Cannabis in IndienCannabis in Indien ist illegal: Was klingt wie ein Witz ist eine absurde Tatsache, schließlich haben die ziemlich sicher ersten Hanfbauern die THC Pflanze zwar vor tausenden Jahren am Ganges kultiviert, sich deren Politiker dann jedoch im Zuge von englischer Kolonisierung und Anpassung an westliche Rechtsmodelle auch bei der Drogenpolitik ziemlich fern aller indischen Realitäten positioniert. Falls Du also eine Kiffer Reise planst an den Fuß des Himalaya, nach Mumbai oder eben ins ewig lockende Goa, dann solltest Du zumindest ein wenig die örtlichen Regeln und Vorschriften beachten.

Heilmittel und moderne Rechtsvorschriften

Bekanntlich erwuchsen imposante Hochkulturen in Indien bereits zu einer Zeit, als wir in Europa und geschweige denn in Amerika gerade mal so die ersten zivilisatorischen Schritte unternahmen. Logisch, dass auf dem Subkontinent damals eben auch der Hanf eine große Rolle spielte, als Heilmittel gegen alle möglichen Beschwerden wird Cannabis heute wiederentdeckt und die wissenschaftlichen Tests im Labor eröffnen faszinierende medizinische Perspektiven. In Indien freilich gilt seit Mitte der 1980er Jahre eine Verordnung, nach der sich die Bevölkerung an die Vorgaben der UNO halten solle, bei denen es zur damaligen Zeit wenig Verständnis gab für Haschisch und Marihuana.

Strafen für Kiffer in Indien: Auf dem Papier sind für den Besitz und Konsum von Cannabis bis zu 10.000 Rupien vorgesehen, also etwa 130 Euro, oder auch 6 Monate Gefängnis, wobei Du schon dem Premierminister Modi mit dem Joint vor der Nase rumfuchteln musst, um derart streng belangt zu werden. Eine Regel gilt in allen Entwicklungsländern beim Thema Hanf: 9 von 10 Polizisten lassen sich mit etwas Geld bestechen, doch 10. scheinbar nicht, doch der will einfach nur etwas mehr Geld und wenn Du höflich, aber bestimmt mit der Polizei verhandelst, dann wirst Du für Marihuana in Indien eher nicht im Knast landen.

Ein Blick auf die beschlagnahmten Mengen Hanf

Wenn wir mal im Moment gut 1,3 Milliarden Inder annehmen auf dem Subkontinent, dann sind die zweieinhalb Tonnen Cannabis, das die Polizei im letzten Jahr aufgreifen konnte, ein echter Joke. Deutschland hat demgegenüber gerade mal eine Tonne weniger Gras beschlagnahmt, hier leben jedoch nur gut 80 Millionen Leute! Das zeigt, dass in Indien zwar hier und da auch mal eingegriffen wird, aber am Ganges und an den Hängen des Himalaya wächst das Ganja in der Regel ohne Probleme und das weiß die örtliche Bevölkerung zu schätzen.

Und auch die Politik in Indien bewegt sich: Jüngst wurden Rufe laut und ausgerechnet die Ministerin für Frauen und Kinder fordert die Legalisierung von Cannabis nach US–amerikanischem Modell! Zumindest der Medizinalhanf sollte erlaubt werden und auch wenn es von den Behörden gleich im Nachgang heißt, dass sich damit der massive illegale Konsum einschränken ließe, so ist das doch eine gute Nachricht für alle Kiffer in Indien. Es ist ja ganz logisch, dass eine Freigabe zu weniger Kriminalität führt, aber die Politiker kommen ohne diesen tautologischen Hinweis einfach nicht aus, egal! Sollten die Inder alsbald Haschisch und Marihuana freigeben, dann wären das übrigens auch positiv für uns in Deutschland, schließlich könnte dann der medizinische Hanf auch vom Subkontinent importiert werden, einem Gebiet wie erwähnt, dass seit vielen tausend Jahren die Cannabis Pflanze in- und auswendig kennt.