Amsterdam Cannabis Tourismus

Die sogenannten Behörden in den Niederlanden machen Druck und wollen in Amsterdam schon sehr bald keinen Cannabis Tourismus mehr (Bild von Ernesto Velázquez auf Pixabay).

Kiffer Reisen sind populär und für viele Jahre rauchten eine Menge Menschen den ersten Joints ihres Lebens in den Niederlanden. Vor allem Amsterdam war das Mekka der Hanfkonsumenten, doch solcherlei Cannabis Tourismus soll nach Ansicht der lokalen Behörden in Zukunft nicht mehr erlaubt sein. Zwar leben wir in der EU und dort herrscht angeblich Freizügigkeit und so weiter, aber das gilt mittlerweile wohl nur noch für Politiker? Reisende sollen in der weltberühmten Metropole kein Gras kaufen dürfen und besonders umtriebig in dieser Sache agiert eine Frau namens Femke Halsema. Die nennt sich in Amsterdam nämlich derzeit Bürgermeister und begründet ihre Ablehnung von THC Touristen mit der Notwendigkeit, die Szene rund um „weiche Drogen“ in den Griff zu bekommen. Was ist damit gemeint und warum wird statt der nötigen Legalisierung weiter auf Zeit gespielt und immer noch Heroin mit Gras verglichen?

Handeln die Cannabis Coffee Shops in Wirklichkeit mit Crystal Meth?

Diese absurde Geschichte möchte Frau Halsema derzeit verbreiten und weil das weder in Amsterdam noch in den Niederlanden irgendjemand mit Expertise glaubt, wird mal wieder gezetert und von der ganz großen Bedrohung durch Cannabis berichtet. Selbstverständlich legt die Bürgermeisterin keine Beweise vor oder gar Studien, sondern verweist auf eine „mögliche Nutzung“ der Vertriebswege von Gras auch für harte Drogen.

Wie üblich wird also die Moralkeule geschwungen und der Hanf verteufelt und angeblich haben die allermeisten Probleme von Amsterdam ihre Ursache im Konsum von Marihuana. 

Gewalt und Morde und natürlich auch sexuelle Belästigung sollen nach Ansicht und Vermutung dieser Politikerin also mal wieder durch Cannabis bedingt sein. Wer das glaubt vertraut auch auf die Story vom Fischmarkt in Wuhan und offenbar sind einige Volksvertreter nach Jahren hinter der Maske ein wenig trübe geworden in ihrem Urteil. So bräuchte es auch viel weniger Coffee Shops in der Stadt, wenn die Touristen endlich weg sind – den lokalen Bedarf von Gras kennt die Dame wohl sehr genau oder sie plant Beschränkungen beim Kiffen wie deutsche Politiker beim Heizen?

Smart City für die totale Überwachung oder Freiheit auch beim Cannabis?

Die Niederländer und Niederländerinnen auch können sich entscheiden und den Geschichten der Frau Halsema glauben, die freilich neben dem Verbot vom Cannabis kaufen für Reisende auch überall Kameras, große Warnschilder und jede Menge Polizeikontrollen in Zukunft vorsieht. Wenn von der Smart City Amsterdam die Rede ist geht’s natürlich um Überwachung pur und weil es seit Jahrzehnten so gut klappt kann man doch gleich wieder die Kiffer als Grund für staatliche Übergriffe verwenden.

Klar hat die Stadt wunderbare Bauten, jede Menge Kunst der Spitzenkategorie und sicher auch gutes Essen zu bieten jenseits der Grachten, aber ein Gutteil des Wohlstands kommt sehr wohl vom Strom der Besucher, die für Haschisch und Marihuana anreisen. 

Gäbe es eine faire Freigabe der beliebten und auch ohne Erlaubnis solcher Behörden konsumierten Hanfprodukte, dann wäre das Problem angeblicher Gefährdungen durch THC Tourismus gar nicht vorhanden und wir sehen mal wieder exemplarisch was passiert, wenn geltungssüchtige Politiker um sich selbst kreisen. Die sollten lieber eine vernünftige Drogenpolitik für Erwachsene in die Tat umsetzen anstatt zu hetzen und zu spalten, aber das würde ja mehr Arbeit bedeuten und eine Kompetenz im Amt erfordern, die vielleicht auch in Amsterdam gar nicht vorhanden ist.