Cannabis ökologische Fußabdruck

Wir sehen uns den zweifellos hohen Stromverbrauch bei Cannabis an, bei dem der ökologische Fußabdruck ziemlich groß ausfällt beim Anbauen (Bild von Gerd Altmann auf Pixabay).

Cannabis ist eine wundervolle Pflanze, die ganz in grün zu imposanter Höhe heranwächst – und die zugleich ein recht schmutziges Geheimnis hat, zumindest bei industriellem Anbau: In den USA und Kanada kostet Hanf outdoor wie indoor eine Menge Strom, Energie, Wasser und der ökologische Fußabdruck einiger Grasbauern ist wenig erbaulich. Natürlich werden hunderte Milliarden Dollar mit dem Hanf erwirtschaftet in Übersee, aber das braucht eben rund um die Uhr Belüftungssysteme, Ventilatoren und unzählige Lampen für einen möglichst optimalen Wuchs bis in die Blütephase. Werfen wir heute also mal einen kritischen Blick auf die Energiekosten und Anforderungen rund um die Zucht von Hanfsamen hin zum beliebten Marihuana in Amerika – könnte Deutschland zum Vergleich ohne Atomstrom, ohne Kohle und ohne zuverlässige Leitungen überhaupt Cannabis anbauen?

Stromausfälle wegen Cannabis auf dem Feld?

Offenbar gab es schon vor Jahren in Oregon solche Vorfälle! Weil die Cannabis Wirtschaft Unmengen Energie verschlingt ist das Netz überlastet an einigen Stellen in den USA und im Bundesstaat Colorado hängt der seit der Hanf Legalisierung um fast 50% gestiegene Strombedarf direkt mit dem Gras in der Zucht zusammen. Zweifellos belastet das auch viele Firmen, die hohe Kosten haben und wer in Deutschland sich Seeds online bestellt und dann indoor anbauen will, der sollte ebenfalls immer die Rechnung für Energie im Blick behalten. Profite schmelzen nicht selten vor allem auch wegen diesem Bedarf und man darf gespannt schauen, wann die erste Pleite einer Grasfirma in Übersee auf eine Nichtbegleichung der Stromrechnung verkündet wird.

Bei der Kritik ist allerdings Zurückhaltung angebracht angesichts weltweit noch viel größerer Verschwendung – denken wir beispielsweise an Kryptowährungen, die sich nur durch einen extremen Energieverbrauch überhaupt erst kreieren lassen. Hanf hingegen ist immerhin eine Medizin und ein Genussmittel für jedermann, was den Bedarf an Strom relativiert oder zumindest als sinnvolle Investition darstellen sollte. 

Einige aktuelle Zahlen aus den USA

Im Schnitt braucht es für ein Kilogramm Haschisch oder Marihuana bis zu 6000 Kilowattstunden. Oft sind das dann mehr als 20% der Gesamtkosten bei der Produktion und eine sagen wir mal zwei oder drei Quadratkilometer große Indoor oder Outdoor Zuchtanlage für Hanf kommt auf mehr als 40.000 Kilowattstunden pro Monat. Das ist fast 70mal so viel wie in einem Haushalt! Oft fließen ein oder zwei oder drei Prozent der gesamten Energieproduktion einiger Ortschaften direkt in die Herstellung von Cannabis – Schätzungen zufolge verbraucht das Gras auf dem Feld bis zu 1% der gesamten Energiemenge in den USA! Da muss das Fracking laufen und die Kohlemine, auch wenn das dreckig und schlecht ist für die Umwelt, in den Staaten jedoch durch Leute wie Donald Trump intensiv gefördert wird. Mit bis zu sechs Milliarden Dollar Kosten pro Jahr und damit einher gehen viele Tonnen CO2 Ausstoß, mehr als Millionen von Autos in der Produktion in die Atmosphäre pusten.

Fehlende Standards für erneuerbare Energie rund um Hanf

Nun ließe sich das wohl auch recht simpel verbessern durch Solaranlagen gleich neben dem sprießenden Cannabis oder eben ein Windrad, auch wenn das in den USA genauso wenig Leuten passen dürfte wie in Deutschland. Besonders dicken Verbrauch weisen erwartungsgemäß die Lampen auf mit bis zu 1000 Watt bei HID´s, das sind die sehr effizienten „high intensity discharge“ Modelle für die Wachstumsphase beim Hanf. Zwar hat immerhin in Colorado die Regierung einen Anteil erneuerbare Energien beim Cannabis anbauen gefordert – ansonsten ist eine Sonderabgabe fällig in dem Legal State, der bekanntlich vor allem mit dem Verheizen von Kohle seinen Energiebedarf deckt. Diskussionen um die weniger intensiven LED-Lampen werden bis in die höchsten Gremien geführt, möglich sind Steuernachlässe bei entsprechender Investition durch die Hanfbauern vor Ort.

 Standards und Vorschläge zum Einsparen sind jedoch unbedingt erforderlich und sollten ökologische Aspekte viel mehr in den Vordergrund stellen. Nicht wenige Hanfbauern operieren immer noch im Verborgenen oder werden so gut wie von den Behörden kontrolliert, was logischerweise gerade in den USA eher den rücksichtslosen Unternehmer als den Umweltschützer in den Züchtern anstachelt. Hier gilt es strenger zu kontrollieren und Auflagen zu erteilen, so dass Cannabis am Ende ein natürliches Produkt bleibt, das auch der Umwelt keinen Schaden zufügt – vielleicht kann ja sogar Deutschland als angeblich so vorbildliches Land der Energiewende einige Tipps geben für Haschisch und Marihuana?