Schweiz Hanfmedizin

Die Schweiz erleichtert den Zugang zur Hanfmedizin und nach dem endlosen politischen Hin und Her bewegt sich wieder was beim Cannabis bei den Eidgenossen (Bild von Heidelbergerin auf Pixabay).

Seit Jahren nun ringt die Schweizer Politik mit Pilotversuchen zum Cannabis, doch es ist ein endloses Hickhack ohne richtige Konsequenz. Immerhin wurde nun der Zugang zur Hanfmedizin verbessert, dafür sind einige Instanzen in die Offensive gegangen. Patienten können sich bei den Eidgenossen passgenauer und einfacher ein Rezept für Gras verschreiben lassen, das wirkt schließlich sehr gut, ohne Nebenwirkungen und bei einer Vielzahl von Beschwerden als natürliche Medizin. Aber ist das nur der Anfang und bewegt sich die Schweiz endlich in Richtung einer fairen Drogenpolitik, die am Ende es erwachsenen Menschen auch freistellt zu kiffen oder eben nicht?

Auch das Exportverbot für Cannabis wird gekippt

Nationalrat, Ständerat, Bundesrat – die Schweizer sind vorbildliche Demokraten, fragen lieber einmal mehr als zu wenig das Volk, doch die vielen Instanzen können sich wie beim Hanf zu beobachten auch mal selber ein wenig blockieren. In seltener Einigkeit wurde nun aber neben einem verbesserten Zugang zur Hanfmedizin auch das nervig-sinnlose Exportverbot beim Gras gekippt, da freuen sich besonders die eidgenössischen Bauern mit Cannabis auf dem Feld.

Umfang und Besonderheiten bei Hanfmedizin in der Schweiz

Jährlich verwenden rund 3000 Schweizer Cannabis als Heilmittel und legal auf Rezept. Experten wissen natürlich, dass diese Zahl in Wirklichkeit viel höher ist – Selbsthilfe mit Hanf ist überall beliebt und zumindest in der Schweiz war die Beantragung einer Ausnahmegenehmigung für eine Verschreibung bis dato die ungemein bürokratische Hürde für mehr in der Legalität befindliche Patienten. Schätzungen zufolge könnten mehr als 100.000 Menschen den Weg zum Arzt finden, wenn hier nun die Regelungen vereinfacht sind!

Im Monat mehrere hundert Franken Kosten: Das müssen die Leute selber bezahlen, mindestens aber zur Hälfte, weil die Schweizer Krankenkasse bisher weiter nichts übernehmen – ganz folgerichtig kaufen gerade auch kranke Menschen auf dem Schwarzmarkt, weil dort die Grammpreise für Cannabis natürlich weit niedriger liegen. Allerdings ist da wie auch in Deutschland ab und zu Dreck mit drin zum Strecken oder es werden ohne Wissen der Käufer extrem hohe THC-Werte im Gras aufgerufen, was eine gezielte Therapie verkompliziert. Mit der Änderung der Vorschriften sollen dazu auch keine Leute belästigt werden als quasi Kriminelle, nur weil die sich Gras als Medizin kaufen gehen. 

Wann wird das neue Gesetz gültig?

Eine Revision der Regeln rund um Betäubungsmittel in der Schweiz ist schnellstens ins Werk zu bringen, so der Gesundheitsminister. Auch können Ärzte, das ist wichtig, ab sofort selbst verschreiben und das Hanf Rezept ohne Umwege über Ausnahmeanträge verordnen! Ungelöst ist nur noch eine Frage nach den Kosten und höheren Anteilen durch die Krankenkassen. Alle Parteien bis in die Kantone hinein stimmen zu und Experten erwarten die neuen Regeln dann in spätestens einem Jahr in jedem Behandlungszimmer für Cannabispatienten. Diese bekommen das Gras beispielsweise bei

  • multipler Sklerose,
  • Appetitlosigkeit,
  • Morbus Crohn,
  • chronischen Schmerzen,
  • Schlafstörungen und Übelkeit.

Eine recht ordentliche Liste und wir hoffen, dass auch in Deutschland hier mehr Fairness einzieht und Hanf nicht nur Menschen verordnet wird, wenn diese alle anderen brutalen Chemikalien aus dem Giftschrank der Pharmaindustrie durchprobiert hätten.

Gibt’s bald Medizin Cannabis aus der Schweiz?

Sehr wohl! Das erwähnte Verbot von Hanf Exporten wird abgeschafft und so dürfen nun einige Cannabisbauern in den Alpen auf gute Erträge hoffen. Es dürften wohl um die 20 Lizenzen verteilt werden zum Cannabis anbauen in der Schweiz. Verarbeitet wird das Gras bei spezialisierten Unternehmen und in besonderen Apotheken, wobei sich Swissmedic um Qualität kümmern wird, um Zulassungen und Überprüfungen bei den Produkten aus Haschisch und Marihuana. Experten halten den Umfang für Gras Exporte mit bis zu 1,3 Milliarden Franken für aussichtsreich – beim CBD sind die Schweizer ja schon länger aktiv und verkaufen gerade in Südeuropa ordentliche Mengen von dem rauscharmen, körperaktiven Cannabis.