Cannabis Aktien KW49

In der vorvorletzten Handelswoche drehte sich bei Cannabis Aktien das Interesse um Nutzhanf, um vorsichtige CBD Käufer und Kiffer in Europa (Bild von Ahmad Ardity auf Pixabay).

Das Jahr an der Börse neigt sich dem Ende zu und Cannabis Aktien stehen auch in der KW 49 vor Weihnachten im Interesse der Anleger. So wird derzeit kritisch beäugt, dass in den USA viele Leute beim Kauf von CBD Zurückhaltung üben – dort hatte die FDA als oberste Gesundheitsbehörde jüngst mehr Regulierung zur Einhaltung von Qualitätsstandards gefordert. Dafür tut sich aber immerhin ein bisschen was bei den Banken, die bisher mit Cannabis Unternehmen fast keine Geschäfte machen, was sich nun beim industriell verwendeten Hanf gerade ändert. Wir schauen dazu auch nach Europa, wo Investoren für 2020 eine Rally am Finanzmarkt erwarten bei Hanf Papieren und in Brasilien sowie Kanada gabs ebenfalls einige für Aktien interessante Entwicklungen.

Aktuelle Entwicklungen an der Börse

Das enorm erfolgreiche Geschäft mit CBD als dem nicht berauschenden Cannabidiol aus der Hanfpflanze hat den entsprechend aufgestellten Unternehmen in den letzten Monaten tolle Umsätze beschert. Nun aber gibt’s hier einen Dämpfer, weil wohl auch eine Menge Schrott auf dem Markt ist – Berichten und aktuellen Tests zufolge schwindeln nicht weniger CBD Produzenten bei der Zusammensetzung der Präparate, vor allem beim eigentlichen Gehalt des begehrten CBD! Sowas gefällt Verbrauchern vom Kiffer bis zum Hanfpatienten natürlich nicht und es braucht auch laut FDA als Medizinbehörde in den USA hier dringend mehr Kontrolle.

Wenigstens wurde in der Kalenderwoche 49 verkündet, dass Banken nun endlich mit Firmen Geschäfte machen dürfen, die in den USA im Nutzhanf Business tätig sind. Hier gab es bekanntlich eine Neubewertung des industriell hergestellten Cannabis ohne Rausch und THC und die Bundesbehörden haben nun den Banken hier die Bahn freigemacht. Gut möglich, dass sich daraus ein neuer Boom entwickelt, schließlich lässt sich CBD und vieles mehr aus Nutzhanf herstellen und das volle Potential der Branche konnte sich bisher aufgrund der fehlenden Kreditangebote nur in Ansätzen entfalten – die Nachfrage ist in jedem Fall enorm und dürfte beteiligten Cannabis Aktien gute Geschäfte bescheren. Weiterhin ungeklärt ist jedoch die Zusammenarbeit von Banken mit Firmen, die berauschendes und als Medizin wirksames Haschisch und Marihuana herstellen.

Experten vergleichen die Situation beim Cannabis in Europa ein bisschen mit der Lage in Kanada vor fünf Jahren: Es wird herumgeeiert, aber jeder kann sehen, dass eine Hanf Legalisierung kommen wird – auch in der EU lassen sich Fortschritt in der Medizin und eine Alternative zu Bier und Alkohol, dazu weniger schädlich, nicht auf Dauer unterdrücken. Anleger wittern hier im kommenden Jahr bei entsprechenden politischen Entwicklungen einen Boom. der wird sich ganz folgerichtig auch zeigen bei der Bewertung von Hanf Papieren an der Börse. Die Finanzmärkte werden aktuellen Trend hin zur Freigabe schnell abbilden, das zeigt die anvisierte Listung von vielen neuen Cannabis Aktien in Europa.

