Sorgerecht bei Cannabis

Was passiert derzeit in den USA, wenn die Eltern kiffen und eine Medical Cannabis Card vorweisen können? Hat das Einfluss auf das Sorgerecht und welche Aspekte sind hier wichtig? (Bild von Ulrike Mai auf Pixabay)

Zwar ist uns noch kein Fall bekannt, bei dem Eltern die Kinder explizit wegen Cannabis weggenommen worden, doch gerade eine Legalisierung wie in den USA kann das Bewusstsein der Behörden in der Zukunft durchaus schärfen bei Haschisch und Marihuana. Bei den Amis heißt das Jugendamt Child Protective Service, kurz CPS, und die werden tätig, wenn der Drogensüchtige mit Nachwuchs durchdreht – doch auch immer mehr, wenn es die Erziehungsberechtigten mit dem Kiffen maßlos übertreiben!

Bundesweit bleibt Hanf vorerst verboten

Während also die Legal States wie Nevada oder Vermont das Gras erlauben, bleibt es auf Bundesebene illegal und hier sind dann auch Behörden wie CPS zuständig. Immer noch hat Cannabis ein mächtiges Stigma als Erbe aus den Jahren der Prohibition, das kriegt man nicht so leicht raus aus einer vielleicht ziemlich konservativen Sachbearbeiterin beim Kinderschutz. Und so können die Eltern den Hanf als Medizin bekommen und konsumieren – trotzdem greifen die Behörden hier und da ein und das Sorgerecht steht in Zweifel.

Wann greift der Kinderschutz CPS überhaupt ein?

In Amerika ist vieles lockeres, aber einiges auch absurd streng, angefangen vom Verhältnis puritanisches Fernsehen und Pornofilm. Grundsätzlich bekommen Kiffer Besuch von Behörden, wenn vorgeblich deren eigenes Leben und das der Zöglinge traumatischen Erfahrungen ausgesetzt ist. Das können ein Verlust sein der Arbeitsstelle, ein Gerichtsurteil oder finanzielle Nöte, was wiederum durch die gierigen Anwälte in Gods own country oft noch verstärkt ist. Hier spielen Familienrecht zusammen, Abhängigkeiten und wer das Recht nicht gut kennt, der hat schnell Probleme!

So wird in beispielsweise beim Bluttest von Schwangeren und einem positiven Drogentest nicht direkt die Behörde eingeschaltet, wohl aber wenn weitere Risikofaktoren ersichtlich sind. CPS wird derzeit geschult für den Fall, dass die Leute eine Cannabis Medical Card vorweisen können – auch wenn die Kinder durchaus bei den Eltern bleiben können, wenn eine solche Lizenz nicht vorliegt!

Beeinflusst der Hanfkonsum die Fähigkeit zur Fürsorge?

Das ist die Frage mittlerweile, da gecheckt wird, wie sich Eltern verhalten und eben nicht pauschal gegen Hanf und den Konsum geurteilt wird. Liegt der Vater öfters tagelang breit auf dem Sofa? Zieht sich die Mutter vor den Augen der Kleinkinder eine Bong nach der anderen rein? Passiert das oft und wie viel Gras wird überhaupt am Tag konsumiert? Leider wird auch bei CPS oft rassistisch entschieden – schwarze Mütter schneiden allerdings beim Drogentest auch zehnmal schlechter ab und das weist auf einen ziemlich häufigen Cannabiskonsum hin.

Und der eingangs erwähnte Konflikt zwischen den Rechten der Bundesstaaten und dem Bundesrecht selbst gießt zusätzlich Öl ins Feuer. Einige Eltern leben in Staaten wie North Dakota oder Louisiana und dort ist Cannabis Teufelszeug, so dass selbst beim Kauf zu ausschließlich medizinischen Zwecken sofort die Ani-Hanf Keule geschwungen und das Sorgerecht entzogen wird. Nicht selten betteln und demütigen sich die Eltern gegenüber der mächtigen Behörde, die zurzeit fast noch willkürlich durchgreifen oder eben nachsehen kann. Einen Anwalt einzuschalten ist also für die Amis auch mit einer Cannabis Medical Card derzeit noch unbedingt erforderlich.

In Deutschland ist Kiffen nur ein Aspekt unter vielen: Das Verbot hierzulande von Hanf führt dazu, dass Sozialarbeiter beim Kinderschutz es schon mit massiven Konsumenten zu tun haben müssen, um Cannabis als Faktor überhaupt zu gewichten. In der Regel fallen solche Sachen unter Verwahrlosung und unter Vernachlässigung der Pflichten als Erziehungsberechtigte und die Fälle aus den USA zeigen, dass selbst eine Legalisierung nicht unbedingt sofort zu Verbesserungen führt wenn es wie in der Politik häufig absichtlich, zu keinen klaren Vorgaben für und durch die Behörden kommt.