Hanf-Pilotprojekte

Internationale Cannabis-News erreichen uns aus Berlin & Israel, der Schweiz und wir schauen nach Simbabwe und den dortigen Hanf-Anbau sowie nach Kanada, wo Cannabis nun in den Wirtschaftsstatistiken erfasst ist. (Foto: Logo der ICBC)

Rundblick zu den News beim Cannabis – in dieser Woche schauen wir mal auf die Lage in der Schweiz, wo der Bundesrat endlich den Weg freier macht in Richtung Modellprojekte. Wird der Hanf bald erlaubt und bleibt es bis auf absehbare Zeit bei den nervigen Ordnungsstrafen für einen Joint? Im afrikanischen Simbabwe platzt die Regierung derzeit vor Stolz ob der vielen Nachfragen für eine Lizenz zum Anbauen von Haschisch und Marihuana – was steckt dahinter? Währenddessen ist Cannabis nun offizieller Bestandteil von Wirtschaftsdaten in Kanada und taucht daher in genauer Aufschlüsselung in den Statistiken zum BIP auf.

Cannabis Messen: Zürich und Tel Aviv im Fokus

Bevor wir zu den News im Einzelnen kommen hier mal ein Blick auf zwei spannende Hanf-Messen, die nicht nur für Kiffer und Patienten, sondern gerade auch für Anleger in Cannabis Aktien interessant sind:

  • ICBC in Berlin, 31.3.-2.4.2019: Die International Cannabis Business Conference hat ein internationales Publikum am Start, dazu Wissenschaftler und natürlich Anleger, die sich für die entsprechenden Firmen und Cannabis-Aktien interessieren. Dr. Raphael Mechoulam, der Entdecker von THC, wird eine Rede halten und mit Teilnehmern aus mehr als 60 Ländern ist die ICBC Cannabis Messe in Berlin zweifellos ein Highlight für die Branche.
  • CannaTrade in Zürich, 17.5.-19.5.2019: Die Schweiz arbeitet bekanntlich fleißig an einem Hanf-Modellprojekt und da passt es hervorragend, wenn mit der CannaTrade International Hemp Fair die passende Messe vor Ort stattfindet. Neben den vielen Ausstellern selbst gibt’s hier übrigens auch den CannAward 2019, der wird verliehen als Preis und Auszeichnung für die besten Produkte rund um Haschisch und Marihuana – vom CBD-Öl über Tabakersatz bis zur Prämierung des besten Ausstellers auf der Messe. Dieses Label können die Gewinner dann verwenden – die Cannabis Branche macht mobil und präsentiert sich als seriöses Geschäftsfeld, was Ihr euch auf der CannaTrade im Mai in Zürich genauer anschauen könnt.

Schweiz: Kann das Cannabis Modellprojekt endlich starten?

Bekanntlich dürft Ihr in der Schweiz 10 Gramm Cannabis dabeihaben, ohne dass es Strafen gibt – das ist eine Art Entkriminalisierung, die nun endlich auch mal weiterentwickelt werden soll in Richtung einer echten Freigabe beim Hanf. Wer kifft und erwischt wird derzeit zwischen Zürich und St. Gallen, der zahlt 100 Franken Bußgeld. Hanf nur mit CBD und kaum THC, also weniger als 1%, ist hingegen sogar in den Supermärkten erhältlich – erst kürzlich machten Heimat-Zigaretten aus der Schweiz selbst in Deutschland die Ordnungshüter nervös. Aber das ist alles nicht so richtig gar – was also tun in puncto Cannabis im Land der Eidgenossen?

Pilotprojekte und die Zustimmung pro Haschisch und Marihuana

Voriges Jahr forderten selbst die Apotheker, wenn mit Sicherheit auch aus finanziellem Eigeninteresse, eine Legalisierung von Cannabis. Ein Großteil der Bevölkerung hat Erfahrungen mit dem Kiffen, jeden Monat greifen gut 200.000 Schweizer öfters mal zum Joint! Verbote sind also sinnlos und nur Gängelei, was in Sachsen und Bayern auf der Alm sicher noch als gut verkauft werden kann – in den Schweizer Gauen glaubt die Märchen vom bösen Hanf niemand mehr. So hat denn auch der Bundesrat vor Ort ein paar Veränderungen durchgesetzt, die machen ab sofort Pilotprojekte einfacher. So können die Verantwortlichen beispielsweise die Befreiung von der Tabaksteuer beantragen und entsprechend Wissenschaftler zur Erforschung beim Hanf hinzunehmen.

Politik als Kuchenteig: Wenn wir mit Cannabis kochen und backen, dann geht’s manchmal auch um den Kuchen – und genauso wie das Kneten und Rollen beim Teig funktioniert das auch mit der Politik beim Hanf. Denn mal ganz ehrlich – Warum sollte man in der Schweiz noch ewig forschen, wenn dergleichen in Israel, USA und Kanada schon seit vielen Jahren geschieht? Hintergrund ist einfach die übliche Verzögerung, das Breittreten von angeblichen Notwendigkeiten, wodurch sich die betreffenden Politiker als unverzichtbar weil ja damit befasst betrachten. Diese Systematik trägt dazu bei, dass in den Demokratien des Westens fast die gleiche Schwindelei gegenüber dem Bürger abläuft wie in den Kleptokratien Asiens und Afrikas – Was lange währt und nicht entschieden wird, lässt sich endlos neu diskutieren – das beste Beispiel für (gefährliches) Schwätzen und (absurderweise selten sichtbares) Nichtstun ist in Deutschland die Partei der Grünen beim Cannabis.

