Cannabis Business und LGBT Community

Wie kiffen eigentlich LGBT Personen und wie stehts um deren Beteiligung an einer sich rasant entwickelnden Cannabis Branche, vor allem in den USA? (Bild von Sharon McCutcheon auf Pixabay)

Schwule, Lesben und viele andere Leute mit dem Identitätsmuster Sexualität haben verständlicherweise die Cannabis Legalisierung in den USA und Kanada als Akt der Befreiung von staubiger staatlicher Bevormundung empfunden. Ohnehin sind die als LGBT zusammengefassten Personen als typische Minderheiten ähnlichem Druck ausgesetzt wie die Kiffer und Hanfpatienten, sodass sich ein geradezu natürliches Bündnis anbietet. Aber wie stehts eigentlich um LGBT in der boomenden Cannabiswirtschaft? Sind hier auch Diskriminierung und Ausgrenzung dabei wie das mit den Schwarzen beim Hanf in den USA passiert?

Spielt Sexualität bei Haschisch und Marihuana eine Rolle?

Ja, aber nicht identifikationsstiftend. Kiffen verbessert das sexuelle Empfinden, das ist vielfach nachgewiesen, es bietet schönere, intensivere Orgasmen und so weiter und ganz logisch profitieren davon alle Leute, egal welche Form der Sexualität diese nun praktizieren. Doch beim Cannabis geht’s hier um den Arbeitsplatz, um die Working Community in der Firma und offenbar ist die Hanfbranche an dieser Stelle sehr offen und liberal. Es gibt kaum Berichte über sexuelle Diskriminierung bei solchen Unternehmen.

Das Beispiel Organa Brands

Meistens kennen wir die LGBT Community als bunten Auftritt, etwa bei Gay Paraden und solchen Sachen, aber selbstverständlich wird dort ökonomisch betrachtet genauso seriös gewirtschaftet wie anderswo! Organa Brands ist eine Firma, die ist oft in Form der Angestellten mitgelaufen beim Christopher Street Day und beschäftigt eine Menge unterschiedlicher Leute mit der entsprechenden Queer-Orientierung. Das klingt schon wieder nach „Homosexuelle Leute sind die besseren Menschen“, aber darum geht’s hier wirklich nicht – die Firma möchte einfach nur ein Arbeitsumfeld bieten, in dem sich alle Angestellten gleich welcher Sichtweise wohlfühlen.

LGBT Community als kaufkräftige Zielgruppe für das Cannabis Business

Jenseits von all den Problemen, die in Bezug auf diese Leute ständig geschildert werden, sollten wir aber mal lieber auf die Chancen und das Potential von Schwulen, Lesben und Transen für den Markt der Cannabisprodukte schauen. So gibt’s in den Dispensaries der USA zwar eindeutig sexuell konnotierte Hanfprodukte wie das CBD-Gleitgel, doch explizit auf LGBT Vergnügen wird da noch kaum Bezug genommen. Immerhin gut 5 Milliarden Dollar ist hier die geschätzte Kaufkraft rund um Haschisch und Marihuana!

Wann also sehen wir die ersten Erzeugnisse, die sich Queer-Leute richten, an Schwarze und Hispanics – oder ist das dann auch wieder Diskriminierung? Die Cannabis Industrie möchte sich laut Eigenauskunft auch Werte geben, die sich leben lassen, da werden dann die üblichen Worthülsen von Toleranz bis Imagine all the people aus der Schublade gezerrt – aber was folgt daraus? Jack Herer beispielsweise, seines Zeichens der Namensgeber für ein exquisites Sativa-Gras und wirkungsmächtiger Aktivist, stand LGBT nahe und überhaupt ist der Weg etwa in Kalifornien bis zur Cannabis Legalisierung von vielen Leuten mitbeschritten worden, die sexuelle Aufklärung und Akzeptanz genauso forderten wie das Recht auf Kiffen für Jedermann.