Bilanz zur Cannabismedizin

Luxemburg hat bisher 120 Patienten erfolgreich behandelt mit Cannabis und erhofft sich von der aktuell laufenden Testphase zum Hanf weitere Erkenntnisse. (Bild von Waldo Miguez auf Pixabay)

Gut ein Vierteljahr ist es her, das hat das kleine Luxemburg Cannabis als Medizin legalisiert und schon jetzt gibt’s eine erste positive Bilanz. So haben in der Summe 120 Patienten den Hanf verschrieben bekommen und im Land sind gut 250 Ärzte willens und in der Lage, entsprechende Rezepte auszustellen. Das hat der luxemburgische Gesundheitsminister gerade auf eine parlamentarische Anfrage mitgeteilt. Verschrieben wurden bis dato schon gut 7 Kilogramm Haschisch und Marihuana.

Anwendungen von Hanf bei Erkrankungen

Seit Januar ist Hanf legal als Medizin und die Ärzte in Luxemburg verschreiben Cannabis in erster Linie bei Krebs, Multipler Sklerose und Schmerzen, wobei die bei Patienten beliebten Hanfblüten zum Einsatz kommen. Deren Verwendung versucht in Deutschland die Politik zu beschränken aus ideologischen Gründen, doch in Luxemburg stehen Mensch und Patient an erster Stelle und nicht die Verquickung von Gesundheitspolitik mit der Pharmaindustrie.

Gut zwei Jahre soll diese Testphase zur Hanfmedizin laufen und dann wird die Bilanz über eine Fortführung und weitere Schritte hin zur Legalisierung entschieden. Das soll über Evaluation erfolgen, die Ärzte und Patienten werden befragt und eben nicht einfach übergangen! Ein Ausbau hin zu einer konkreten nationalen Behandlungsstrategie mit Cannabis ist angedacht.

Was ist mit CBD-Öl und den beliebten körperaktiven Hanfprodukten?

CBD berauscht nicht wie THC und ist deshalb für immer mehr Menschen zu einer wirksamen und legal erhältlichen Alternative zu den üblichen chemischen Keulen aus der Apotheke geworden. In Luxemburg darf CBD-Öl und Co verkauft werden, die Einstufung betrachtet Cannabidiol nicht als Rauschmittel und hält es für gesundheitlich unbedenklich. Allerdings erhofft man sich von der EU eine Klärung, weil die Produkte des körperaktiven Cannabis als Novel Food besondere Klassifizierungen bräuchten. Immerhin wird Hanf und werden Patienten wie Konsumenten ernst genommen im Mini-Staat Luxemburg, der sich an dieser Stelle weit besser aufstellt und fairer als beispielsweise der große Nachbar Deutschland, wo man den Menschen immer noch versucht Eier als Bananen respektive Cannabis als Heroin zu verkaufen in der Wahrnehmung.