Cannabinoide Hanfpflanze

CBD ist in aller Munde als nicht psychoaktiver Bestandteil der Hanfpflanze – was können die anderen Cannabinoide eigentlich?(Bild von Terre Di Cannabis auf Pixabay).

CBD ist trendy: Seit wirklich nur wenigen Jahren auf dem Markt, dazu in vielen Ländern legal und wohltuend körperaktiv ohne Rausch kann das Cannabidiol viele Leute von seinen Eigenschaften überzeugen. In der Regel kennen Kiffer und Hanfpatienten dann noch das THC, das heißt dann Tetrahydrocannabinol, macht high und hat zudem therapeutische Vorteile beim Einsatz als Medizin. Aber welche Cannabinoide stecken eigentlich noch in der Hanfpflanze und was können wir hier an verfügbaren Produkten erwarten? Cannabis ist vollgestopft mit Inhaltsstoffen und neben den Terpenen, die sorgen für Geschmack und Aroma der Hanfsorten, warten eine Menge spannender Bestandteile auf ihre Entdeckung und eigentliche Verwendung. Bis dato sind etwas mehr als 100 Cannabinoide bekannt und wir schauen uns mal die wichtigsten in der Hanfpflanze genauer an.

CBN (Cannabinol): Die natürliche Einschlafhilfe?

Das CBD entsteht vor allem bei älterem Gras und durch den Abbau von THC-A, dazu gleich noch mehr. Verantwortlich sind Luft und Sonne respektive deren UV-Licht. Anwender berichten von einer zuverlässig einschläfernden Wirkung und nun wissen wir auch, warum beim Kiffen von altem Hanf meistens Müdigkeit einsetzt. Logisch, dass dies nun die Cannabis Industrie gewinnbringend nutzen möchte und es werden Präparate zur Einnahme entwickelt.

Cannabinol hilft aber wohl auch bei der Reparatur von Zellen, bei Schmerzen und Spastiken. Studien konnten zeigen, wie CBD in einer Dosis von fünf Milligramm gleich mal die gleiche Wirkung zeigt wie zehn Milligramm Diazepam, das ist das berüchtigte Valium als „Mothers little helper“ aus dem gleichnamigen Song der Rolling Stones. Besonders gut soll es wirken mit einer Messerspitze THC, das meint einen kleinen Schuss – die Leute schlafen wie die Babys und verkauft wird CBN in Übersee meistens als leicht dosierbare Tinktur. 

CBD (Cannabigerol): Die Mutter aller Cannabinoide

Alle uns bekannten Cannabinoide beginnen als CBG: In der Form als Säure aufgestellt (CBGA) sorgen Enzyme für den Abbau und die Umwandlung in die uns bekannten Inhaltsstoffe der Hanfpflanze, wobei das Sonnenlicht ebenfalls eine große Rolle spielt. Obwohl das Wirkungsspektrum vom Cannabigerol ähnlich ist dem Profil anderer Cannabinoide ist es besonders effizient gegen Bakterien, hilft bei Spastiken und erweitert die Blutgefäße – Experten halten den Stoff sogar für einen ähnlichen Allrounder wie das CBD! Es gibt Hanfsorten, die haben hier einen hohen Anteil und mit den entsprechenden Verfahren lässt es sich umwandeln zu allen anderen gewünschten Cannabinoiden.

THC-V (Tetrahydrocannabivarin): Optimal für eine erfolgreiche Diät?

Schon seit den 70er Jahren bekannt gilt dieses Cannabinoid als eine Art Diät-Hilfe, manche nennen es „Skinny Weed“. THC-V reduziert den Appetit und auch das Gewicht, ein Prozess bei dem CB1 Rezeptoren in unserem Organismus blockiert sind. Es wirkt auch als Gegengewicht zum eigentlichen Rausch-THC im Cannabis. Auch bei Diabetes gibt’s vielversprechende Untersuchungen mit dem Tetrahydrocannabivarin. Das High beziehungsweise der Rausch ist recht kurz, die Dosen für Gewichtsabnahme bewegen sich um die 200 Milligramm täglich. Manchmal ist hier sogar die Rede von einem Panazee, einem mythischen Mittel zur Heilung der allermeisten Krankheiten – Fachleute halten THC-V vor allem für ein Vehikel, das die anderen Cannabinoide richtig zur Wirkung bringt.

THC-A (Tetrahydrocannabinolic Acid): Der Gesundheitsschützer?

Im Grunde genommen ist THC-A nur jene Säure, die das Licht der Sonne schließlich zum THC umwandelt. Zugleich hat dieses Cannabinoid sehr viel Kraft gegen Entzündungen zu bieten, mehr als die meisten anderen Inhaltsstoffe in der Hanfpflanze. Dazu soll es neuronale Nervenzellen schützen und sogar Krebszellen positiv attackieren, auch berauscht es nicht und bietet sich wie CBD für den therapeutischen Einsatz an. Meistens wird es konsumiert, in dem die Blätter vom Cannabis als Saft oder gefroren Speisen beigemischt werden und Kenner loben die breite Palette an hochwertigen Inhaltsstoffen – konsumiert wird THC-A als Wachs zum Verdampfen.

Entscheidend bleibt das Zusammenspiel: Auch beim CBD-Öl gibt’s Isolate oder Vollspektrum-Öl auf dem Markt und je nach Anwendung sind Präparate mit nicht nur einem Cannabinoid empfehlenswert. Das Zusammenspiel der Inhaltsstoffe sorgt für den wohltuenden Effekt, gleich ob nun beim kreativen Rausch oder bei der zuverlässigen Bekämpfung von Schmerzen. Leider ist diese therapeutische Bandbreite der Cannabinoide in Deutschland nur indirekt in den Grasblüten auf Rezept erhältlich – Hanfpatienten müssen noch eine Weile warten, bis die ziemlich unfähige Bundesregierung hier endlich den ganzen Medizinschrank aufschließt.