NFL Cannabis

Die NFL erlaubt endlich Cannabis – American Football als Sport der Knochenbrecher kann damit nun auch von der Hanfmedizin legal profitieren (Bild von skeeze auf Pixabay).

Eine äußerst scharfe Wendung hat gerade ganz frisch die amerikanische Football Liga NFL beim Cannabis vollzogen. Während nämlich beim Baseball in den USA oder auch Eishockey die populäre Hanfmedizin schon länger erlaubt ist, durften die muskelbepackten Hünen und Knochenbrecher auf dem grünen Rasen eben kein Gras einnehmen, trotz einer in immer mehr Bundesstaaten laufenden Freigabe. Verwiesen wurde vom Verband immer auf vorgebliche Risiken, man wollte erstmal in Ruhe forschen lassen – doch nun haben die insgesamt 32 Teameigentümer den Weg freigemacht für eine umgehende Veränderung der Vorschriften für Haschisch und Marihuana. Von der Gehirnerschütterung über chronische Schmerzen nach dem Muskelbündelriss bis hin zu Schlafstörungen vor dem Super Bowl wird Cannabis als Therapie nun erlaubt und das ist ein großer Fortschritt hin zur weiteren Normalisierung der Hanfmedizin wenigstens in Übersee.

Spieler müssen nur noch dem Cannabis zustimmen

Vor wenigen Tagen kam es zu einem dramatischen Treffen in einem Luxushotel in Manhattan, wo die mächtigen und mächtig reichen NFL Eigentümer ein Dokument aufheben konnten, das seit 10 Jahren die Konditionen für den Arbeitsschutz beim Football festlegt. Die Spieler müssen hier nun ihre Stimme abgeben für oder gegen Cannabis und wenn alles passt, ist der Hanf als Heilmittel schon ab der kommenden Saison erlaubt. Die startet beim American Football bekanntlich im September, es ist also auch noch ein wenig Zeit, um die neuen Regeln umsichtig zu implementieren. Im Juli ist eine Art Forschungsperiode über zwei Wochen vorgesehen, direkt vor dem Start der Trainingslager im August und die Teamärzte können sich schon mal vertraut machen mit Cannabis als Medizin, zumal die üblichen Tests auf Gras dann wegfallen.

Drogentests ausgerechnet am 20.4.: Das war immer ein Grund zum Schmunzeln, schließlich gilt 4/20 als Quote in Fachkreisen als inoffizieller Feiertag der Kiffer und Hanfpatienten und ausgerechnet an diesem Tag beginnen bei der NFL eigentlich die Untersuchungen auf unerlaubte Substanzen. Kennen wir ja auch von den Olympischen Spielen, wo manche Staaten gezielt dopen im Vorfeld und das auch tun können, weil es eben testfreie Zeiträume gibt. Diese Tests bei NFL Football waren immer zufällig, liefen bis August und die Spieler mussten damit frei sein von Haschisch und Marihuana für den größten Teil der Saisonpause. 

Behandlung mit Hanf fast das ganze Jahr über erlaubt

Der vollständige Bann wurde noch nicht aufgehoben, aber die Player dürfen den Großteil des Jahres auf Cannabis setzen. Bei Schmerzen und den vielen anderen Beschwerden im wahren Sport der Knochenbrecher ist das ein zu begrüßender Schlusspunkt unter die endlose Jagd und Bestrafung von Athleten, die statt Steroide und Opiaten doch lieber ein natürliches Heilmittel aus der Hanfpflanzen verwenden möchten. Wer künftig positiv auf THC getestet wird, der wird nicht mehr automatisch gesperrt und damit überhaupt Sanktionen fällig sind, beispielsweise wenn jemand schwer bekifft aufs Spielfeld läuft, braucht es ein Überschreiten des Grenzwerts von 150 Nanogramm. Die hauseigene Anti-Doping Kontrolleinheit reduziert die Anstrengungen zur Jagd auf Gras Spieler, hat damit ihre Ressourcen frei für wirkliche Trickser oder auch Junkies, die im Leistungssport durchaus auch zu finden sind. Mit diesen Veränderungen trägt die NFL der Cannabis Freigabe in den USA Rechnung und weil überhaupt auch alle demokratischen Kandidaten für das Weiße Haus zu den Wahlen 2020 pro Hanf sind und die Legalisierung wollen, wird sich vielleicht auch Donald Trump bewegen.

Was ist mit Cannabis im deutschen Leistungssport?

Anstoßen mit Schnaps und Wein ist ok bei uns, Opiate werden verschrieben – doch Cannabis in der Fußballbundesliga oder Hanf beim äußerst harten Wintersport, das ist vorerst nicht möglich. Die politische Agenda hierzulande setzt auf Verbote statt auf Freiheit und so sind es vor allem deutsche Athleten in Randsportarten wie etwa beim UFC, die zunächst einmal rauscharmes Cannabis einsetzen. Das darin enthaltene Cannabidiol hilft nachweislich beim Regenerieren, bei Schmerzen, bei den im Sport unvermeidlichen Entzündungen von Muskelkater bis Zerrung und die im Handel erhältlichen Produkte halten dabei natürlich auch die Grenzwerte beim THC ein. Angesichts der laxeren Regeln in den USA bei wohlgemerkt ziemlich anspruchsvollen Sportarten könnte im Zusammenspiel mit einer Veränderung des Cannabis Status bei der WHO vielleicht auch bei uns zu fairen Konditionen führen, aber ob die Kalkriesen in deutschen Sportverbänden mit dem Weißbier in der Hand Hanf als Medizin überhaupt verstehen und verstehen wollen?