Cannabis-Lobbyarbeit

Momentan ist es noch ziemlich schwierig auch in den USA, als Cannabis Unternehmen zu spenden und beispielsweise Wohltätigkeitsorganisationen zu unterstützen – warum eigentlich? (Bild von PublicDomainPictures auf Pixabay)

Die Bierbrauer tun es, die Tabakkonzerne und sogar die Waffenlobby macht auf Corporate Social Responsibility – die typischen Spenden also, um das Image aufzupolieren. Von der Spendengala bis zum Golfturnier gibt’s da alles Mögliche und wir wollen uns mal die Situation bei der Cannabis Wirtschaft in den USA anschauen. Gibt’s dort schon Sponsoring rund um Hanf und schneiden die oft schon recht profitablen Cannabis Konzerne ein Stück raus vom Kuchen und teilen das mit der Community?

Cannabis legal heißt nicht immer auch Legalisierung!

Zumindest in den göttlichen Vereinigten Staaten wird noch ein Unterschied gemacht zwischen Hanf in vielen liberal aufgestellten Bundesstaaten und eben der furztrockenen Bundesbehörde, die Cannabis eben weiter unter Strafe stellt. Diese absurde Situation ist auch ein bisschen gewollt von Trump und Co, die dann schön willkürlich Razzien anordnen können, einfach um die States nicht zu mächtig werden zu lassen. Beim Thema Spenden und Sponsoring freilich zeigen sich dann die zugehörigen Fallstricke und philanthropische Geschenke sind ungeheuer kompliziert für und aus der Cannabis Branche.

Wenn Hanf-Unternehmen spenden wollen…

…dann braucht es einen langen Atem und Ideen: Das Etablieren einer Cannabis Marke geschieht nicht nur über das eigentliche Produktangebot, sondern eben über das eingangs genannte CSR, gerade in Übersee. Das Problem ist aber die Einstufung von Hanf auf Bundesebene als gefährlicher Droge und die kulturellen Stigmata bleiben in den Köpfen vieler Leute bestehen – oft weisen Wohltätigkeitsorganisationen dann Spenden von Haschisch und Marihuana zurück! Und wer Geld annimmt, kann theoretisch sogar von Bundesbehörden angeklagt werden, was kein besonders gutes Klima schafft für das Sponsoring.

Lassen sich die Regeln auch umgehen?

Obwohl in Deutschland Cannabis noch nicht legal ist und auch nicht auf Ebene der Bundesländer, so können all die jetzt schon fleißig agierenden Hersteller etwa von CBD-Hanf vom CSR eine Menge lernen. Wer bei Wohltätigkeit und Spenden aktiv ist, dessen Image verbessert sich schnell und ohnehin sind viele Non-Profit Organisationen außer die FIFA auf solche Zuwendungen angewiesen! In den USA versuchen Cannabis Firmen deshalb öffentlichkeitswirksam Leute einzustellen in die Firma, die zum Beispiel schon lange arbeitslos sind oder sonst wie benachteiligt. Es gibt trotz aller Knüppel zwischen den Beinen enge Partnerschaften mit lokalen Hilfsorganisationen und warum sollte ein erfolgreicher CBD-Hersteller in Deutschland nicht auch mal für die Tafel spenden?

Image und Cannabis im Wandel

Marketing und die richtigen Verbindungen entscheiden über den wirtschaftlichen Erfolg. Ganz folgerichtig gründen dann schon jetzt in Übersee einige Cannabis Aktien und Unternehmen gleich eigene Hilfsorganisationen, die zwar keine Mittel aus Bundesbehörden beantragen, sehr wohl aber selbst Kapital aufstellen, das sich dann entsprechend wohltätig verwenden lässt. Die Beispiele sind vielseitig wie etwa:

  • die Ausgabe kostenloser Essensrationen an Bedürftige in Kalifornien,
  • den Kauf von Schulsachen und Spielzeug für Kindergärten,
  • das Engagement finanzieren zur Beseitigung der Folgen des War on Drugs – viele Menschen wurden damals selbst für einen lumpigen Joint Jahre eingesperrt und kommen seitdem nicht mehr auf die Beine,
  • die Unterstützung von Veteranen aus den vielen von Amerika angezettelten Kriegen und
  • die Finanzierung von Weiterbildung rund um Cannabis, etwa für Mediziner.

Möglicherweise wird die Legalisierung auf Bundesebene in den USA und in Deutschland ebenfalls auch deshalb zurückgehalten, weil sich die Politik vor dem Einfluss von neuen Unternehmen bei den Unterschichten fürchtet. Verständlich, denn dort sitzt die Wut auf die sogenannten Volksvertreter und von Trump bis Merkel wollen die Politiker hier natürlich die Bildung und Meinungsmache selbst bestimmen. Es ist schlicht absurd, angesichts der Erfolge im Cannabis Business, die dort zirkulierenden Summen einfach von den Armen und Beladenen abzuschneiden – wie schon oft berichtet und nachgewiesen dient das Verbot von Haschisch und Marihuana nur den Mächtigen in deren Kontrollwahn, gefährdet jedoch in der Praxis das Leben unzähligen Menschen.