Verzögerungen und eine Überraschung: Kiffer und Hanfpatienten müssen in Kanada vielerorts noch warten auf die seit Oktober erlaubten Edibles als Cannabis zum Essen und Trinken. Die Gründe für diese Verzögerung liegen bei den Firmen selbst, die haben wohl Schwierigkeiten bei der Herstellung und Belieferung bis in die fernen Provinzen des eiskalten Yukon und Co. Demgegenüber hat aber Brasilien völlig überraschend Hanfmedizin erlaubt und hier lassen sich die großen wirtschaftlichen Chancen bei einer solch großen Bevölkerung kaum übersehen. 

Marihuana Index und Performance von Cannabis Aktien

Um durchschnittlich 1% ging es runter für Papiere rund um Haschisch und Marihuana. Der North American Index zeigte in der KW49 eine leicht bessere Performance für Unternehmen aus Kanada, wo eben Gras überall legal ist und nicht nur wie in einigen Bundesstaaten wie in den USA. Beim Volumen ging der Handel etwas zurück, was aber normal ist vor Weihnachten – an der Spitze stehen wie zu erwarte die Blue Chips, die von Investoren auch gerne im Day Trading gehandelt werden.

Ausgewählte Aktien im Überblick

  • Canopy Growth: Fast schon eine Art Inline Option, die sich hier bietet – Canopy Growth steckt in einer Spanne um die 16 Euro fest und wer meint, das würde über die Feiertage so bleiben, der kann ja mal nach einen Zertifikat Ausschau halten. Das Unternehmen verspätet sich in Kanada mit Cannabis zum Essen und Trinken, was nicht gut ist für den Umsatz mit THC Schokolade unterm Weihnachtsbaum.
  • Aurora Cannabis: Fallendes Messer, Spreu vom Weizen – die Kommentare der Analysten klingen derzeit gar nicht gut bei Aurora Cannabis und das lässt den Kurs weiter sinken, auf um die 2,20 Euro. Ob 2020 hier einen Rebound bringt und wenn ja: Auf Basis welcher Nachrichten bei den aktuell so hohen Kosten des Unternehmens?
  • Tilray: Kostet derzeit ebenfalls um die 16 Euro und etwas mehr und irgendwie sieht der Chart nicht nach einem Boden aus – der Kurs von Tilray sackt immer weiter ab, fängt sich kurz, testet dann wieder die niedrigen Preise und wir sind wirklich gespannt, ob das Unternehmen mit der Anfang des Jahres noch dreistelligen Bewertung endlich die Kurve kriegt.
  • Aphria: Unser kleiner Geheimtipp scheint eine echte Turnaround Story vom Stiefkind zum Superstar – gerade gab es gleich mal 80 Millionen Dollar Kapital von Investoren, was Aphria langfristig unbesorgt wirtschaften lässt. Bei den Cannabis Anbaukosten ist die Firma Spitze im Vergleich zu den Konkurrenten und bei aktuellen Kursen von um die 4,20 Euro werden sicher noch mehr Leute zugreifen.
  • Deutsche Cannabis AG: Fällt runter auf nun gut 80 Cent und wahrscheinlich ist das der Ausverkauf, den ein Papier ohne News und klare Informationen wohl verdient – bei der Deutschen Cannabis AG kommen immer nur Neuigkeiten rund um Bilanzfälschung oder Insiderhandel und das sind schwerlich Gründe für einen Einstieg in diese Firma.
Ausblick auf die Kalenderwoche 50/2019

Vor Weihnachten und dem Jahreswechsel legen sich viele Investoren noch mal ein paar Aktien ins Depot für die Bilanz gegenüber den Anlegern – ob Cannabis Papiere dabei sind müssen wir sehen. Vor einem Jahr gabs um diese Zeit eine dicke Rally und vielleicht nutzen die Anleger die niedrigen Kurse für einen Rebound. Auch wären Informationen über Gras Verkäufe im Weihnachtsgeschäft interessant um sehen, wie viel Kohle Kiffer und Hanfpatienten hier in die Hand nehmen für Geschenke.

Hinweis: THC.Guide gibt keine Empfehlungen zum Kauf von Aktien. Der Cannabis-Aktien Wochenbericht dient ausschließlich Informationszwecken.