Cannabis kaufen Tankstelle

An einer Tankstelle in Kanada Cannabis kaufen geht zumindest metaphorisch auch mit einer Bezahlung durch Benzin, dachte sich zumindest ein Kunde (Bild von IADE-Michoko auf Pixabay).

Eignen sich die Genussmittel Haschisch und Marihuana als Tauschmittel? Diese Frage stellte sich jüngst im pittoresken Bundesstaat Ontario in Kanada, wo ein solcher Versuch durch Kundschaft unternommen wurde, die gerade kein Geld dabei hatte zum Bezahlen von Benzin an der Zapfsäule. Im Städtchen Brampton knallte ein Mann erstmal schön den Wagen voll mit Treibstoff und dachte, dass nach der vor Ort schon lange gültigen Legalisierung von Cannabis kaufen auch die Tankstelle ein bisschen Gras akzeptieren könnte. Leider waren die Besitzer der Station am Highway 10 nicht angetan und riefen die Polizei, die den Kiffer im Bericht als „intoxicated“, also berauscht bezeichnet.

 Kiffen beim Autofahren als Risiko

Das muss man schon zugeben, denn obwohl Cannabis vielen Studien zufolge weit geringere Risiken beim Führen eines KFZ´s mit sich bringt als das Trinken von Alkohol rät der THC.Guide und rät die seriöse Wissenschaft auch nach einer Legalisierung davon ab. Der tauschwillige Typ in Kanada war dann wohl schon ziemlich breit, aber keineswegs aggressiv oder plante einfach abzuhauen ohne für den Sprit zu zahlen – das Angebot mit dem Hanf als Tauschmittel ist daher vor allem eine lustige Story aus Übersee. Die Cops nahmen ihn gleich mit auf die Wache, aber dort wurde der Herr mit THC im Blut keineswegs verprügelt oder beleidigt wie das öfters immer noch in Deutschland vorkommt, erhält aber für die Aktion durchaus auch eine Strafe.

Offenbar muss der Kiffer für drei Monate den Führerschein abgeben und eine Woche lang auch das Auto, dazu kommen vielleicht noch Gerichtskosten, teilte die Polizei von Ontario in einem Statement mit. Klingt nicht ganz so hart, denn bei uns wäre wahrscheinlich Knast befohlen, ein lebenslanger Entzug der Fahrerlaubnis und wenn irgendwie machbar öffentliche Demütigung und Befriedigung der örtlichen Behörden. Bleibt am Ende noch die Frage ob Gras als Tauschmittel vielleicht doch funktionieren kann.

Cannabis Social Clubs: Hanf Tauschen auf Malta und in Spanien

Zuerst kamen die Spanier auf mit der Idee, das Kiffen zwar nicht direkt zu erlauben, wohl aber den Konsum der Leute und den Austausch von Marihuana untereinander freizugeben. Malta hat vor einigen Monaten nachgezogen. Bei sogenannten „Cannabis Social Clubs“ dürfen Mitglieder das Gras anbauen und bis zu einer bestimmten Menge besitzen, die sich dann ganz bequem tauschen lässt mit anderen Kumpels im Kiffer Verein. Bei uns ist das bekanntlich keine Option, weil die Regierung unbedingt schnüffeln will was vor allem Hanfkonsumenten so tun in der Freizeit, aber immerhin bekommt auch Deutschland nun bald eine Freigabe mit dem Verkauf der Cannabinoide im Fachgeschäft. Ob wir dann auch Cannabis online kaufen können und bestellen ist noch nicht klar, aber dem Postboten dann ein wenig Dope anbieten dürfte funktionieren.

Zugleich wissen Experten etwa aus der Geschichte, dass Rohstoffe und bestimmte Güter von Gold bis Salz lange Zeit als Tauschmittel und Währung im Umlauf gewesen sind. Die genannten Clubs verzichten sehr wohl auf monetäre Abbildung von Hanf. Freilich ist die Unze Gold mit einer festen Anzahl Karat immer gleich, während es Marihuana mit viel oder wenig THC gibt, höheren Anteilen CBD und so weiter. Das macht eine Nutzung zum Tausch von Gütern auf dem freien Markt wie an der Tankstelle in Ontario schwierig. Die erwähnten Mitglieder von Cannabis Social Clubs regeln das aber je nach Potenz der Grasblüten oder eben vom Haschisch – was stärker knallt und wirkt hat einen etwas höheren Wert als Hanf, der recht soft daherkommt.

Die Beamten in Kanada wie auch bundesdeutsche Behörden folgen deshalb in ihrer ablehnenden Haltung gegenüber Weed als Zahlungs- und Tauschmittel vor allem dem römischen Kaiser Vespasian, der Kritik bekam für die Einführung einer öffentlichen Gebühr für Toiletten in der antiken Metropole. Wahrscheinlich würde man sich auf dem Amt am Geruch stören, denn von Rom bis heute gilt unter Herrschern aller Art weiterhin die Devise:

„Pecunia non olet.“ (Geld stinkt nicht)