Zero ToleranceNatürlich ist die CDU sowohl im Bund wie auch in den Ländern oft genug dem Zeitgeist hinterher, deshalb werden diese Politiker ja auch als Konservative bezeichnet, aber in diesen Tagen richtet sich der Zorn und die ideologische Ablehnung der Union vor allem auch gegen Cannabis. So zu besichtigen in Berlin, wo die Rot-Rot-Grüne Koalition zwar viel Unsinn verzapft, zugleich aber auch Modellversuche zu Haschisch und Marihuana angehen möchte und das ist den Bierapologeten selbstverständlich ein Dorn im Auge.

„Im Landtag diskutiert man über einen Antrag“

So lautete mal ein Reim in einem Rap Song und die CDU bemüht sich eben mittels Antrag nach Kräften, jegliche Liberalisierung von Cannabis in der Hauptstadt zu unterbinden. Fast arrogant und zugleich recht servil, also arschkriecherisch, klingt die Forderung, nach der in den nächsten 5 Jahren keinerlei Modellprojekte zur kontrollierten Abgabe von Hanf auch an Erwachsene gestartet werden soll. Zu allem Überfluss wird gefordert, dass sich die fortschrittlich ausgerichtete Drogenpolitik der Landesregierung viel mehr an der Zero Tolerance Politik des vorherigen, konservativen Innensenators ausrichten sollte! Wie bitte?

Cannabis zu Genusszwecken erscheint der CDU derart gefährlich, dass man sogar die längst widerlegte Theorie von Marihuana als Einstiegsdroge bemüht. Ohne nachzudenken werden harte Drogen und Cannabis mal wieder in einen Topf geworfen, es wird gedroht und geschimpft anstatt auf sachliche Argumente und eine am Bürger orientierte Politik zu setzen.

Wie reagieren die anderen Parteien?

Mit Blick auf die im Herbst anstehende Bundestagswahl ist es bemerkenswert, wie neben der Regierungskoalition aus SPD, Grünen und der Linken auch die anderen im Berliner Senat vertretenen Parteien reagieren. Kiffer können sich dabei durchaus eine Wahlempfehlung holen! Die FDP, das war zu erwarten, ist zwar in vielen Dingen gegen Rot-Rot-Grün, unterstützt aber beim Thema Cannabis uneingeschränkt eine moderne und fortschrittliche Politik. Der Bürger soll selbst entscheiden, ob und wann er oder sie (und alle anderen Geschlechter auch) Gras rauchen möchte. Ganz anders zeigt sich die AFD bei diesem Thema, sie ist für noch härtere Strafen und wer meint, diese Partei wäre eine echte Alternative, der sieht beim Thema Hanf eine dunkelschwarze CDU, mehr nicht.

Die Regierung jedenfalls lehnte den Antrag erwartungsgemäß ab und konzentriert sich viel mehr auf die Vorbereitung eines neuen Ansatzes. Zwar werde man intensiv die Aspekte Jugendschutz und Präventionsarbeit beachten, an einer Richtungsänderung bei der Drogenpolitik in Berlin wird man aber auf jeden Fall festhalten und das sollten Kiffer als einen Hinweis auf eine mögliche linke Koalition mit Martin Schulz (SPD) auch im Bund beachten. Merkel und ihre Mannschaft jedenfalls zeigen sich halsstarrig und wenig zukunftsorientiert und wer als Kiffer die AFD wählt, kann sich auch gleich selbst aufhängen.