Singapur Cannabis

Wir sprechen eine inoffizielle Reisewarnung aus für Singapur, wo Cannabis besonders rückwärtsgewandt betrachtet wird wie derzeit zu beobachten (Bild von Jason Goh auf Pixabay).

Es gibt ja mit China oder auch Saudi-Arabien bereits absolute No-Go Staaten für Kiffer und Hanfpatienten und wir wollen hier gleich noch Singapur auf die schwarze Cannabis Liste setzen. Der südostasiatische Staat ist zwar reich und sauber, aber äußerst brutal gegen den Hanf unterwegs – und versucht offenbar auch massiv, auf andere Länder in der Region einzuwirken. Obwohl moderne Staaten außer Deutschland Cannabis legalisieren, die Vorteile in der Medizin entdecken und ganz nebenbei auch die Bürgerrechte stärken, setzt Singapur auf maximale Verblödung und brutale Strafandrohung. Warum also sollten wir auch nur einen Euro als Touristen und Besucher dort hinbringen?

Auf der Tagung in Bangkok…

…kam es dieser Tage zum Eklat: Während des 13th Asean Ministerial Meetings on Transnational Crime, das ist eine Art Treffen zur Bekämpfung von organisiertem Verbrechen, forderten Vertreter von Singapur eine schärfere Gangart vor allem gegen Cannabis! Teilnehmer der Konferenz sind die 10 Asean Staaten in Südostasien und von denen legalisiert Thailand gerade den Hanf, während die Philippinen zumindest darüber nachdenken. Singapur passt das überhaupt nicht. Man hatte im Stadtstaat gehofft, das dort praktizierte, abgeschliffen-chinesische Model mit Prügelstrafen und 100 Jahre Knast für einen Joint würde attraktiv genug erscheinen für eine Übernahme durch die Nachbarn.

Natürlich tut es das nicht und beispielsweise Thailand interessiert sich im 21. Jahrhundert mehr für wirtschaftliche und medizinische Vorteile beim Hanf als für die überholten ideologischen Tiraden. So wird es den Thais sauer aufstoßen, wenn Amrin Amin als eine Art Gesundheitsminister von Singapur daherkommt und immer noch Anti-Cannabis Märchen erzählt, die längst widerlegt sind durch die Wissenschaft. Wie soll man mit solchen Staaten zukunftsträchtige Politik jenseits von bloßer Überwachung und Konsum gestalten?

Angriff auf die WHO und die neuen Cannabis Regeln

Zwar hat die Weltgesundheitsorganisation jetzt keine globale Legalisierung von Haschisch und Marihuana empfohlen, aber die Forschung und eine medizinische Anwendung sollten laut WHO dann doch überall möglich sein in Ländern, die sich für moderne therapeutische Standards bei der Drogenpolitik einsetzen. Das chinesisch inspirierte Singapur möchte aber, dass die Bürger lediglich Stumpfsinn konsumieren und eben keine Alternativen in der Medizin ausprobieren – aus dem Reich der Mitte kommen ja solch hilfreiche Sachen wie das Horn der letzten Nashörner oder auch ein paar Tigerhoden von den fast ausgerotteten Wildkatzen.

So hetzt Herr Amin gegen die UNO und überhaupt gegen internationale Zusammenarbeit, was wir schon kennen von anderen Politikern, die meist wenig Ahnung haben. Er meint, es gäbe Hinweise auf Risiken durch Cannabis – durch Alkohol und Tabak auch, aber das ist in Singapur natürlich erlaubt – doch die Forschung weise vor allem auf Vorteile hin! Welche Risiken das nun genau sind und wo das aufgezeigt wird, das hat der blasierte Minister aber nicht gesagt. Offenbar möchte der Mann Einfluss ausüben in Bangkok und Thailand erpressen und zumindest beim Gros der Asean Länder, die meistens von sehr alten Leuten regiert werden, trifft seine Stellungnahme auch noch auf Gehör. Es wäre schön, so dieser Minister, wenn überall für einen Joint lebenslange Haftstrafen verhängt würden, am besten eigne sich ohnehin die Todesstrafe für Kiffer als gemeingefährliche Subjekte, so bedrohlich wie sonst nur noch Graffiti Sprayer und Homosexuelle.

Kiffer und Hanfpatienten sollten Singapur auf jeden Fall boykottieren: Wenn in Qatar die Sklaven gequält werden auf den Baustellen für die WM 2022, dann schreit die halbe EU nach Sanktionen, aber bei Singapur und China halten diese Feiglinge in Brüssel und Straßburg schnell den Mund. Deshalb sind wir gefordert und wer pro Cannabis ist, vielleicht selber gerne mal einen durchzieht oder das Gras aus medizinischen Gründen einnimmt, der sollte dem Stadtstadt mit der Prügelstrafe keinen Besuch mehr abstatten. Das ist wohl auch kein Verlust, denn außer Shopping Malls, Hochhäuser mit viel Neonlicht und jede Menge Menschenverachtung hat Singapur kaum etwas zu bieten.