Cannabis Retouren

Wie funktionieren in Übersee eigentlich Cannabis Retouren? Lassen sich Haschisch und Marihuana im Fachgeschäft einfach so zurückgeben? (Bild von SeaweedJeezus auf Pixabay).

Natürlich können wir in Deutschland nicht mehr zum Dealer zurücklaufen in den Park und das eben gekaufte Cannabis zurückgeben, dafür sorgt die Verbotspolitik mit ihrer gezielten Gesundheitsgefährdung und damit einer Erziehung im Sinne der geifernden Biergesellschaft. In Übersee hingegen ist Hanf legal für Erwachsene, der Bürger wird respektiert und so ist es auch möglich, die entsprechenden Cannabis Produkte nach dem Kauf zurückzugeben. Aber wie funktioniert das in der Praxis und welche Herausforderungen hat die Branche gerade bei im industriellen Maßstab angebautem Gras? Wenn beispielsweise eine Überproduktion vorliegt oder der Hanf beschädigt ist, dann laufen Cannabis Retouren an und wir wollen uns das entsprechende Business in Kanada mal im Detail anschauen.

Das Beispiel Canopy Growth

Der Mega Hanfbauer hatte vor einigen Monaten mal berichtet, dass Cannabis im Wert von mehr als 20 Millionen Dollar durch Fachgeschäfte zurückgegeben wurde und ein paar Produkte verkauften sich schlecht, lagen wie mit Blei gestrecktes Gras in den Regalen. Das kann sich bei einem Unternehmen, das sogar als Cannabis Aktie handelbar ist, schnell in den Millionenbereich auswachsen. Ursachen gibt’s ganz unterschiedlich, aber Cannabis Retouren basieren grundsätzlich auf folgenden Aspekten:

  • Unzufriedenheit mit der Qualität,
  • Beschwerden durch Kunden,
  • schlichte Unverkäuflichkeit etwa bei Produkten, die einfach keiner mag.

Meistens geht’s bei der Rückgabe an die Hersteller aber um Konflikte zwischen dem Produzenten und dem Einzelhändler, während die Kiffer, Hanfpatienten und damit Kunden selbst verhältnismäßig wenig Anteil haben an den ganz großen Retouren im Business.

Marktanalyse in vollem Gang

Haschisch und Marihuana sind in Kanada legal, aber auch neu auf dem Markt und natürlich müssen die Firmen erstmal schauen, was überhaupt gekauft wird. Grasblüten gehen immer, aber spezielle Gels und Kapseln? Manche Produktlinie wird den Einzelhändlern zwar aufgeschwatzt, aber bleibt dann dort einfach liegen, weil es keinen Kunden gibt mit einer Präferenz für die Offerten! Die mancherorts schon bestehende Überproduktion von Cannabis führt zu einer massiven Ausweitung all jener Produkte, die es vor Jahren noch gar nicht gab – Essen und Trinken mit Hanf etwa, dazu unzählige Formen des Vaporizers bis hin zum winzigen Verdampfer Stift und hier lässt sich das Interesse der User kaum vorherberechnen.

So räumen die Fachgeschäfte wie in anderen Branchen auch die Regale leer für neue Kollektionen und eine Menge Cannabis wird an die Hersteller zurückgeschickt. Während dergleichen in Deutschland nach einer Razzia mit großer Gebärde verbrannt, vernichtet, auf jeden Fall aus den Augen und aus dem Sinn der erwachsenen Bürger entfernt wird, bleibt in Kanada all der über Retouren zurückgesandte Hanf erstmal liegen. Auch werden häufig besonders starke Grassorten gekauft und mancherorts gilt ein THC-Wert von unter 12% als gleichbedeutend mit einem Ladenhüter!

Direkte Beschwerden über Hanf Qualität

Die gibt’s natürlich auch und das kann bei einem sich bestätigenden Verdacht schon mal die Reputation eines Herstellers nachhaltig zerstören. Hier und da entdecken die Kunden zu Hause im Päckchen Gras auch Schimmel und wenn die Behörden rausfinden, dass irgendein Hanfbauer in Kanada ohne Lizenz produziert und weiterverkauft, dann wird schon mal Cannabis im Wert von Millionen Dollar eingezogen. Weitere Gründe sind etwa

  • eine viel zu späte Graslieferung durch den Kurierdienst,
  • beschädigte Ware oder Verpackung,
  • falsche Lieferung und
  • eine gestörte Lieferkette, die zum Ausverkauf führt und so manchen Kunden wutentbrannt auch den Rest der Bestellung stornieren lässt.

Kanadas Gesundheitsbehörden haben Studien, die zeigen im Monat eine Vernichtung beim Retouren Cannabis von bis zu 11 Tonnen! Das sind um die 4 oder 5% des insgesamt hergestellten Hanfs im Land und diese Ausschussquote kann variieren, taucht aber immer regelmäßiger in den Bilanzen der Hersteller auf. Aus dem Ausschuss wird Kompost produziert, geschreddert oder das Gras landet in der örtlichen Müllverbrennungsanlage.