Neues MedizincannabisImmer wenn es in der deutschen Politik zu offensichtlich wird, dass an der Spitze Ignoranz und Ideologie regieren greift einer zum Telefon: Weil seit vielen Monaten und auf absehbare Zeit schlichtweg kaum Cannabis für deutsche Hanfpatienten vorhanden ist, hat Jens Spahn als Gesundheitsminister der Regierung Merkel nun in Holland angerufen und dort gleich mal anderthalb Tonnen Haschisch und Marihuana bestellt! Hintergrund ist die die unzureichende Planung der Politik und der enorme Bedarf für Hanf auf Rezept dürfte sich auch in Zukunft nicht reduzieren.

Deutsche Gesundheitspolitik endlich pro Hanf?

Dummerweise gibt’s in Deutschland die Gängelvorschrift, nach der sich schwerkranke Patienten und an einem Cannabis Rezept interessierte Leute das Gras nicht selbst anbauen dürfen. Jens Spahn hat hier gut gekungelt mit der Pharmalobby und die Apotheken im Verbund dürften die Krankenkassen und eben Patienten mit Mondpreisen beim Hanf abzocken. Zugleich wurde in 2017 bei der unfreiwilligen und unausgereiften Freigabe von Cannabis mal wieder überhaupt nichts geplant und ähnlich wie bei den Flüchtlingen zwei Jahre zuvor sind die Merkel-Politiker von ganz anderen Zahlen ausgegangen. Die Folge war und ist ein Mangel an Haschisch und Marihuana, doch die jüngste großspurig verkündigte Bestellung bei unsern hanf-freundlichen Nachbarn dürfte kaum ausreichen.

Ursprünglich hatte Spahn nur 700 Kilo Gras bestellt, doch das reicht nicht und so musste der holländische Gesundheitsminister de Jonge persönlich für Nachschub sorgen, bis zu 1,5 Tonnen sind nun an Importen geplant. Das heißt freilich nicht, dass Spahn, Merkel und die ganze Kumpanei in Berlin jetzt etwas für Patienten tut – man schustert nur herum und bessert aus, was in Eigenregie zuvor gegen die Wand gefahren wurde!

Ausblick: Muss die Niederlande beim Cannabis dauerhaft aushelfen?

Ziemlich wahrscheinlich: Zwar baut die deutsche Politik angeblich Hanf in großem Stil an, aber wenn das wieder so geplant wird wie bei der Cannabis Legalisierung als Medizin, dann ist das wohl eher vor allem heiße Luft. Auch gab es einen Fehler bei der Ausschreibung, die kassiert und wiederholt werden musste und überhaupt fehlt eine lange, komplexe Fehlerkette rund um die Hanfmedizin auf. Ist das vielleicht auch beabsichtigt? Haben Spahn und Co etwa gedacht, der deutsche Patient werde sich wie der deutsche Michel begnügen mit dem Hinweis, das Cannabis wäre nun mal leider ausverkauft? Nun, diese Zeiten sind vorbei und Ihr müsst noch viel mehr Druck machen auf diese Regierung, damit Gras endlich auch für jedermann verfügbar ist.

2020 will die BRD ernten, aber wieviel und was genau beim Hanf, dazu gibt’s keine Hinweise und offenbar auch keinen Plan. Ob die Niederlande dauerhaft aushilft ist schwer zu sagen: Die Heuchelei hierzulande bei der Verteufelung von Cannabis wird den Nachbarn zu denken geben und ist es nicht absurd, in Deutschland Gras zu verbieten und Kiffer zu jagen – den nötigen Hanf für Patienten jedoch im genussfreundlichen Holland einzukaufen? Ist das Europa oder kümmert sich die EU lieber erstmal um die Sommerzeit? Gönnen wir dem aufgeblasenen Jens Spahn seine Pressemeldung, konkret ändern und verbessern an der Lage rund um das Cannabis wird diese illustre Figur kaum.