Drogen in MexikoUnser Blick auf das Weltgeschehen durch das Hanf-Brennglas richtet sich diese Woche auf die drei Länder, die 2026 die Fußballweltmeisterschaft gemeinsam austragen werden. Mit Sicherheit werdet Ihr dann überall zwischen Mexico-Stadt und Calgary in Kanada einen Joint ganz legal rauchen können und es gibt dazu spannende Entwicklungen. So erlaubt Kanada tatsächlich den Verkauf von Bier und Cannabis im gleichen Geschäft! Mexiko wird eventuell bald alle Drogen erlauben im Kampf gegen das organisierte Verbrechen, das neusten Studien zufolge in den Legal States der USA viel besser bekämpft werden kann bei einer gleichzeitigen Hanf-Freigabe. Außerdem berichten wir über Privatversicherungen und Medizinalhanf sowie über die Begeisterung der Senioren in New York über die vielseitigen therapeutischen Anwendungen von Cannabis.

Kanada: Cannabis-Versicherung und Schnapsläden mit THC

In Deutschland sollen die Krankenkassen bekanntlich das Hanf-Rezept übernehmen, tun sich aber oft schwer und erfinden mehr oder weniger im Auftrag der Politik Ausreden, um sich vor den Kosten zu drücken. In Übersee ist das noch ein Stückweit komplizierter, weil so in Kanada beispielsweise viele Gesundheitsaspekte bei der Versorgung über private Versicherungen laufen – und die sind beim Medizinalhanf ebenfalls skeptisch. Als Grund wird hier angegeben, Cannabis wäre noch nicht genug erforscht, um es als vollwertiges Heilmittel abrechnen zu können. Ist das ein Modell auch für deutsche Privatversicherte oder kann die Übernahme von Rezepten auch einfacher gestaltet werden?

Große Unternehmen, kleine Bandbreite bei Cannabis

Wenn global tätige Versicherer wie Sun Life in Kanada die Behandlung mit Hanf bezahlen, dann ist das gut, doch konkret werden derzeit nur sehr wenige Therapien beziehungsweise Krankheitsbilder übernommen. Schmerzen bei Krebs, eine HIV-Erkrankung und Multiple Sklerose sind schon sehr starke Belastungen und wer hier mit Cannabis eine Behandlung wünscht, der muss auch gleich noch die Höchstprämien für die Versicherung bezahlen! Zugleich ist auch bekannt, dass beispielsweise eine Behandlung mit CBD-Öl teuer werden kann, wirksam zwar, aber eben preisintensiv und das schreckt die Versicherer gleichfalls noch ab.

Ebenfalls kritisch werden Ärzte betrachtet, die umfassend beraten und dafür hohe Gebühren bei der Insurance in Rechnung stellen, zumal in Kanada oft ein simples Skype-Gespräch reicht für das Hanfrezept. Im Zuge der anstehenden, vollständigen Legalisierung fürchten die Versicherungen Fake-Patienten und explodierende Kosten, zeigen sich aber angesichts der Veränderungen bei Haschisch und Marihuana auch gesprächsbereit. Möglicherweise steht am Ende etwas ähnliches wie in Deutschland, wo Ihr beim Arzt einfach nach einem grünen Rezept fragt, das ist dann privat zu bezahlen, aber dafür bekommt Ihr das Cannabis direkt in der Apotheke und müsst Euch nicht erst demütigen beim Ersuchen für die Kostenübernahme bei der Krankenkasse.

Erstes Geschäft für Cannabis-Getränke und Alkohol in Neuschottland

Normalerweise tut die Politik selbst in den liberalsten Legal States der USA alles, um einen gemeinsamen Verkauf und eine Mixtur aus Cannabis und Alkohol zu verbieten. In Kanada und genauer im wunderschönen Neuschottland wird freilich im Zuge der Legalisierung von Hanf am 17. Oktober eine Schnapsbude eröffnen, die führt tatsächlich beide Rausch-Offerten im Sortiment!

Indica-Gras oder doch lieber einen guten Rotwein?

