Cannabis und Schizophrenie

Kann Cannabis eine Schizophrenie auslösen oder begünstigen? Was ist das überhaupt und welche aktuelle Forschung gibt’s dazu aus der Hanfmedizin in den USA? (Bild von Gerd Altmann auf Pixabay)

Bekanntlich wirkt Hanf auf den Geist und das Gehirn und es liegt nahe, Erkrankungen in dieser Körperregionen wie eben auch die Schizophrenie in deren Bezug zum Cannabis näher zu untersuchen. Die Betroffenen leiden unter dem Verlust der Erinnerung, nehmen die Realität verzerrt wahr, das ist in der Regel eine große Belastung für diese Leute und deren Umfeld. Aber was gibt es diesbezüglich überhaupt schon für Einsichten zum Hanf und was sagt die Studienlage zur Behandlung von schizophrenen Schüben?

Welche Symptome kennzeichnen eine Schizophrenie?

In der Regel machen die Gesundheitsbehörden und Mediziner mehrere Punkte fest, an deren Feststellung sich Schizophrenie als Erkrankung beschreiben lässt. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Wahnvorstellungen
  • Halluzinationen
  • Verlust des kontrollierten Sprechens
  • katatonisches Verhalten
  • allgemeine negative Stimmungslage und entsprechende Schübe.

Besonders wichtig für eine Klassifizierung sind die ersten drei Punkte. Wenn wir nun als Kiffer ein bisschen Erfahrung haben und auch mal einen nicht ganz so optimalen Rausch hätten etwa nach dem heftigen Haschkeks, dann können wir mit zumindest leichter Paranoia durchaus etwas anfangen. Das ist die Ausnahme beim Kiffen, aber es ist nachvollziehbar, dass die Forscher und Ärzte den Wirkmechanismus von Cannabis in einen Vergleich mit den schizoiden Erkrankungen bringen wollen.

Cannabis als mildes Halluzinogen?

Lässt sich so sagen, denn zweifellos sind die Sinneswahrnehmen beim Kiffen verändert – von der trockenen Zunge über den Heißhunger bis zur auf einmal fantastisch klingenden Volksmusik ist alles dabei und Forscher wissen um kurzfristige Episoden beim Hanfkonsum, die sich sehr wohl schematisch mit der Schizophrenie vergleichen lassen. Freilich sind Empfindungen wie „Alle Leute sehen mich an“ oder „Die Polizei wird das Gras bestimmt riechen, unbedingt, verdammt, wir müssen uns verstecken“ noch lange kein schizophrener Ausbruch!

Dazu lassen die Wirkungen von Cannabis nach kurzer Zeit nach und zeitigen auch keinen Langfristeffekt. Wissenschaftler geben daher auch die Dosis als wichtigen Aspekt an – wer viel und massiv potente Hanfsorten per Eimer kifft, der kann dank dieser Überreizung auch mal zu einer Psychose neigen mit den entsprechenden Symptomen, gerade auch in sehr jungem Lebensalter.

Ein Blick auf die Anwendung von Hanfmedizin in den USA

In Übersee ist Cannabis als Medizin in den allermeisten Bundesstaaten problemlos zu haben und offenbar greifen viele Leute zu, die an Schizophrenie leiden. In einigen Legal States ist die Krankheit sogar Indikation, wird also direkt verordnet als Option bei der Behandlung. Zugleich halten einige Wissenschaftler die Gefahr für gegeben, dass Haschisch und Marihuana wegen der Wirkungsweise auch schizoide Schübe auslösen können – wenn zugleich genetische Risiken zusammenkommen und die betreffende Person die Anlage dafür hat. Cannabis allein führt nicht zu Schizophrenie!

Es kommt deshalb in den USA auf die betroffenen Leute an. Die Ärzte schauen nach dem Risikoprofil und wenn jemand zum Beispiel die chemische Keule nicht verträgt und Schmerzen hat wegen der psychischen Erkrankung, dann gibt’s Hanf als Medizin in den entsprechend angepassten Dosen- das hilft dann auch beim Einschlafen und Entspannen noch zusätzlich. Allerdings ist die Anwendung noch nicht abschließend geklärt und erforscht und nicht wenige Mediziner raten bei genuin seelisch-geistigen Krankheiten dann erstmal nicht zu Haschisch und Marihuana!

Ausnahme CBD: Das nicht berauschende, körperaktive Cannabidiol ist auch ein Bestandteil der Hanfpflanze und bewährt sich dieser Tage als ein Allrounder der Medizin – immer mehr Forscher meinen hier, dass die Potenz von CBD wahrscheinlich gut wirkt, zudem ohne die üblichen Nebenwirkungen chemischer Präparate. CBD funktioniert als Entspannungsmittel, zum Einschlafen, zur Reduktion von Angststörungen und hier liegt es nahe, auch an einen Einsatz bei der psychischen Verheerung durch Schizophrenie zu denken.