SPD-Kandidaten über Cannabis

Werfen wir mal einen Blick auf die aktuellen Kandidaten bei der SPD, die sich um den Vorsitz der Partei bewerben – wie halten es die streitenden Führungsduos beim Cannabis in Deutschland?

In diesen Tagen und Wochen wird Deutschland gezwungen, am lachhaften Prozess bei der SPD teilzuhaben, die verzweifelt neue Vorsitzende sucht nach dem Abgang von Andrea Nahles. Eine Reihe von illustren Pärchen präsentiert sich auf Regionalkonferenzen und wenn wir schon dazu ständig Berichte serviert bekommen in den Öffentlichen GEZ-Medien, so müssen wir diese Kandidaten auch mal auf deren Ansichten zum Cannabis abklopfen. Die SPD ist nicht sonderlich innovativ oder progressiv und für die einheimischen Bürger, Wähler, Steuerzahler fällt dieser Partei wenig ein jenseits von immer neuen, teuren Sozialgeschenken. Gibt’s also vielleicht bei der aktuellen Wahl zum Vorsitz auch für Kiffer und Hanfpatienten interessante Kandidaten oder reicht die Inkompetenz dieser Partei auch hinein bis in die Drogenpolitik?

Klar wird: Je tiefer ein Politiker bei der SPD bereits im politischen Alltag und Gemauschel steckt, desto inkompetenter die Ansichten zum Cannabis! Offenbar färbt in der Koalition mit der CDU/CSU ab, was an schrägen und vor allem längst überholten Klischees über den Hanf ideologisch noch so existiert. Deshalb solltet Ihr gerade von scheinbar etablierten Bundespolitikern wenig erwarten.

Hier die Übersicht zu den anvisierten Führungsduos, denn bei der SPD müssen bekanntlich unbedingt zwei Leute an der Spitze stehen, der Übersicht und vorgeblichen Gerechtigkeit halber:

  • Michael Roth / Christina Kampmann: Diese beiden Kandidaten fordern ein Umdenken der sichtlich gescheiterten Verbotspolitik beim Cannabis, wünschen sich sehr fortschrittlich und fair den Verkauf von Hanf in Fachgeschäften, allerdings erst nach den bei der SPD üblicherweise geforderten Modellprojekten – die leider faktisch niemals umgesetzt werden. Immerhin verweisen Roth und Kampmann auf Steuereinnahmen, auf Eigenbedarf und legalen Besitz, aber ob sie damit eine Mehrheit bekommen bei den Sozen?
  • Boris Pistorius / Katja Köpping: Der Innenminister von Niedersachsen und die Integrationsbeauftragte von Sachsen haben wenig erbauliche Ansichten, fordern lediglich eine Festschreibung der geringen Menge auf bundesweit einheitliche Angaben – Cannabis muss aber verboten bleiben, auch weil es immer stärker wird. Frage: Woher wissen diese Leute das? Aus den Medien und Studien? Oder vom Dealer am Bahnhof?
  • Olaf Scholz / Klara Geywitz: Der Scholzomat und Bundesfinanzminister ist besonders angetan vom Regieren mit der CDU und beschimpft Hanf als Droge, die auf keinen Fall erlaubt werden darf in Deutschland für Erwachsene. Der Konsum ist abzulehnen (!), aber die Cannabismedizin soll ausgebaut werden. Also nochmal: Hanf ist schlecht, aber kranke Leute sollen es ruhig noch mehr einnehmen – das also ist das fachliche Verständnis von Köpping und Scholz.
  • Karl Lauterbach / Nina Scheer: Den Karl als besonders aktiven Ideologen hatten wir neulich schon mit seinem absurden Vorschlag, doch bitte den Konsum von Cannabis zu bestrafen als Ordnungswidrigkeit – bis dato ist das Konsumieren als einziger Weg im Umgang mit Hanf in Deutschland noch erlaubt! Selbstredend sollen bei diesem Duo auch Anbau und vor allem Handel bestraft werden, so dass Kiffer wie Patienten vom Karl mit der Fliege nichts erwarten sollten.
  • Norbert Walter-Borjans / Saskia Esken: Dieses Pärchen ist recht fortschrittlich aufgestellt, wird aber dank Proporz bei der SPD wohl nicht gewinnen – Borjans und Esken wollen eine streng regulierte Legalisierung beim Cannabis unter Einbeziehung des Jugendschutzes, auch wäre eine Erlaubnis beim Alkohol grotesk wenn Hanf zugleich verboten bleibt angesichts der Schäden und Verheerungen durch Suff tagtäglich in unserem Land.
  • Ralf Stegner / Gesine Schwan: Konzeptionell bieten diesen beide nichts, aber fordern recht ignorant und großtuerisch eine Entkriminalisierung des Konsums. Das ist aber leider mal wieder die totale Verarsche, da Konsum legal ist und hier nur Potemkin Dörfer erreicht werden zur Verwirrung der SPD Wähler und überhaupt aller Bürger. Auch der Hinweis, durch solche Maßnahmen die Cannabiskonsumenten vom Heroin Junkie zu trennen, ist wenig förderlich – Untersuchungen zufolge aus wirklich fortschrittlichen Ländern zeigen, dass der Mythos von Cannabis als Einstiegsdroge konstruiert ist und nichts zu tun hat mit der Realität beim Drogenkonsum.
  • Dierk Hirschel / Hilde Mattheis: Hier wünscht man sich einen staatlich kontrollierten Markt mit klaren Regeln für die Abgabe an Erwachsene, was dann im Umkehrschluss den Schwarzmarkt und den illegalen Handel mit Cannabis unterbieten soll. Wenn man das richtig durchzieht, plant und strukturiert, dann funktioniert das auch zeigen Erfahrungen aus den USA – doch ob die beiden eine Chance haben um den SPD Vorsitz?