WeltdrogentagWenn die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler mal wieder ihre persönliche Meinung zum Cannabis äußert, dann ist das meistens keine Meldung wert, weil immer die gleichen, haltlosen Argumente gegen eine Legalisierung von Hanf heruntergebetet werden. Gerade eben jedoch geht es um den Weltdrogentag und die wenig sachverständige Politikerin der CSU nutzte diesen Anlass, um aktuelle Statistiken der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zu präsentieren. Demzufolge steigt der Konsum von Haschisch und Marihuana gerade unter Jugendlichen und das trotz jahrzehntelanger Verfolgung, Millionen Euro an Steuergeld für die Jagd auf Kiffer und ununterbrochener Anti-Hanf Propaganda. So wurde die jüngste Pressekonferenz auch zu einem Dokument des Scheiterns der deutschen Drogenpolitik.

Wie viele Jugendliche kiffen in Deutschland?

Viele und vor allem immer mehr Fast 17% der jungen Erwachsenen, also volljährig bis 25 Jahre rauchen gerne einen Joint, das sind gut 7% mehr als vor 10 Jahren! Vor allem die Jungs sind beim Kiffen aktiv, da gut ein Viertel aller befragten Männer angab Gras zu rauchen. Mortler konnte hier natürlich nicht an sich halten und verwies wieder mal auf alte Märchen, nach denen Cannabis ultragefährlich ist und war sich auch zu absurden Vergleichen mit dem Stoff von vor 20 Jahren nicht zu schade. Das diente wie üblich der Verwirrung, da natürlich niemand eine Legalisierung von Cannabis für Jugendliche fordert. Aber das wurde erwartungsgemäß einfach übergangen von der CSU-Politikerin.

Die Chefin der Bundeszentrale stieß in das gleiche Horn und erzählte von den Risiken, die leider unterschätzt würden. Hier darf man natürlich fragen, wieso keinerlei Bezug auf die heute völlig veränderte Forschungslage genommen wurde – ist Cannabis doch Gegenstand intensiver wissenschaftlicher Untersuchungen, die nicht nur die angebliche Schädlichkeit widerlegen, sondern sogar unzählige therapeutische Vorteile der Cannabinoide auf den menschlichen Organismus herausarbeiten! Die Vertreter der Presse gingen darauf aber nicht ein – zu oft träufeln Mortler und Konsorten hier den Menschen Lügen in die Ohren oder verschweigen die Fakten und so sind die Zahlen zwar wichtig, aber für erwachsene Leute mit der berechtigten Forderung nach freier Wahl kein ernsthaftes Argument gegen eine Freigabe von Haschisch und Marihuana.

Luxemburg und die Petition zur Cannabis-Legalisierung: Während die deutschen Politiker alles tun um zu vernebeln und abzulenken, werden im Ministaat Luxemburg immerhin Petitionen angenommen. Sowas gibt’s ja neulich auch im Bundestag, aber das führt zu nichts, weil auch nur geschwätzt wird über Diäten und so sind wir gespannt, ob die Luxemburger Volksvertreter das Hanf freigeben. Die Leute sind dafür, genauso wie in Deutschland auch in der Mehrzahl, und es ist durchaus möglich, dass wir bald Kiffer-Reisen durch Luxemburg unternehmen können.