Cannabismedizin Strahlenschutz

In Deutschland bestehen weiterhin große Versorgungslücken bei der Cannabismedizin und die neuste Begründung dafür lautet: Es mangelt an Strahlenschutz! (Bild von Bokskapet auf Pixabay).

Wir haben uns ja schon fast gewöhnt an Nachrichten, in denen uns vom Versagen der großen Koalition berichtet wird – bei den weiterhin bestehenden Versorgungslücken rund um die beliebte Cannabismedizin ist es jedoch besonders schändlich. Seit bald drei Jahren ist Cannabis auf Rezept in Deutschland legal, aber wie zu besichtigen tut die Regierung alles zur Verzögerung und damit nichts für die auf die hilfreiche Grasmedizin wartenden Patienten. Zunächst war der Hanf in den gierigen Apotheken meistens ausverkauft oder nicht in den therapeutisch erforderlichen Sorten vorhanden, was an der inkompetenten Vergabepraxis lag für die Lizenzen zum Cannabis anbauen in Deutschland. Nun jedoch gibt’s noch absurdere Begründungen für den mangelnden Nachschub – es fehlt wohl an Strahlenschutz bei der Cannabismedizin, wofür es wieder eine extra Zulassung braucht, lol.

Verstrahltes Cannabis für Patienten?

So ähnlich jedenfalls denken sich die Politiker die ganze Sache: Hanfblüten, das ist also klassisches Marihuana, müssen in der BRD mit Ionenstrahlen behandelt werden, damit Keime von Schimmel bis Bakterien dadurch dauerhaft abgetötet sind. Eine andere Methode wäre natürlich der eigene, staatlich überwachte Anbau ohne Pestizide, aber hier versagen Jens Spahn und seine Kollegen in der Bundesregierung schon seit Jahren. Also wird das Gras bestrahlt oder sollte es und dann fiel einem Politiker oder Bürokraten auf, wie sich mit dieser Story prima die eigene Inkompetenz bei der Sicherung von Cannabis Nachschub verschleiern lässt.

Der Blick ins Arzneimittelgesetz: Dort steht nämlich, eigentlich ja schon länger bekannt, aber jetzt erst aufgefallen, dass die Apotheken die Bestrahlungen gar nicht vornehmen dürfen beziehungsweise solches Cannabis nicht in Verkehr bringen können. Es braucht dazu eine Extra-Genehmigung, haha, die wiederum radioaktive, ionisierende Bestrahlung betrifft. Selbstverständlich wurden die Apotheken bei der Legalisierung von Hanfmedizin nicht informiert, damit sich das nun bestens ausschlachten lässt. 

Warum fehlen die Lizenzen auf einmal?

Naja, wir können uns schon denken, was hier die Gründe sind. Wir kennen die Ausreden und großen Pläne von CDU/CSU und SPD etwa beim Klima, der Rente oder in der Migrationspolitik und wundern auch nicht mehr, wenn nun beim Cannabis ähnlicher Unfug erzählt wird. So wurden wohl um die 20 Lizenzen für den Import ausgegeben – Deutschland schaffte es in drei Jahren nicht, eigenes Marihuana zu züchten und gibt deshalb gerne viele Millionen Euro Steuergeld für die Belieferung aus. Dabei „vergaßen“ die Behörden jedoch die Prüfung der Strahlenkonzession und nun müsse man den Importeuren erstmal die Einfuhr beziehungsweise Verteilung des Cannabis verbieten.

Das klingt so ein bisschen nach Asterix und dem Haus, das Verrückte macht – geschenkt. Für viele Menschen, die auf Hanf als natürliche Medizin ohne Nebenwirkungen angewiesen sind, ist es jedoch eine täglich schmerzende Katastrophe, während sich die verantwortlichen Politiker wie der Gesundheitsminister Spahn die Horsd´œuvre auf den Partys der Pharmakonzerne schmecken lassen. Selbstredend, so das Bundesamt für Strahlenschutz stolz, haben nur ganz wenige Cannabishändler die Lizenz zum Bestrahlen bekommen – sieht also nach einer ziemlichen Sauerei aus, die sich Spahn und Konsorten hier auf Kosten kranker Menschen leisten.

Versagen auf ganzer Linie – wie zu erwarten beim Hanf kein Eingeständnis!

Müssen wir so festhalten, denn nach Bekanntwerden dieses Skandals warfen die Behörden und Politiker mit ihren Ausreden noch viel mehr Dreck auf Hanfpatienten und die Gras Importeure. So würden die Prüfer auf dem Amt beim Strahlenschutz je nach Bundesland unterschiedliche Bearbeitungsweisen haben, es gibt wie im schönsten Föderalismus selbst beim Grundbedürfnis medizinische Versorgung keine Einheitlichkeit. Absurd wird dann noch diskutiert, ob Cannabis und Marihuana nun Fertigarzneimittel sind oder doch Rezepturausgangsstoffe – was genau hilft das Menschen, die chronische Schmerzen haben und die Hanf verwenden möchten, schnell und unkompliziert?

Brutal desinteressiert am Wohl der Bürger zeigt sich dann gleich noch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Dieser Hort der Arroganz und Verschleierung sieht angesichts des Leids der Cannabispatienten lediglich einen Bedarf zur Optimierung, weist dann aber die Zuständigkeit von sich (als verantwortliche Bundesbehörde) und schiebt die Entscheidungen den Ländern zu. Zwar ist das BfArM die Oberaufsicht für die deutsche Cannabisagentur, weigert sich aber seinen Aufgaben nach zu kommen – offensichtlich liegt hier eine politische Weisung zum Nichtstun vor, anders lässt sich solche Ignoranz kaum erklären.