Mexiko Kiffen Kirche

Die alten Herren mit der Hand in der Hose der Ministranten regen sich auf, dass Kiffen in Mexiko nun legal ist und die Kirche ist wütend (Bild von Ulrike Leone auf Pixabay).

Eine besonders üble und verlogene Institution sind Religionsgemeinschaften. Von West bis Ost wurden die Völker über Jahrtausende hinweg ausgenutzt und auch beim Verbot von Cannabis und der Verfolgung von Kiffern hat sich bis dato kein einziger Bischof für die angebliche Würde der Geschöpfe Gottes eingesetzt. In Mexiko ist Kiffen nun legal und sofort beginnt die Kirche zu hetzen, wärmt uralte Fake News auf, die sonst nur noch im bayrischen Herrgottswinkel zirkulieren. Und eigentlich hätte der Klerus ganz andere Themen zu klären wie den massenhaften Missbrauch Schutzbefohlener – Gras freilich diente Ewigkeiten als leichtes Opfer, dessen Konsumenten sich kaum wehren konnten. und so sollten moderne Menschen die Einlassungen der Geistlichen zum Thema Haschisch und Marihuana vor allem als Heuchelei und als die Stimme aus der Gruft bewerten.

Der Klerus erwartet Unruhen durch Cannabis legal!

Nun wird bei den Ex-Azteken schon immer gekifft was das Zeug hält und das jüngste Urteil vom Obersten Gerichtshof hat lediglich die politische Blockade aufgelöst, doch vielleicht haben die alten Herren bei der Kirche das nicht so richtig mitbekommen. Wir zitieren das hier mal dem Sinn nach, denn solcherlei Gerede klingt noch schlimmer als wenn uns die Bundesdrogenbeauftragte Ludwig, natürlich aus dem Bistum Bayern, vom Cannabis als keinem Brokkoli berichtet.

Ein legaler Gebrauch von Hanf als Genussmittel oder gar als Medizin führt nach Ansicht vom Klerus in Mexiko zu sozialen Unruhen. Man bedauert außerordentlich, dass der Konsum nicht mehr bestraft wird während das Ausschenken von Meßwein auch an Kinder selbstredend in Ordnung ist und auch das unsittliche Berühren dieser Kids durch Gottes angebliche Stellvertreter. Die Aussagen stammen von einem Erzbischof, der sich als Seelsorger in Gesundheitsfragen versteht!

Nun ist die Erde im Vatikan ganz offiziell immer noch eine Scheibe und die gut verträgliche, vielseitige Grasmedizin wahrscheinlich unbekannt. Aber auch der Papst und sein Altherrenclub könnten von Cannabis profitieren, dürften doch diese uralten Knochen genauso von Schmerzen und Entzündungen geplagt sein wie jene von Normalsterblichen. Auch kann Hanf den Blutdruck senken, was doch ganz gut wäre für sich ereifernde alte Herren auf der Kanzel? Leider rafft man das nicht oder will es vor allem nicht akzeptieren, dass Menschen selbst entscheiden und nicht ständig in die Beichte rennen.

Welche Gefahren durch Hanf werden konkret erwartet?

Zunächst dachten die Priester vielleicht gleich an das Evangelium des Johannes und an die dort beschriebene Apokalypse, hielten das aber wohl für übertrieben beim Marihuana. Also rief man bei der CDU/CSU an in Deutschland und holte sich Tipps zu den absurdesten Fake News über Hanf, der weltweit Millionen Menschen Linderung bringt und Entspannung. Wie Daniela Ludwig fürchtet der Klerus bei legalem Gras vor allem:

  • massenhaft Depressionen,
  • Gedächtnisverlust im großen Stil und damit vielleicht ein Vergessen der Psalmen,
  • Angst,
  • unzählige Selbstmorde,
  • Zerstörung von Familien,
  • Gewalt

Nun sind Depris, Störungen beim Erinnerungsvermögen, Paranoia und überhaupt schlechte Stimmung eigentlich Indikationen für Hanfmedizin selbst auf Rezept, aber egal – der Katechismus der Kirchenväter aus der Spätantike siehts anders! Angeblich gäbe es zum Gras keine Aufklärung, was dann wohl gerne der örtliche Priester übernehmen möchte mit der Hand im Schritt?

Der Bischof ist nicht einverstanden mit dem Gebrauch der Cannabinoide und verweist auf Antibiotika, die man ebenfalls nicht schätzt – geht’s noch? Eine Legalisierung von Haschisch und Marihuana führt angeblich zu massiven Schäden und wir konnten beim Lesen der Nachrichten aus Mexiko nicht anders, als ständig an unsere Politiker denken, die beim Thema Hanf offenbar genauso weit zurückgeblieben sind wie die Kirchenfürsten. 

Um diesen Hetzern mal ihre eigenen Stories vorzuhalten zitieren wir daher den zweiten Brief des Paulus an die Thessaloniker, was durchaus passend ist für eine Clique, die seit Jahrhunderten den Menschen ihre Weltsicht aufzwingt:

„Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen.“ (2 Thess 3, 10)