Cannabis PolitikDer Beginn des Jahres ist rund um Neuigkeiten zum Cannabis vor allem durch die Entwicklung in den USA geprägt, wo sich dieser Tage einmal in Kalifornien die Kiffer auf die Freigabe freuen, zum anderen aber auch der ewige Marihuana-Feind Jeff Sessions Jagd machen will auf alle Fans von Hanfprodukten. Eine gerade herzrührende Story kommt zudem aus Kanada, wo die Legalisierung in 2018 ansteht und Kiffer mit einem Joint auch den Obdachlosen eine schöne Weihnachtsfeier bescheren.

USA: Justizminister fordert Cannabis Verbot!

Die mit Abstand wichtigste Info kam vor wenigen Tagen aus den USA: US-Justizminister Sessions freut sich diebisch über die Abschaffung einer gesetzlichen Besonderheit, die es unter dem Kürzel „Cole Memo“ seit 2013 den Bundesstaaten quasi erlaubte, sich selbstständig und unbehelligt von den Bundesbehörden um die Cannabis-Politik zu kümmern. Jessions, der schon mal behauptet, gute Menschen würden kein Marihuana rauchen, hatte lange darauf hingearbeitet und bis dato kann sich wohl sein Chef, Präsident Donald Trump, zu keiner klaren Linie beim Hanf durchringen. Was bedeutet das für die Legalisierung von Cannabis in den USA? Wird jetzt wieder alles einkassiert an Dispensaries, Haschkeksen und Graspflanzen, was in den letzten Jahren so erfolgreich auf den Markt drängte?

Was ist das „Cole Memo“ in der US-Cannabispolitik?

Zunächst einmal müsst Ihr wissen, dass der damalige Generalstaatsanwalt James Cole unter Barrack Obama im Jahre 2013 ein Memo verfasste, das von einem Eingriff der Bundesbehörden absah, wenn auf der Ebene der Bundesstaaten klare Gesetze zur Freigabe, zum Handel und Konsum von Hanf erstellt werden. Genau das ist geschehen wie in Colorado, Nevada, Oregon und nun auch Kalifornien zu besichtigen. Jeff Sessions allerdings, einer der treuen Kumpanen von Trump im Wahlkampf, hasst Marihuana und hat seit seiner Berufung versucht, das Cole Memo auszusetzen. Vorgeblich dient die Abschaffung der Rechtsvorlage der Klarheit in der Justiz, aber in Wirklichkeit versucht der alte Mann im Ministerium seine Ideologie durchzusetzen.

Die Memoranden sind keine echten Gesetze, sondern Richtlinien und wenn ein neuer Kopf übernimmt wie im Fall von Sessions, dann können diese Vorlagen schnell geändert werden. Theoretisch ist es also vorstellbar, dass nun Razzien mit der DEA und neue Gängeleien für Kiffer auch in den Legal States starten, aber faktisch hat sich die Lage massiv verändert. Neusten Umfragen zufolge sind nicht nur die wirklich allermeisten Amis für eine Legalisierung von Cannabis als Medizin und ein großer Teil auch für die Freigabe als Genussmittel, so dass der immer auf Jobs pochende Präsident Trump wohl kaum eine gerade erst in einen Boom hineinrauschende Wirtschaft zerstören wird. Kommt es hier zum Machtkampf in der US-Regierung?

Bundesstaaten wehren sich

Freilich ist das Justizministerium kein Ministerium der Wahrheit wie bei Orwell, sondern sehr wohl flankiert von den verfassungsrechtlich garantierten Rechten der Bundesstaaten und Senatoren und Gouverneure in den Legal States haben bereits angekündigt, alle Maßnahmen zum Schutz der Cannabisbauern und Kiffer zu unternehmen. Dabei geht es nicht nur um Steuereinnahmen, sondern um die Freiheit im Wirtschaften und um Bürgerrechte und Jeff Sessions könnte wie sein Chef im Nordkorea Konflikt als Papiertiger, als Bettvorleger enden, dessen Tiraden in 2018 einfach niemanden mehr interessieren.