Wer im betreffenden Kombi-Shop einkauft, der findet zwei verschiedene Theken vor: Am Eingang wird der Alkohol angeboten, von Bier bis Schnaps, und weiter hinten im Laden ist dann das Buffet für Haschisch und Marihuana. Die Betreiber versichern, es würde nicht nur aufgeklärt über mögliche Risiken, sondern auch scharf kontrolliert, dass sich etwa keine Minderjährigen in dem Laden herumtreiben. Die Kunden dürfen bis zu 30 Gramm Cannabis kaufen, Bier dazu natürlich so viel wie gewünscht.

Mit dieser Eröffnung stellt sich Neuschottland ein bisschen abseits der sonstig geplanten Freigabe in Kanada, verkauft den Hanf aber auch über eine besondere Behörde, die Nova Scotia Liquor Corporation. Diese kontrolliert sowohl Alkohol wie dann auch Cannabis und die Geschäfte beziehen das Gras dann direkt unter Aufsicht. Zweifellos ist das eine runde Sache, denn warum sollte auf Dauer das Angebot an Genussmitteln getrennt werden? Schon jetzt gibt’s Zigaretten und Schnaps an jeder Tankstelle und das dürfte in nicht allzu ferner Zukunft dann auch beim Hanf so werden.

USA: Senioren lieben Cannabis, Kriminelle fürchten die Legalisierung

Das war ja zu erwarten: Eine neue Studie zeigt deutlich, dass in den Legal States der USA wie Colorado und Washington die Polizei bestens aufgestellt ist und ausreichend Zeit findet, um jede Menge Verbrechen aufzuklären – die Cannabis Legalisierung macht jede Menge Kräfte frei! Es ist ja ein recht bekanntes Argument der Hanf-Fans, dass eine Freigabe von Haschisch und Marihuana endlich die Polizei ihren echten und wichtigen Aufgaben zuführt und siehe da, in den USA haben wir nun auch statistisch dafür den Beweis, schwarz auf weiß!

Jagd auf Kiffer vergeudet Polizei-Ressourcen

Vor Jahren war ich mal beim Fußball und wir rauchten einen Joint, da kamen doch tatsächlich sechs Ordnungshüter auf uns zu, rochen an der Lunte, waren aber zum Glück für uns zu blöd, das Gras als Cannabis zu erkennen. Dieses Beispiel zeigt, mit welchem Aufwand die Polizei in Deutschland Kiffer jagt und man stelle sich vor, diese Ressourcen würden stattdessen zum Einfangen von Leuten verwendet, deren Abschiebung erforderlich ist, die mafiose Strukturen aufbauen oder eben von anderem Gesocks, das mit dem Islam hausieren geht. In den USA ist das jetzt anders, dort steigt im Zuge der Cannabis-Legalisierung auch die Aufklärungsquote bei den Verbrechen!

Über fünf Jahre wurden Daten gesammelt und diesbezüglich gibt’s übrigens auch Untersuchungen aus Kalifornien, die zeigen weniger Verhaftungen rund um den Hanf, was nicht einfach nur mit der Freigabe zu tun hat. Die Leute dealen einfach weniger, kaufen sich Haschisch und Marihuana im Head-Shop und kommen nicht mehr so häufig mit dem üblichen Gesindel auf den Straßen in Kontakt. Auch ist bekannt, dass die Haushalte der Innenministerien in den USA wie hierzulande viel Steuergeld aufwenden, um Kiffer zu jagen, was an anderer Stelle viel sinnvoller einzusetzen ist. Eine Legalisierung bringt also nicht nur eine Entlastung für die Cops, sondern spart auch konkret Kosten.

Senioren verwenden Cannabis zum Absetzen von Medikamenten

Da hat sich mal eine Umfrageagentur zu den Senioren in New York begeben und nach deren Meinung zum Hanf befragt. Wie wir beim THC.Guide erst kürzlich über die erste Rentnerklinik mit Zugang zu Cannabis in Kalifornien berichtet haben, so passt dann auch die neuste Meldung mit immer mehr kiffenden Rentnern in den gesamten USA! Befragt wurden mehr als 100 Leute, anonym natürlich, und dabei ging es um Konsumformen, Häufigkeit und um die Dosis Haschisch und Marihuana, die sich Senioren immer häufiger gönnen.

