Autofahren für Hanfpatienten

Bekifft Autofahren für Hanfpatienten erlaubt? Wir werfen mal einen Blick auf zwei aktuelle Urteile, die haben Einfluss auf den Hanf am Steuer, was in Deutschland trotz legaler Cannabismedizin immer noch von den Behörden willkürlich gehandhabt wird. (Bild von Ralph Klein auf Pixabay)

Neue Urteile gibt’s gerade frisch zum Thema Cannabis am Steuer. Hier hatte sich die Verbotspolitik bekanntlich besonders intensiv geriert und auf immense Gefahren durch bekiffte Autofahrer beschworen, auch wenn die wirklich allermeisten Unfälle im Straßenverkehr unter Drogeneinfluss auf den legalen und gepriesenen Alkohol zurückzuführen sind. Diesen Blödsinn endlich zu beenden haben sich nun endlich auch mal Gerichte zum Thema gemacht, schließlich ist Cannabis als Medizin mittlerweile legal – eine Bestrafung von Patienten ist aber selbst den Verantwortlichen in der Bundesrepublik Deutschland zu blöd.

Hanf als Medizin: Bekifft Autofahren für Hanfpatienten jetzt erlaubt?

Eigentlich ist es selbstverständlich, dass sich Patienten, die Cannabis auf Rezept konsumieren, auch ans Steuer setzen dürfen. Alles andere wäre diskriminierend – bei Opiaten und Benzodiazepinen wird lediglich gewarnt vor den berüchtigten schweren Maschinen, doch wer dann in die Polizeikontrolle gerät, braucht keine Folgen zu befürchten. Anders beim Hanf, da geht’s direkt an die Führerscheinstelle, da wird gegängelt und gestraft was das Zeug hält. Die MPU als Idiotentest war lange Pflicht beim Kiffen, schließlich sind auch Hanfpatienten am Ende Idioten und Verbrecher, so die Ansicht in der deutschen Gesundheitspolitik.

Zugleich ist bekannt: Cannabiskonsumenten dürfen sehr wohl fahren, wenn die Medizin die Fahrtüchtigkeit nicht gefährdet! Experten nennen hier oft eine über sechs Wochen dauernde Phase, in der Hanf gewissermaßen vom Organismus aufgenommen wird – danach ist eine Unsicherheit am Steuer sehr unwahrscheinlich. Hier entscheidet der Arzt und nicht der selbstverliebte Streifenpolizist, der es dem Innenminister Seehofer Recht machen will in dessen Hatz auf Kiffer und Hanfpatienten.

Es reicht ein Blick in den Paragraph 14 der Führerscheinverordnung. Dort ist klar geregelt, wie Cannabis anderen verschreibungspflichtigen Medikamenten gleichgestellt wird und ein offensichtlich missbräuchlicher Konsum wie etwa zwanzig Joints auf dem Autodach vor der Ort oder so ist nicht erlaubt. Die Polizei muss also eigentlich erstmal checken, ob die angehaltenen Hanfpatienten die Cannabismedizin nach Vorschrift einnehmen – aber genau das passiert wie zu erwarten faktisch fast gar nicht!

Aktuelle Urteile stärken die Rechte von Hanfpatienten

Mittlerweile wehren sich die Leute endlich gegen staatliche Willkür und weil wir vorgeblich noch in einer Gewaltenteilung leben, mischen sich manchmal auch Gerichte ein und helfen dem Bürger bei seinem Recht. So entschieden faire, unabhängige Richter tatsächlich jüngst pro Cannabis und selbst regionale Rechtsausschüsse mischen dadurch die bisherige Polizeipraxis kräftig auf in deren brutaler Gesetzlosigkeit:

  • im Saarland wurde einem Patienten Recht gegeben, der leidet unter ADHS und therapierte sich einfach selbst mit Cannabis, illegal zunächst, später mit einem offiziellen Rezept. Ärzte legten einen Bescheid vor zur uneingeschränkten Fahrtüchtigkeit – doch die zuständige Führerscheinbehörde tat alles, um hier die Fahrerlaubnis entziehen zu können! Am Ende durchschaute der lokale Rechtsausschuss diese miesen Machenschaften und der Patient muss nun keine MPU durchlaufen, da alles beim Hanf vom Doktor mit rechten Dingen zugegangen ist,
  • in Düsseldorf erlaubt ein aktuelles Urteil deutlich und direkt die Teilnahme von Hanfpatienten am Straßenverkehr. Zwar ist der Hinweis, nach dem Patienten die Einnahme von Cannabis besser steuern als Genusskiffer, ein bisschen dämlich, aber immerhin ist das Autofahren nicht eingeschränkt. Sowohl die Leistungsfähigkeit, die verantwortungsvolle Einnahme und die Verordnung aus medizinischen Zwecken – allesamt wichtige Aspekte für die Fahrtüchtigkeit – sind in dem besagten Fall erfüllt und so gibt es keinen Grund für ein Verbot am Steuer.

In den USA und Kanada gibt es übrigens viele Studien, die zeigen keinen Anstieg von Verkehrsunfällen, die durch den Konsum von Cannabis verursacht sind. Überhaupt sinkt die Zahl eher und die Leute sind nicht so verantwortungslos, wie das die Politik in Deutschland gerne verkaufen will. Merkt Euch also diese Urteile und tretet ein für eure Rechte als Kiffer wie Hanfpatient – die aufgeblasenen Polizisten sind nur Chargen ohne Verstand und Übersicht.