Cannabis in EuropaDie Hanf Weltkarte wird immer grüner, ein Staat nach dem anderen entscheidet sich für die Freigabe von Cannabis und nun gibt es nach Uruguay und Mexiko endlich auch mal wieder europäische Staaten, die eine Veränderung der Gesetzeslage bestätigen. Ein Schelm freilich ist, wer angesichts der Bemühungen ausgerechnet aus Italien und Griechenland an die Schuldenkrise denkt, aber gerade Hellas braucht dringend Einnahmequellen, schließlich wollen die Griechen bekanntlich an den Finanzmarkt aus eigener Kraft zurückkehren. Ob Haschisch und Marihuana dabei eine Hilfe sind?

Cannabis als Medizin in Griechenland

Bevor der Hanf Steuern in die chronisch leeren Kassen des Alexis Tzipras spült, dürfte noch eine Weile Wasser durch den Kanal von Korinth fließen, denn zunächst einmal gibt es Marihuana wie auch in Deutschland oder Polen nun in Griechenland auf Rezept. Künftig können verständige Doktoren zwischen Kreta und Akropolis das Cannabis verschreiben, eine Liste mit den dafür in Frage kommenden Leiden und Beschwerden wird im Moment erstellt und soll den Hanf Ärzten als Maßgabe für eine Therapie dienen.

Unbekannt ist jedoch, wie es um den Vertrieb steht, das Weed wird bei den Griechen bisher nicht angebaut, obwohl Hochland und Hitze im Mittelmeer sicher keine schlechten Bedingungen bieten würden. Aber wie anderswo hat auch bei den Griechen die Ideologie eben verhindert, was liberalen, flexiblen Ländern wie Kanada nun zum Vorteil gereicht, die werden nämlich das Gras liefern und investieren im Moment viel Geld in Produktion und Logistik.

Italien und der Nutzhanf im Fokus

Um Cannabis als Medizin dreht sich die Debatte am Stiefel zwischen Rom und Mailand nicht, vielmehr geht es in Italien dieser Tage um den Nutzhanf, also die rauscharme Variante der Graspflanze. Anfang des Jahres wurden die Gesetze gelockert, die Bauern in Kalabrien und anderswo können nun einen THC Anteil von immerhin 0,6 % durchgehen lassen beim Anbau und hier erhofft man sich offenbar noch ganz andere ökonomische Chancen. Nutzhanf ist seit Jahrtausenden in Gebrauch und dient für eine Vielzahl von Materialien von der Mode über Dämmstoffe bis hin zum Segel und auch agrartechnisch gibt es einige Vorteile. So profitiert beispielsweise ein überdüngter beziehungsweise erschöpfter Boden vom Hanf Anbau, die Pflanze sorgt für eine Restrukturierung und entgiftet die Erde recht zuverlässig.

Der vergleichsweise hohe Wert an THC erlaubt es den Landwirten in Italien, sich ohne ständigen Stress mit den Carabinieri um ihre Felder zu kümmern, allerdings ist der Nachweis höherer Werte im Hanf dann auch ein zu ahndender Gesetzesverstoß! Trotzdem wird die Landwirtschaft profitieren, da in so gut wie allen anderen europäischen Staaten der THC Grenzwert bei 0,2 % für den Nutzhanf liegt und der wichtige Rohstoff mit seinen vielen Verwendungsmöglichkeiten könnte der darbenden italienischen Wirtschaft zumindest einen kleinen Cannabis Boom bescheren.

 

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