Libanon Cannabis Razzia

Im Libanon gab es gerade eine Cannabis Razzia, die ist bis dato mit 25 Tonnen beschlagnahmter Hanf die größte in der Geschichte des Landes (Bild von djedj auf Pixabay).

Im Libanon ist Hanf nicht legal, aber überall zu kaufen und ganz folgerichtig bauen auch die Bauern im Land fleißig Cannabis an. Die Behörden sind vielfach korrupt und schauen weg, haben aber auch keinen echten Plan, um dieses Knowhow und die jahrzehntelange Erfahrung gewinnbringend zum Beispiel für den Aufbau einer legalen Graswirtschaft zu nutzen. Vor einigen Wochen hatten wir schon mal über Beirut und Co berichtet, da waren Veränderungen bei der Hanfmedizin geplant – doch nun gab es erstmal die historisch gesehen größte Cannabis Razzia im Libanon. Selbst die Hisbollah soll beteiligt gewesen sein!

25 Tonnen Cannabis werden beschlagnahmt

Der rote Libanese ist als Haschisch in orange-rötlicher Färbung weltberühmt. Obwohl die aktuellen Presseberichte bei der Mega Razzia nur von Cannabis reden und keine direkten Infos geben, können wir von Shit, Piece, Hasch ausgehen – Marihuana als Gras wie vor allem in Amerika gehandelt ist im Nahen Osten weniger verbreitet. So sind die laut staatlicher Agentur NNA jüngst verkündeten 25 Tonnen Hanf dem Weltmarkt entgangen – offensichtlich hatten die Cannabisbauern das Dope für Kiffer und Hanfpatienten in Afrika vorgesehen.

Beschlagnahmt wurde der Haschisch auf insgesamt acht Lastwagen. Das ist schon ziemlich deutlich, wenn LKWs durchs Land fahren, vollbeladen bis unter die Plane mit Cannabis und es ist erstaunlich, warum diese Energie nicht legal genutzt werden darf. Auf der anderen Seite befindet sich der Libanon in einer schweren Krise, politisch, finanziell und wirtschaftlich und viele Leute gerade von der Regierung halten gerne die Hand auf, was bei einer Legalisierung für Cannabis nicht mehr möglich wäre.

Baut die Hisbollah Hanf an?

Ziemlich sicher. Die Partei Gottes, so die Eigenbezeichnung der radikalen Islamisten, braucht ständig Geld für ihre Feldzüge gegen Israel, auch wenn die kleinen Katjuscha-Raketen im Heiligen Land nicht so wirklich stören – Hisbollah ist auch als Hanfbauer in spe keine wirklich ernstzunehmende militärische Macht, sondern eher ein Verein von Kriminellen, die keine Lust haben auf seriöse Arbeit und ernsthaftes Wirtschaften. Israel etwa, ständig von diesen Leuten beschossen, macht es besser, setzt auf Forschung beim Cannabis, legalisiert die Medizin, respektiert die Bürger und macht den Weg frei für eine neue, faire Drogenpolitik.

Im Libanon kiffen: Die Diskussionen um die Chancen einer legalen Hanfmedizin muten etwas absurd an, da man seit unzähligen Jahren hierzu die Möglichkeit hat – am Ende passierte wie immer im Libanon nichts und die grassierende Korruption, die vielen ausländischen Interessen und die allgemeine Misswirtschaft lassen das eigentlich schöne, potentiell reiche Land zwischen Syrien und Israel fast schon wie einen Failed State erscheinen. Trotzdem machen viele Leute dort gerne Urlaub, die Terrassen von Baalbek oder das quirlige Beirut bieten Hanf Fans jede Menge Unterhaltung und trotz Hisbollah und noch anderem Kroppzeug waren Attacken gegen Ausländer in den letzten Jahren eher die Ausnahme. So ist dann auch die aktuelle Beschlagnahmung von 25 Tonnen Haschisch auf den acht Lastkraftwagen wohl eher eine Pointe, denn von einer Vernichtung des Cannabis wie das die Polizei in Deutschland regelmäßig macht, war nicht die Rede und es wäre verwunderlich, wenn der Hanf nicht doch noch seinen Weg findet zu den anvisierten Kunden in Afrika.