Welche Bedingungen müssen erfüllt sein?

Für mögliche Modellprojekte nun gibt’s eine Reihe von Vorlagen wie beispielsweise:

  • zeitlich und räumlich befristet,
  • betreffende Gemeinde muss zustimmen,
  • wissenschaftliche Grundlagen sind zu erfüllen,
  • Jugendschutz und Schutz der Gesundheit müssen garantiert werden,
  • Minderjährige dürfen nicht teilnehmen.

Ziel wäre es in der Summe, durch ein Modellprojekt exemplarisch zu zeigen, wie sich die Legalisierung von Cannabis auf die umliegende Gesellschaft auswirkt. Zwar könnte man in der Schweizer Politik einfach mal in die USA fahren und sich etwa in Oregon oder Colorado umschauen, aber dann müsste man ja schneller handeln und erkennen, dass die ganze Aufregung und Furcht vor einer Freigabe absurd ist und nur konstruiert. Zehn Jahre sollte laut Ansicht des Bundesrats ein Modellprojekt schon dauern – inklusive Vorbereitung und der eigentlichen Durchführung. Wird also auch bei den Eidgenossen mit allen Mitteln verzögert, damit sich wie in Kanada und USA zu beobachten die großen Pharmakonzerne und Genussmittelhersteller in Stellung bringen und bei einer Legalisierung von Cannabis lukrativ an den neuen Hanf-Unternehmen beteiligen können?

Simbabwe: Hanf-Investoren mit starker Nachfrage

Voriges hat das Land in Schwarzafrika den Weg frei gemacht für den Anbau und den Vertrieb von Cannabis und bis dato Angaben zufolge 37 Lizenzen ausgegeben. Jetzt hat der Minister berichtet, dass sich internationale Investoren um die Konzessionen reißen und es hätten sich mehr als zweihundert Firmen beworben! Wann kommt der Hanf endlich auch aus Afrika?

Konditionen für Cannabis im Fokus

Lesotho geht einen ähnlichen Weg wie Simbabwe und natürlich können wir es kaum erwarten, professionell und legal unter der Sonne Afrikas angebautes Gras zu probieren. Die Investoren haben eine Lizenz erhalten für ein Jahr erstmal. Der betreffende verantwortliche Minister Haritatos, seines Zeichens Chef für Landwirtschaft und Klima, erzählte außerdem gleich bei Gelegenheit von den vielen Milliarden Dollar, die Cannabis global erwirtschaften wird – wieviel plant Simbabwe denn hier sich vom Kuchen herauszuschneiden?

Wenn wir realistisch sind, werden es wohl ein paar zweistellige Millionenbeträge. Wird allerdings in Afrika die neue Mittelschicht aktiv und fordert Freiheiten wie im Westen, dann steht die Legalisierung auf dem schwarzen Kontinent ebenso zur Debatte – und angesichts des Bevölkerungswachstums in Afrika sind die beschriebenen Milliarden vielleicht noch zu wenig. Gut, dass Simbabwe hier sehr schnell und zeitig einen Fuß in die Tür nimmt, auch wenn es vorerst in bester politischer Heuchelei natürlich nur um den Export für Hanfmedizin gehen soll. Erstaunlich, wie Regierungen weltweit Drogen verkaufen, Waffen und vieles mehr – dergleichen der eigenen Bevölkerung dergleichen aber unter Androhung brutaler Strafen verbieten.

Kanada: Cannabis gehört offiziell zum Bruttosozialprodukt

Als vorvergangene Woche das BIP Kanadas veröffentlicht wurde, da bewegte sich nicht nur die Börse und auch der Kanadische Dollar – Kiffer und Anleger in Cannabis-Aktien konnten sich gleichfalls freuen, weil Gras nun erstmalig in der offiziellen ökonomischen Bilanz auftaucht. Normalität also für ein Genussmittel, das wie Bier und Tabak bewertet wird.

Was sagen die Zahlen konkret aus zum Hanf-Business?

Im vierten Quartal 2018 wurden in Kanada fast 6 Milliarden Dollar erzielt, davon freilich gerade mal 20 % mit legalem Cannabis – den Rest hat der Schwarzmarkt umgesetzt! Es gibt also einiges zu tun, vor allem müssen Dispensaries im zweitgrößten Land der Welt besser erreichbar und bestückt werden. Wenn man die Ausgaben für Genussmittel – Bier, Zigaretten und nun auch Cannabis – zusammenzählt, dann gibt der durchschnittliche kanadische Haushalt hier etwa 11 % des Einkommens aus. Die wirtschaftliche Leistung der Cannabis-Branche wird mit 0,4% des BIP bewertet. Im Mittel kostet ein Gramm Gras in Kanada etwa 9,70 Dollar, beim Dealer jedoch nur etwa 6,50 Dollar – logisch also, dass sich der Schwarzmarkt noch nicht so richtig austrocknen lässt. Entscheidend ist das Angebot, denn am Ende entscheiden sich Kiffer und Hanfpatienten in großer Mehrheit für Qualität und das ist angesichts immer neuer, fetziger Produkte mit THC und CBD auch nicht verwunderlich.