Grüne als Kifferpartei

Die Freien Wähler sitzen in Brandenburg nun im Parlament, könnten vielleicht sogar mitregieren – und schimpfen schon auf Cannabis wie bayrische Rohrspatzen. (Bild von Michi S auf Pixabay)

Gerade sind die Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg vorbei, da überbieten sich die beteiligten Parteien schon in Erfolgsmeldungen wie das immer so ist – oder beschimpfen eben beim Hanf wahlweise auch den politischen Gegner. Heute präsentieren wir hierzu passend einmal die sogenannten Freien Wähler und deren Position zum Cannabis, schließlich könnten diese wie ein Schützenverein aus Bayern auftretenden Leute vielleicht ja in Brandenburg sogar in einer künftigen Regierung sitzen.

Freie Wähler Chef sitzt in Bayern und wettert gegen Cannabis

Wir schauen uns gleich mal die Positionen dieser Vereinigung zu Haschisch und Marihuana näher an, vielleicht hält zumindest dem Namen nach so mancher Kiffer oder auch Hanfpatient die Freien Wähler für eine Partei der Freiheit und Bürgerrechte? Das sind sie wirklich nicht, das werden wir gleich sehen – und ganz aktuell beschimpft dann auch der Chef, ein bayrischer Herr namens Hubert Aiwanger, direkt die Grünen als Kifferpartei.

Damit ist zweierlei beabsichtigt: Einmal versucht der Aiwanger die Grünen als Partei abzuwerten, das sind offenbar seine politischen Gegner in Bayern und nun auch im Osten, wo die Freien Wähler mit Positionen aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit um Stimmen werben. Und dieser politische Angriff ist ja auch in Ordnung, denn die Grünen sind bekannt faul und dumm, kennen selbst im Führungspersonal den Unterschied nicht zwischen Kobalt und Kobold – daher ist die Attacke vom Oberschrat Aiwanger geschenkt. Viel bedenklicher ist mal wieder der Versuch, Kiffen und damit Cannabis in der Summe als gefährlich, schlecht, böse abzustempeln – sind die Freien Wähler beim Hanf noch schlimmer als die AfD?

Wie stehen Freie Wähler zur Cannabis Legalisierung?

Die Positionen dieser Partei, die wie beschrieben ihren Ausgang in Bayern hat und damit quasi auch bei der CSU und deren Kalkriesen, sind beim Cannabis knochentrocken und steinhart:

„Wir Freie Wähler sind gegen die Legalisierung von Cannabis und lehnen deshalb entsprechende Modelle zur Legalisierung ab.“

Es wird extra tautologisch argumentiert, also doppelt, damit es auch jeder rafft – keine Freigabe und auch keine Überlegungen, wie eine Freigabe von Haschisch und Marihuana aussehen könnte mit den Freien Wählern! Frei sind die nämlich gar und gar nicht, sondern bierernst und wollten sich von Bayern aus als konservative Option gegenüber der CSU und dann auch CDU präsentieren. Im Prinzip also ein größerer Schützenverein, in dem Männer das Sagen haben, viel Bier getrunken wird zum Wohle des Landes und ansonsten herrscht Stammtischmentalität.

Das ist nicht immer schlecht und hinterwäldlerisch, doch wer öffentlich Kiffen und Partei zu Schimpfworten aus Eigeninteresse kombiniert und zugleich keinerlei politischen Lösungsansätze beim Hanf überhaupt auch nur zum Denken erlauben will, der ist in 2019 nun wirklich keine Alternative! Zum Vergleich will die AfD Cannabis immerhin anders bestrafen, als Ordnungswidrigkeit, wenn auch mit harten Bußgeldern. Aber das ist nicht so ganz hinter dem Mond wie die Freien Wähler, in deren Bierzeltwelt eine moderne Drogenpolitik überhaupt nicht vorkommt und wo Kiffen, Hanfmedizin und moderne Forschung wahrscheinlich als Versuchung durch den Leibhaftigen betrachtet werden.