Cannabis Schwarzmarkt

In den USA haben zwar einige Bundesstaaten Gras legalisiert, doch der Cannabis Schwarzmarkt blüht und ist immer noch größer als das legale Hanf Business (Bild von chuck herrera auf Pixabay).

Der Cannabis Schwarzmarkt ist immer noch groß und weit verbreitet in den USA, geht aber dank der Legalisierung auch langsam zurück in seinen Ausmaßen. Mehr als 70% des im Lande produzierten Hanf kommt weiterhin aus illegalem Anbau, das betrifft geheimes Indoor Growing in Verbotsstaaten wie Texas und Louisiana wie den ohne Lizenz produzierenden Cannabisbauern im Legal State Oregon. Und die Kiffer wie Hanfpatienten greifen zu – Ursachen sind hier vor allem der Preis und die fehlende Regulierung, was viele solche Geschäftspraktiken bis auf Weiteres gedeihen lässt. Was kann eine kluge Drogenpolitik aus dieser Entwicklung lernen und wie können entsprechend fair gestaltete Auflagen für das Hanf Business den Schwarzmarkt dauerhaft austrocknen?

Cannabis legal oder illegal = beim Anbauen scheißegal?

Sieht wohl so aus, denn das meiste ohne Erlaubnis angebaute Gras findet sich in Texas, Florida, New York, wo Cannabis illegal ist zumindest als Genussmittel. Zugleich sind es aber auch Kalifornien und das zum 1.Januar 2020 legalisierende Illinois, die als Hotspots für die heimliche Zucht genannt werden. Natürlich sind diese Staaten sehr bevölkerungsreich, liegen zudem in sonnigen Breiten, was sich gut eignet für Outdoor Growing. Doch die Gründe für den schwarzen Markt liegen noch tiefer, das zeigt das Beispiel Kalifornien.

Die nackten Zahlen: In diesem Jahr sind wohl mehr als 8 Milliarden Dollar für illegales Cannabis an der Westküste der USA ausgegeben worden, das sind gleich mal 5 Milliarden Dollar mehr als in den lizenzierten Dispensaries! Von denen gibt’s zusammen mit nicht erlaubten Lieferdienste wohl bis zu 3000 in Kalifornien, während die Fachgeschäfte mit Konzession derzeit exakt nur 873 Stück sind.

Dort bauten nicht wenige Bauern lange Jahre Gras an und bekamen den Umstieg in den legalen Markt seit 2018 nicht hin. Hohe Gebühren für eine Lizenz, die üblichen Steuern auf Haschisch und Marihuana und häufige Änderungen der Regeln nerven. Einige Züchter wechselten deshalb gar nicht erst in eine legale Position, manche gaben das legale Business sogar auf und bauen nun wieder im Verborgenen an. Und schon wieder sollen die Steuern steigen zum 1. Januar in Kalifornien und es gab jüngst massiven Druck auf alle Hanfbauern, die sich vor dem Tracking drücken wollten –die Politik möchte ein System der Erfassung vom Samen bis zum Marihuana aufbauen.

Wie lässt sich der Schwarzmarkt beim Cannabis dauerhaft austrocknen?

Neben Kalifornien sind es gerade Bundesstaaten mit harter Verbotspolitik, die den heimlichen Anbau boosten, schließlich ist die Nachfrage nach gutem Hanf als Medizin oder Genussmittel ungebrochen und steigt immer weiter an. Nun könnte man es so machen wie in Deutschland und den Leuten wieder neue Anti-Cannabis Märchen erzählen, dazu dicke Razzien durchführen und für Angst und Schrecken sorgen bei den Kiffern und Hanfpatienten. Solcher Stumpfsinn, ausgebrütet bei der CSU Bayern und in besonderer Heuchelei durch Grüne, SPD und PDS mitgetragen, ist nicht mehr überall auf der Welt möglich. Deshalb erwarten Experten in den USA einen Schwarzmarkt, der langsam von selbst austrocknet – je mehr Staaten legalisieren und dabei an den bürokratischen Schrauben pro Produzenten und Konsumenten drehen.

Illinois legt gleich los, auch Michigan und Massachusetts sind dabei, selbst New York und Florida diskutieren Hanf als legal verfügbares Genussmittel. Bis 2025 könnte der legale Markt ein Volumen von bis zu 30 Milliarden Dollar erreichen, vorausgesetzt die Kunden wechseln hin zum konzessionierten Fachgeschäft. Fachleute schlagen zur Stärkung dieses Wechsels unter anderem folgende Maßnahmen vor:

  • Überregulierung bei Haschisch und Marihuana beenden,
  • Steuern nicht mehr erhöhen, sondern gerade für Hersteller senken,
  • niedrigere Lizenzgebühren, was nebenbei auch das Small Business als Kleingewerbe für landwirtschaftliche Produkte fördert – Stichwort Biobauern für Cannabis,
  • Aufklärung und Bildung für die kiffende Bevölkerung verbessern und auf Risiken durch Gras vom Schwarzmarkt hinweisen,
  • Strafen für illegalen Anbau erhöhen und vor allem Umweltvergehen strikt ahnden.

Die Liste lässt sich wohl fortsetzen und wir sind gespannt, wie der Schwarzmarkt in den USA beseitigt wird. In Deutschland wird illegal angebautes Gras mit Pestiziden beim Dealer bekanntlich sogar noch gefördert durch dumpfe Verbote, weil sich die Regierung unter Merkel und Heiko Maaß damit als Law and Order Macht präsentieren will nach dem Versagen in der Migrationspolitik. Der Gesundheit, Freiheit und Sicherheit der Konsumenten ist damit selbstverständlich nicht gedient, aber das ist dieser Koalition aus CDU/CSU und SPD vollkommen gleichgültig.