Joe Biden Kiffer

Mal wieder was Neues vom US-Präsidentschaftskandidaten Joe Biden, der kennt Kiffer nämlich gut und formte sich so eine Meinung über Cannabis (Bild von Tumisu auf Pixabay).

Während Donald Trump im Weißen Haus sitzt und beim Thema Cannabis nichts tut, fragen die Leute öfters mal über den Kiffer nach bei Joe Biden, der soll ja schließlich im Herbst für die Demokraten den Wahlkampf gewinnen. Freilich ist der Ex-Vize von Präsident Obama beim Hanf etwas verwirrt oder er kennt sich nicht aus oder beides, denn seine Auslassungen über Haschisch und Marihuana reichen von Unkenntnis der Lage bis zur Wiederholung uralter, längst widerlegter Thesen. Langsam raffte Joe Biden aber auch, dass sich beim Cannabis viele Wähler für einen klaren Standpunkt pro Legalisierung interessieren und so versucht er hier seit Wochen nun zu punkten. Im Detail wirkt das aber ein bisschen unfreiwillig komisch wie neulich, als der Kandidat meinte er kenne Kiffer sehr gut und wisse aus diesen Erfahrungen welche Drogenpolitik für die USA geeignet sei.

Gefängnis für Hanf nicht mehr zeitgemäß

Immerhin räumt Joe Biden das gleich ein im Gespräch und besonders gelte das für Cannabis. Doch gleich im nächsten Satz reitet er wieder auf dem Konzept der bloßen Entkriminalisierung beim Besitz herum, ist bei der echten und vollständigen Freigabe auf Bundesebene wie gewohnt zögerlich. Als lehnt er die Diskussion über Details ab, das kennen wir auch in Deutschland aus der Politik, und erklärt lieber noch mal seine Weigerung gegenüber einer echten Reform bei Haschisch und Marihuana. Dabei stoßen dem Kandidaten vor allem folgende Punkte auf:

  • Ist Cannabis eine Einstiegsdroge, von der die Leute dann alsbald auf Heroin und Crystal Meth umsteigen?
  • Schädigt Cannabis langfristig das Gehirn?
  • Wann kommen zum Hanf klare Studien für politische Reformen?

Nun gibt es dazu eine Menge Untersuchungen, die US-Legal States praktizieren die Freigabe und wir sind schon überrascht, wie Biden hier versucht weiter zu verzögern. Seine Auslassungen klingen aber immer auch sehr unbedarft und vielleicht bewirbt sich hier schlicht ein Politiker um die Präsidentschaft, der seine Lebenserfahrung über die Erfahrungen aus Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft stellen möchte?

Kiffer sind die besten Lehrmeister!

Die Leute von der Presse meinen im Interview, man könne Erkenntnisse durch die vielen Kiffer gewinnen, die seit Jahrzehnten Gras rauchen und Biden stimmt zu: Er kenne die Kiffer, viele von denen und ihr Verhalten habe ihn zur Ablehnung gegenüber Cannabis gebracht! Das ist in etwa so wie wenn Markus Söder über das Oktoberfest spaziert und die vielen Besoffenen ihn an seine Kindheit erinnern, er also aufgrund dieser Erfahrungen den Suff im Freistaat Bayern fördert. Persönliche Erlebnisse zur alleinigen Entscheidungsgrundlage machen und das auch noch als bei einer Wahl ins Weiße Haus mächtigste Person der USA – das ist wahlweise schwach, überheblich oder mal wieder ignorant beim demokratischen Bewerber. Da denken wir gleich an Jeff Sessions, der war mal Justizminister und meinte, Cannabis Konsumenten wären keine guten Menschen!

Also bleibt es beim Biden Programm für Haschisch und Marihuana als Makulatur:

  • Entkriminalisierung beim Besitz von Gras,
  • Löschung früherer Vergehen rund um Cannabis aus dem Strafregister,
  • Cannabismedizin auf Rezept in allen Bundesstaaten und
  • Subsidiarität gegenüber der Entscheidungsgewalt der Bundesstaaten, die seit Jahren Hanf legal in vielen Fällen einfach auf deren Ebene durchgeführt haben.

Der Willkür vieler Bundespolizisten an den Staatsgrenzen wäre damit kein Riegel vorgeschoben, gerade die Schwarzen leiden hier überproportional bei Verhaftungen. Wie der Demokrat hier die überwältigende Zustimmung der Amerikaner zu Cannabis legal ignorieren und stattdessen überholte Formel wiederkäuen kann, ist nicht nur politischen Beobachtern unverständlich.