Afrika Cannabis Wirtschaft

Die Wirtschaft in Afrika macht sich Hoffnung auf Cannabis als Exportgut, schließlich wächst der Hanf auf guten Böden unter der Sonne von alleine (Bild von David Mark auf Pixabay).

Der schwarze Kontinent hat große Ressourcen in der Landwirtschaft zu bieten und es ist auf den ersten Blick ein wenig unverständlich, dass ausgerechnet zwischen Tunis und Kapstadt so selten bis dato der Hanf als Agrarprodukt angebaut wird. Nun aber geht es mit großen Schritten vorwärts, legalisieren doch Südafrika, Lesotho und jüngst sogar Marokko die Cannabinoide als Medizin und Genussmittel. Eine Verbotspolitik wie in den letzten Jahrzehnten geht übrigens auch auf die Kolonialzeiten zurück und die örtliche Polizei samt der oft korrupten Behörden machen vor Ort genauso Jagd auf harmlose Kiffer wie bei uns in Bayern. Welche Chancen bietet Cannabis in der Wirtschaft für Afrika und wo ist die Entwicklung hin zu legalem Gras besonders aussichtsreich?

 Mindestens zehn Staaten arbeiten an Hanf legal

Lustigerweise versucht man in Afrika ja immer eigene Identitäten zu kreieren und so weiter, aber zumindest bei Haschisch und Marihuana folgen die Länder stramm dem fortschrittlichen Westen. Außer in Deutschland sind ja immer mehr Regierungen bereit, sich für die Gesundheit der Bürger einzusetzen und entsprechend dicke Optionen bieten sich für die Ökonomie, für die Forschung und ganz nebenbei natürlich auch für die Glaubwürdigkeit der Volksvertreter.

Schon in wenigen Jahren, so schätzen Experten, dürfte der Markt für Cannabinoide in Afrika mehr als 7 Milliarden Dollar wert sein – pro Jahr! Erfasst sind dabei die Entwicklungen in Südafrika, Malawi, Sambia, Marokko, Nigeria und Lesotho als potentiell besonders vielversprechende Gebiete. 

Wie üblich sind mal wieder die Kirchen dagegen, die bei den Afrikanern leider immer noch große Macht haben und einige Behörden wie die Polizei, denen bei Cannabis legal die leichte, unkomplizierte Hatz auf Konsumenten verloren geht. So wird aktuell bei Meldungen zum Thema vor allem mal wieder über die verdorbene Jugend geschätzt, vom Joint als Einstiegsdroge und so mancher finstere Warlord klingt dabei identisch wie die bei uns aktive Bundesdrogenbeauftragte Ludwig von der CSU.

Welche Vorteile hätte der Cannabis Anbau vor Ort?

Es sind immer wieder die gleichen Aspekte, die auf dem schwarzen Kontinent wahlweise durch Misswirtschaft und Korruption oder eben durch postkolonialen Protektionismus der reichen Staaten die Entwicklung behindern. Umgekehrt dürfen sich Unternehmen aber verlassen auf

  • konstant niedrige Lohnkosten,
  • exzellente Agrarkonditionen von Boden bis Wetter,
  • eine bereits bestehende Logistik explizit für landwirtschaftliche Produkte und
  • Behörden, die sicher schneller Lizenzen ausstellen als das in der BRD der Fall ist.

Und es geht auch nicht nur um Cannabis zum Rauchen, Essen oder Trinken! Die Hanfpflanze ist sehr vielseitig und gerade Ecken wie Schwarzafrika rund um den Äquator könnten nachhaltig hergestelltes Papier produzieren, Baustoffe und sogar Plastikersatz. Marihuana ist im Einsatz als hochwirksame Medizin und natürlich als Genussmittel, was die Absatzmärkte beträchtlich erweitert.

Hindernisse aus Aberglauben und Korruption

Nun fragt sich warum Politiker in Afrika nicht sofort zugreifen und diese Chance nutzen beim Hanf, wäre es doch so einfach und effizient ins Werk zu setzen. Doch ein Blick auf manches Argument gegen Cannabis ist dann fast so absurd wie wenn sich bei uns die Union über die Graspflanze äußert. In Uganda zum Beispiel wird Hanf durch Politiker als „satanisch“ bezeichnet und natürlich würde die Jugend erst süchtig, dann verblödet und schließlich kriminell – die CDU/CSU lässt grüßen! Da wurde sogar im Fernsehen durch ugandische Abgeordnete gedroht, das Gras auf keinen Fall bei Covid-19 respektive dem Coronavirus aus China einzusetzen, auch wenn es mittlerweile exzellente Studien über die Wirksamkeit der Cannabinoide gegen fiese Erreger gibt.

Trotzdem werden Lizenzen verteilt und in Uganda sind sowohl ausländische Unternehmen wie auch reiche Lokalpatrioten am Start. Klar dienen die Konzessionen auch als Geldbeschaffung für die üblichen Beamten mit der offenen Hand, aber wenn keine Freigabe erfolgt expandiert eben der Schwarzmarkt. Gute Beispiele dafür sind Kenia und Tansania. Dort gilt häufig noch das Wort von Priestern und die haben zwar oft was übrig für kleine Jungs, werden beim Thema Hanf aber eklig und so bietet Afrika zwar gute Chancen, doch vorerst noch einen ziemlichen Flickenteppich rund um die Legalisierung von Cannabis.