Cannabis-LegalisierungDie Butler Universität in Indianapolis untersuchte kürzlich die Unterschiede in der Wahrnehmung von Cannabis und dessen Legalisierung. Konkret geht es um Schwarze und Weiße in den USA, die laut Untersuchung offenbar völlig konträre Vorstellungen haben, warum Cannabis endlich für alle Erwachsenen freigegeben werden sollte. Hintergrund ist übrigens der Bezug auf den „Krieg gegen die Drogen“, den berühmten War on Drugs, der bekanntlich in erster Linie gegen die schwarze Bevölkerung in Amerika zielt(e). Haben Schwarze ihre Einstellung gegenüber legalem Weed aufgrund dieser Repressionen irgendwie geändert und warum wünschen sich demgegenüber Weiße eigentlich frei verkäufliches Gras?

Historischer Hintergrund vom Krieg gegen die Drogen

War on Drugs war und ist ein Konstrukt, das Straftaten härter sanktioniert, wenn diese irgendwie mit Drogen zu tun haben. Das meint in der Praxis eine ziemliche Willkür, denn schon ein Joint reicht(e) in den USA aus, um viele Jahre hinter Gitter zu landen – auch wenn keine Gewalt im Spiel war! Bürgerrechte wurden mit Füßen getreten und dank der unzähligen Verhaftungen wurden die sozialen und familiären Strukturen der Betroffenen ganz gezielt zerstört. Schwarze wurden fast viermal so häufig eingeknastet für Cannabis wie Weiße! Zwar kiffen alle „Rassen“ in Amerika, doch vor allem die Schwarzen wurden dafür von den Cops behelligt. So wurden noch 2016 fast 600.000 Verhaftungen nur wegen Hanf durchgeführt, eine absurde hohe Zahl. Umfragen belegen, dass gut zwei Drittel aller Schwarzen und Weißen für eine Legalisierung sind, wohl aber unterschiedlichen Motiven.

Warum sich Schwarze die Freigabe von Hanf wünschen

Fast schon zu erwarten war der Hinweis, nach dem sich die Schwarzen in den USA von einer Legalisierung weniger Gängelei und Verhaftungen erhoffen. Die jahrzehntelange Politik des Draufschlagens hat also für ein Urteil in der Community gesorgt, das lediglich die eigenen Sorgen adressiert. War das Absicht? Sollten die Schwarzen sich einfach nur noch Ruhe wünschen und eben nicht mehr wirklich kritisch nachdenken? Sind diese Leute schon so abgestumpft, dass ihr größter Wunsch nur noch das Ende von staatlicher Willkür ist?

Was Weiße für Cannabis empfänglich macht

Für diese Leute steht die persönliche Freiheit im Mittelpunkt ihres Strebens. Bei den Befragungen gaben die Weißen an, sie würden keinen inhaftierten Kiffer kennen und deshalb das aktuelle Rechtssystem für überwiegend fair halten. Bei den Schwarzen ist das genaue Gegenteil der Fall beim Beurteilen der Lage! Kaum einer, in dessen Familie niemand wegen Haschisch und Marihuana im Bau sitzt. Entsprechend groß ist die Empörung, zumal die Weißen für ähnliche Banalitäten meistens gar nicht behelligt werden, etwa beim Rauchen einer Tüte am Straßenrand.

Und siehe da: Gut zwei Drittel der weißen Teilnehmer an der Studie stehen einer vollständigen Legalisierung von Cannabis kritisch gegenüber – doch alle schwarzen Probanden wünschen sich die Freigabe! Wenn Amerika wirklich so gespalten ist wie immer berichtet wird, dann ist die Hanf-Studie zweifellos ein deutlicher Beleg für dieses Problem. Natürlich hat diese Untersuchung keinen direkten Modellcharakter, dafür nahmen zu wenig Leute teil. Doch sie zeigt ganz gut die Lebenswelt in den USA und der aktuelle Präsident wird wohl eher noch zur Spaltung beitragen als diesen Riss zu kitten.