • Mäuse beim Test im Labor mit geschädigter Memorierung konnten sich nach der Gabe des Cannabinoids besser erinnern,
  • Muskelschwäche durch chronische Entzündungen und Schäden am Skelett lässt sich mit dem CBDV lindern, weil Patienten bei Versuchen die Gliedmaßen leichter bewegen können,
  • Epilepsie bei Kindern könnte mit dem Stoff gut behandelt werden und
  • auch Übelkeit ist als Indikation ein Thema, weil das CBDV als Agonist für CB1 Rezeptoren fungieren kann und damit den Brechreiz reduziert.

Entdeckt wurde das Cannabidivarin übrigens schon vor 50 Jahren – doch im Zuge der Anti-Hanf Politik blieb es lange unerforscht wie die anderen Cannabinoide im Wesentlichen auch. Dank der jüngsten Untersuchungen nun bekommen wir endlich Zugriff auf die medizinische Potenz der Hanfpflanze in ihrem gesamten Spektrum – weitere Bestandteile dürften uns in den nächsten Jahren ebenfalls spannende Ergebnisse zu Therapie und gesundheitliches Wohlbefinden liefern. 

Weitere Quellen: 

Ncbi.nlm.nih.gov

Sciencedirect.com