Es gibt auch noch ein paar andere juristische Schutzmauern, die zum Beispiel den Einsatz von Bundesmitteln verbieten, wenn es um Einsätze gegen Herstellung und Vertrieb von Medizinalhanf geht. Freilich hat Sessions erstmal ein wenig Feuer geschürt und gerade die Banken, oftmals ein sensibler Punkt beim Aufbau von Cannabisbusiness, könnte Angst haben sich mit der neuen grünen Hanfindustrie einzulassen! Dann würde der Schwarzmarkt wieder zulegen und es ist fraglich, ob sich Trump das wird bieten lassen. Du solltest Dir also keine Sorgen machen und kannst einen Kiffer-Urlaub planen in den USA – die Beamten auf der Straße in einem Legal State werden Dich nur verhaften, wenn Du wirklich total bekifft und am Ende noch störend und grölend durch die Gegend torkelst.

Mike Tyson und der Cannabis Anbau: Ganz anders als Jeff Sessions agiert derzeit Mike Tyson, der ein gutes Stück Land freigeräumt hat für die Forschung und den Anbau von Cannabis. Iron Mike, der mit diversen Skandalen immer mal wieder von sich reden lässt, ist bekennender Kiffer und möchte eigenen Aussagen zufolge mithelfen, die Erforschung und die Weiterentwicklung von Haschisch und Marihuana voranzutreiben. Zu diesem Grund investiert der Ex-Weltmeister und Kultboxer eine Menge Geld in den Ausbau von Kapazitäten und wer weiß – vielleicht haben wir ja bald eine Hanfsorte mit Namen „Iron Mike“ auf dem Markt?

USA II: Vermont gibt Cannabis frei!

Lustigerweise gab der im Osten der USA gelegene, kleine und wunderschöne Bundesstaat Vermont Cannabis frei und zwar nur Stunden, nachdem die News aus dem Justizministerium zum Cole Memo die Runde machten. Interessant ist hier nun, dass der Besitz von einer Unze Cannabis in Vermont legal wird und zudem auch der Anbau von bis zu zwei Graspflanzen! Ein neues Ziel für Kiffer?

Land der bunten Wälder

In Vermont verlief der Prozess zudem etwas anders, weil sich die Behörden direkt um die Freigabe von Haschisch und Marihuana bemühten und eben nicht erst einmal die Bevölkerung bei Abstimmung befragten. Offenbar gibt es also politische Kräfte mit Weitsicht, auch wenn einige Beamte sich ein wenig ärgern, dass aus dem waldigen, idyllischen Bundesstaat derzeit die Top News sich eben allein um Cannabis drehen. Der Verkauf ist jedoch erstmal verboten und hier werden die Planungen noch diskutiert, so dass vielleicht auch nur der Besitz und eben der Eigenanbau legalisiert bleiben. Da passt es ganz gut, wenn die örtliche Staatsanwältin in Vermont schon mal durchblicken lässt, dass man den Einsatz von FED-Bundespolizisten im Lande wie ihn sich Jeff Sessions sich vorstellt, kaum durchziehen wird, schließlich werden die Beamten für wichtigere Dinge als die Jagd auf Kiffer zwischen Eichenwäldern benötigt.

USA III: Nevada zieht erste Bilanz zur Cannabis Legalisierung

Es gibt erste Berichte zur Freigabe von Hanf in Nevada. Dort wurde bekanntlich in 2017 legalisiert und Du kannst in Las Vegas und Co gerne dein Glück versuchen am Slot Automaten und dann in Ruhe einen Joint durchziehen – aber wie steht es um die Steuern und wie werden die Abgaben der Cannabis-Industrie im Lande verwendet?

