Einstiegsdroge CannabisBekanntlich ist in Holland schon seit nun 40 Jahren eine weitgehende Entkriminalisierung von Haschisch und Marihuana Tatsache und bislang konnte keine Studie nachweisen, dass eine solche Legalisierung im weitesten Sinne zu einem erhöhten Konsum von Cannabis führt. Dieses Argument wird ja gern angeführt von den Gegnern des Hanf, aber faktisch zieht es nicht, weil es dafür schlicht keine Belege gibt. Auch wird in keiner Statistik erfasst, wie viele Leute eigentlich vom Alkohol zum Cannabis wechseln und nun zeigt eine Studie der Universität Michigan, dass auch die ewige Horrorstory von der angeblichen Einstiegdroge ins Reich der Propaganda gehört.

Straffrei heißt verlockender?

So jedenfalls argumentieren die Gegner und meinen damit exakt das Gegenteil der verbotenen Früchte, die immer am besten schmecken. Mit etwa 8 Prozent Kiffern sind die Niederlande weit weniger dem Hanf zugetan als das verhältnismäßig für Deutschland, Italien oder Frankreich gilt. Dort kiffen weit mehr Leute und das obwohl es viel strengere Cannabis Gesetze gibt! Offensichtlich  machen viele Leute gar keinen Unterschied mehr zwischen Gesetz und Gesetzesbruch und kümmern sich nicht um Verbote, so dass eine noch so strenge Regelung keinen Erfolg hat. Wenn aber jeder ohnehin kifft der es will, wozu braucht es dann noch eine Kontrolle und eine Gängelung der Kiffer?

Cannabis dient nicht als Einstiegsdroge

Die Rede von der verführerischen Einstiegsdroge ist blankes Geschwätz und es fragt auch keiner, wie viele Menschen nach dem ersten Bier dann später zum Schnaps greifen und sich nach gelegentlichen Exzessen in der Jugend regelmäßig dem Alkohol zuwenden. In Holland gibt es keinerlei Verbindung zwischen Drogen wie Heroin, Kokain und auf der anderen Seite Cannabis, der entspannte Umgang in Form von Tolerierung der Kiffer hat zu keinem nachweisbaren Anstieg beim Konsum von harten Drogen geführt. Natürlich wünschen sich Dealer immer eine möglichst starke Abhängigkeit der Kunden, aber mit Haschisch hat das kaum etwas zu tun. Das Beispiel Holland zeigt aber auch, dass durch den gesetzlich entspannten Umgang mit Cannabis die Leute erst gar nicht in Kontakt kommen mit den Dealern auf der Straße und so auch keinen engeren Bezug zu den harten Drogen entwickeln.

Wer hingegen sein Tütchen Gras in Berlin am Mauerpark kaufen muss, weil hierzulande die Gesetze allein dem Alkohol huldigen und den Zigaretten, dem wird auch immer mal wieder Koks und Crystal Meth angeboten, logisch. Da greifen manche dann auch zu, während eine staatlich kontrollierte Abgabe von Hanf etwa in Apotheken überhaupt keinen Bezug zu irgendwelchen Dealern hätte. Diese Umstände werden von den Cannabis Gegnern aber stets verschwiegen und es wird Zeit, dass hier zum einen eine realistischere und faire Drogenpolitik eingeführt und zum anderen endlich dem Willen der Bevölkerung entsprochen wird. Mindestens die freie Entscheidung sollte man dem Erwachsenen auch in Deutschland überlassen, aber leider hält sich die Politik immer noch für eine Art patriarchalisches Rechtssystem und Kiffer sollten vor allem hoffen, dass die nicht ganz so bürgerfernen Gerichte endlich auf Klagen gegenüber diesen unhaltbaren Zuständen reagieren.

Siehe auch: http://www.3sat.de/ “Alltagsdroge”
Cannabis leidet unter einem schlechten Image