Einreiseverbot wegen CBD-Öl

Gerade hat eine Dame aus Kanada an der Grenze zu den USA mächtigen Ärger bekommen wegen einer Flasche CBD-Öl – wir schauen uns die Situation in Nordamerika genauer an. (Bild von Gerd Altmann auf Pixabay)

Obwohl Cannabis vielerorts legal ist und als Medizin fast jedem Amerikaner problemlos zur Verfügung steht, gibt’s immer noch hier und da Aktionen, die sind schlichtweg absurd angesichts der massiven gesellschaftlichen Veränderungen beim Hanf: Gerade wurde bekannt, dass eine Frau aus Kanada an der Grenze durch fiese Fragen der Beamten ins Rutschen kam – und jetzt von einem lebenslangen Einreiseverbot bedroht ist, wenn sie die enormen Strafgebühren nicht bezahlt. Der Grund für diese Sperre: Ausgerechnet das nicht psychoaktive CBD-Öl!

Was ist an der Grenze genau passiert bei der Cannabiskontrolle?

Die betreffende Dame wollte in Blaine im Bundesstaat Washington von Kanada in die USA reisen. Sie wurde angehalten und die Sheriffs fragten konkret nach „Leafy Greens“ im Auto – jeder, der ein bisschen Englisch spricht und sich mit Hanf auskennt, weiß um die Bedeutung. Es wurde also nach Cannabis gefragt und die Kanadierin dachte sich, dass die Cops Marihuana meinen, das Gras also mit Blättern wie wir es kennen. Sowas hatte sie nicht dabei, verneinte also und stand dann da wie der Ochse vorm Berg als die Polizei eben ein Fläschchen CBD-Öl fanden. Sie habe also gelogen, so die Ansicht der Beamten – und nun muss die Dame einen komplizierten Prozess durchlaufen, um vielleicht am Ende bei Ablehnung doch niemals mehr in die USA zurückkehren zu können!

Gefordert werden erstmal 600 Dollar für eine Bewerbung zum Eintritt und das ist auch noch alle paar Jahre zu wiederholen! Außerdem wird ein Führungszeugnis verlangt, eine Einladung aus den USA, eine Erklärung zum Hanfkonsum als medizinischer Indikation und dann noch Nachweise über Wohnort und Arbeitsverhältnis. Krass, oder – wenn wir bedenken, dass CBD-Öl dank der Legalisierung von Nutzhanf in 2018 in Gods Own Country eigentlich überall erlaubt ist wie auch in Kanada selbst. Sollte die teure Bewerbung scheitern, dann kann die Frau niemals mehr einreisen, dazu musste sie bereits 500 Dollar Strafe für ihre „Lüge“ bezahlen.

Cannabis ist auf beiden Seiten der Grenze legal – doch eben nicht auf dem Grenzstreifen!

Das müsst Ihr euch unbedingt merken bei Reisen zwischen USA und Kanada: Zwar wird euch niemand belästigen sowohl im Land des Ahornblatts im Norden wie auch in einem der US-Legal States im Süden, doch genau an den Grenzen sitzen Bundespolizisten, die sind gierig in der Verteidigung des weiterhin bestehenden Cannabisverbots auf Bundesebene. Absurderweise hatte Donald Trump persönlich den Nutzhanf erlaubt und damit die Herstellung von körperaktivem CBD-Öl, das beim THC einen Grenzwert von 0,3% nicht überschreiten darf.

Das Problem für die verstaubten Konservativen in Washington ist die Cannabis Legalisierung in Kanada – dort dürfen schließlich wirklich alle Erwachsene Haschisch und Marihuana kaufen! In den USA geht das nur in bis dato 11 Bundesstaaten, den Legal States, und weil deren Rechte nach dem Subsidiaritätsprinzip nicht einfach so angetastet werden können, versuchen es Cops eben an allen verfügbaren Grenzen. So haben beispielsweise auch rund eine halbe Million Kanadier die Amnestie gegenüber früheren Vergehen beim Hanf erhalten – hier könnten US-Grenzbeamte genau hinschauen und solcherlei ziemlich willkürlich als Grund für eine Sperrung der Einreise verwenden.