Zwischen Schmerztherapie und Lebensqualität

Weit mehr als die Hälfte der befragten Hanf-Rentner gibt an, sie würden die übliche chemische Keule in Form von Schmerzmitteln entweder ganz beiseitelassen oder eben drastisch reduzieren, wofür Haschisch und Marihuana die optimale Substitution darstellen! Selbst die recht nüchterne Studie berichtet zudem über viele Senioren, die sind äußerst happy und froh, endlich eine Alternative gefunden zu haben für Opiate und Co und über 90% würden Cannabis anderen Leuten für eine Therapie empfehlen! Wann kommt der Hanf endlich als Angebot auch in deutsche Altersheime?

Die Zustimmung steigt schnell und deutlich und es wäre interessant zu fragen, ob beispielsweise der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn mit seinem Geschwätz zur Rettung der Pflege auch all die Rentner ignoriert, die vielleicht mittels Medizinalhanf endlich ihre Lebensqualität zurückbekommen könnten. Wer als älterer Mensch täglich Opiate einnehmen muss und andere Medizin, die am Ende nur den gierigen Pharmakonzernen nutzt, der möchte Alternativen und genau diese bietet Cannabis – nachweisbar, empirisch untersucht und vor allem zuverlässig wirksam.

Mexiko: Werden alle Drogen legalisiert?

Noch bevor die Trump-Mauer gebaut wird, tut sich was in Mexiko in puncto Cannabis Legalisierung: Die überbordende Gewalt, jüngst selbst in Touristenzentren wie Cancun, die Kartelle und vor allem die wirklich überall in jeder Form erhältlichen Drogen haben das Land an den Abgrund gebracht, was seit Jahrzehnten in einen äußerst brutal geführten War in Drugs mündet. Erfolge sind mager, im Gegenteil, und so überlegt die Politik nun wirklich ganz konkret ob es nicht besser wäre, alle Drogen zumindest beim Besitz und Konsum zu entkriminalisieren. Kokain zum Frühstück und Heroin für die Mittagspause?

Was heißt „Carte blanche“ beim Cannabis?

Diesen Begriff jedenfalls verwendete jüngst eine ranghohe Ministerin, als es um kreative Lösungen ging und damit meinte Senora die Bereitschaft zur Freigabe aller Drogen, inklusive Cannabis. Das Papier ist weiß, es dürfen Ideen aller Art darauf gepinselt werden. Es stellt sich die Frage, wie der Frieden im Land wiederhergestellt werden könne und der neu gewählte Präsident Andrés Manuel López Obrador steht einer Legalisierung sehr offen gegenüber. Die durch den sinnlosen Anti-Drogen Krieg grassierende Korruption war ein Hauptthema im Wahlkampf und die Bilanz dieser Auseinandersetzungen ist schockierend: Seit 2006 sind mehr als 200.000 Menschen umgekommen, die direkt oder indirekt mit den Kartellen zu tun hatten, meistens jedoch als Unschuldige zwischen die Fronten geraten.

Die Haupteinnahmequelle für die mexikanischen Kartelle ist der Drogenschmuggel in die USA. Ob eine Freigabe oder zumindest Entkriminalisierung hier Entlastung bringt ist aber nicht so ganz zu klären. Die Nachfrage in den Vereinigten Staaten nach Kokain und Heroin, Crystal-Meth und Designerdrogen nimmt ja leider nicht ab und so zielt eine Legalisierung auch beim Cannabis in Mexiko vor allem auf die versiffte Polizei, auf Korruption und Bestechung, um illegale Produkte schmuggeln zu können. Kann hier Spannung rausgenommen werden? Bekanntlich dürft Ihr bei Kiffer-Reisen zu den Mexikanern, Stichwort etwa auch die Fußballweltmeisterschaft 2026, bis zu 5 Gramm Cannabis dabeihaben, dafür gibt es schon seit neun Jahren keine Strafe mehr.