Öffentliche Einnahmen steigen

Pro Monat werden mehr als 25 Millionen Dollar umgesetzt und das ist für den Wüstenstaat eine beachtliche Zahl. Zum Vergleich: Staaten wie Washington setzen zu Beginn der Legalisierung gerade mal 3 oder 4 Millionen Dollar um! Schon plant die Regierung den Einsatz der Mittel zum Bau von Sozialwohnungen für Veteranen, weitere Gelder gehen an Schulen, Kindergärten und Suppenköchen zur Speisung der Armen. Im gesamten 2017 hat Nevada wohl um die 120 Millionen Dollar einkassiert aus dem Verkauf und Handel mit Cannabis, dabei ist jedoch nur das halbe Jahr Legalisierung zu berücksichtigen.

Medizinalhanf wird nicht besteuert

Gegenüber Hanf als Genussmittel wird Cannabis als Medizin keinerlei Steuern unterworfen, was konsequent ist und die Patienten dann auch nicht zusätzlich belastet. Die Besteuerung von frei verfügbarem Haschisch und Marihuana ist hingegen sehr sinnvoll und in allen Legal States, die wie auch Nevada das Gras freigeben, freuen sich die öffentlichen Kassen über dringend benötigte Zusatzeinnahmen.

Cannabis als Weihnachtsgeschenk für Obdachlose in Kanada

Kiffer sind soziale Leute und das Vorurteil vom Cannabiskonsumenten, der sich mit Fast Food und RPG-Games zu Hause einigelt, ist nur noch beim Bundesgesundheitsministerium intakt. Zum Weihnachtsfest vorvergangene Woche ließen sich die Hanf-Enthusiasten in Kanada einiges einfallen und verteilten Haschisch und Marihuana an Obdachlose.

Hanf-Community mit kreativen Ideen

Die Initiative startete mit der Besitzerin eines Head Shops in Toronto, die zunächst alleine ein wenig Gras an die Penner verteilte, dann aber bald eine größere Spendenrunde ins Leben rief. Heute, nach sieben Jahren, in denen die Aktion „Cannabis for the Homeless“ läuft, werden hunderte Packs verteilt und den Berbern auf der Straße ist solcherlei oft die einzige Freude an einem ansonsten wenig vergnüglichen Heiligabend.

Neben ein wenig Haschisch und Marihuana finden sich in den Geschenkpaketen auch Handschuhe, Schals, Hüte und so weiter zum Anziehen und Wärmen, auch Gutscheine werden gespendet. Schon reden die Initiatoren von einem großen Erfolg und hoffen, dass angesichts der in 2018 anstehenden Legalisierung in Kanada auch Unternehmen aufspringen. Bisher geben vor allem Privatleute und THC-Geschäfte etwas dazu.

Kanadische Cannabis-Aktien im Fokus

Ein solch soziales Engagement wäre für die betreffenden Hersteller und vertreibenden Hanffirmen sicher von Vorteil, zumal gerade Kiffer diese Aktionen mögen. Cannabisfans sind eben keine Couch-Potatoes, die sich den ganzen Tag herumsielen – man kümmert sich und hilft und das ist schon etwas anderes als die ewig besoffene Community etwa beim Oktoberfest in München, denen die Mitmenschen herzlich egal sind. Was wird eigentlich in Deutschland für die Obdachlosen getan an den Festtagen?

Ganz nebenbei reüssierten dann auch die Cannabis-Aktien in Kanada, was vor allem auf die Legalisierung in Kalifornien und den dortigen gigantischen Markt zurückgeht. Es ist also sinnvoll, gerade in solche Firmen zu investieren, die zudem wohl bald auch ganz offiziell etwas für das Gemeinwesen tun und Ihr könnt nicht nur dicke Renditen einfahren, sondern mit der Beteiligung an genuin kanadischen Hanf-Unternehmen ziemlich sicher auch was Gutes für Benachteiligte tun.