Symbolbild - Strassenverkehr Kanada

In Kanada werden Geräte zum Drogentest verwendet von der Polizei, die zeigen wiederholt falsche Werte an und sind ungenau – ist dergleichen auch in Deutschland denkbar? (Bild von Patrick Neufelder auf Pixabay)

Die Legalisierung von Cannabis in Kanada ist ein Erfolg und doch gibt es Aspekte, die schauen sich gerade auch Anwälte gerne etwas näher an. So wurde jetzt bekannt, dass nach längerer Recherche und Überprüfung ein bestimmtes Testgerät zur Bestimmung von THC und BCD offenbar falsch misst – die Polizei auf der Autobahn urteilt also ziemlich wahrscheinlich vorschnell und falsch! Wie steht es um solche Testgeräte beim Cannabis, die auch in Deutschland bei Verdacht auf Kiffen und Drogenkonsum herangezogen werden?

Welche Drogen werden mit dem Drager Drug Test 5000 erfasst?

So jedenfalls heißt das Gerät und findige Anwälte aus Vancouver haben dessen Listung von Hanf, Opiaten und Kokain genauer geprüft. Eingeführt wurde diese Hilfe für die Polizei im vergangenen Jahr im Zuge der Legalisierung von Cannabis und nun gibt’s folgende Kritik am Drager 5000:

  • es wird nicht unterschieden zwischen CBD und THC,
  • es werden Rückstände erfasst und gelistet, die eigentlich unter den Grenzwerten liegen
  • Drogen werden mit Backwaren verwechselt.

Klingt abenteuerlich, aber die Advokaten haben sich drangehangen und beim Urintest mit diesem Gerät kam es wiederholt zu diesen Problemen. Nun ist Hanf zwar legal in Kanada, aber bei Drogen im Blut droht immer noch der Arrest, wenn das Ganze auf der Straße passiert und zugleich auch noch andere Rauschmittel scheinbar im Körper zirkulieren.

Sind Drogentestgeräte manipulierbar?

Könnten wir jetzt mal ganz böse fragen, schließlich freuen sich gerade in Deutschland Polizei und Justiz über jeden möglichst lange im Knast landenden Kiffer. Offenbar ist das aber zumindest in Kanada gar nicht erforderlich, weil selbst von der Regierung genehmigte Prüfverfahren nicht richtig messen – den findigen Anwälten ist es zu verdanken, dass hier nachgespürt wird. Zugleich ist es skandalös, wenn Leute Kekse essen und dann auf Heroin verdächtigt werden oder bei einem Tee das Gerät dann Kokain anzeigt. Das ist tatsächlich mit den offiziellen Testgeräten wiederholt passiert!

Schon gibt’s Überlegungen, den Drager 5000 auszutauschen oder mit einer Software zu verbessern, was irgendwie nach Diesel Hardwarenachrüstung klingt, wir sind also gespannt. Es wäre in jedem Fall hilfreich, wenn auch in Deutschland mehr geklagt würde gegen Tests und Testgeräte bei Cannabis – Warum sollten ausgerechnet die Anzeiger hierzulande besser laufen als in Kanada, wo die Regierung viel Zeit und Mühe in die Umsetzung der Hanf Legalisierung investiert?

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