Alleine Kiffen

Ist alleine kiffen gefährlich und führt zu Psychosen? Warum rauchen viele Hanfpatienten Cannabis am liebsten allein und was macht den Solo Joint so populär?

Cannabis ist zweifellos eine sehr soziale Droge und jeder Kiffer probiert das Gras auch erstmal mit den Kumpels oder Freundinnen, raucht also in Gesellschaft. Hanfpatienten hingegen und Leute, die schon länge gerne mal einen Joint durchziehen beziehungsweise mit dem Vaporizer Hanf verdampfen, konsumieren öfters auch ganz allein – und ziehen damit nicht selten negative Kommentare auf sich. Alleine kiffen? Das ist doch schon Sucht, das ist Abhängigkeit und der von den Anti-Cannabis Schwindlern in Politik und Gesellschaft oft beschworene soziale Rückzug ein deutliches Zeichen. Aber stimmt das überhaupt und warum kiffen viele Menschen am liebsten allein?

Warum Menschen kiffen

Weshalb Menschen Drogen konsumieren ist nicht wirklich abschließend geklärt, aber es gibt viele nachvollziehbare Gründe von Grenzerfahrung bis gemeinsamen Rausch mit anschließender Sex-Party und so weiter und so fort. Es gibt aber nicht wenige Leute, die benutzen Drogen und damit Cannabis gerade auch, um einsame Stunden zu versüßen, sich inspirieren zu lassen oder um einfach die Zeit zu killen, etwa aus Langeweile heraus. Stress kommt dazu und bevor man Kiffer als abhängige Dummköpfe beschimpft, sollte man erst mal nach dem Grund für Einsamkeit und Alleinsein fragen. Auch werden unzählige andere Strategien, um sich mal wohl zu fühlen in einem sonst stressigen, wenig geselligen Alltag – Valium, Computerspiele, Schnaps und Bier, Internet, Netflix – meistens nicht erfasst und schon gar nicht kritisiert, was daher zur Verwendung von Hanf als Prügelknabe führt. Cannabis ist ja auch verboten und einsame Kiffer sind immer süchtig, gefährdet und gefährlich, so dass es laut Ansicht der Kritik immer auch drastische Sanktionen braucht.

Führt Solo Kiffen zu Psychosen?

Das jedenfalls ist eine der üblichen, stumpfsinnigen Behauptungen von Leuten, die Cannabis schlichtweg als böse und schlecht betrachten, nicht selten dabei sogar noch auf krude Gründe wie Religion und Moral verweisen. Denen passt es gut, wenn derzeit Studien diskutiert werden zum Zusammenhang von Hanf und Psychosen. Und mit Sicherheit rauchen Leute auch, um sich selbst zu therapieren, weil das Cannabis-Rezept aus fadenscheinigen Gründen nicht bezahlt wird – ein nachteiliger Effekt kann immer dann eintreten, wenn die eigentlich verantwortlichen Stellen in Medizin und Politik einfach keine Forschung zulassen. Die Leute kiffen und verdampfen dann manchmal zu viel!

Zugleich müssen wir aber auch fragen: Ist es denkbar, dass ein Hanfpatient seine Medizin, die bekanntlich als Haschisch und Marihuana von vielen Leuten schlicht nicht verstanden und deshalb abgelehnt wird, am liebsten allein konsumiert? Selbstverständlich, wenn wie viele Senioren zum Beispiel wollen Aspekte wie Laber-Flash, Fressattacken und das berühmte unvermeidliche Dauerlächeln gleich einer ganzen Runde von Beobachtern kundtun? Psychosen sind niemals auszuschließen, bei keiner Droge, aber es gibt dafür sehr viele Gründe und beileibe die wenigsten Kiffer und Patienten, die einfach nur allein rauchen wollen, sind für solche geistigen Erkrankungen auch tatsächlich anfällig.

Die therapeutische Option beim Cannabis

Von Selbstoptimierung bis Ausprobieren alternativer Heilungsansätze – Cannabis wird verwendet bei einem Trauma, bei Angststörungen, bei Depressionen und hier ist es mehr als verständlich, wenn die Leute den Joint lieber alleine rauchen. Und Einsamkeit ist sehr wohl für manche Menschen schon beinahe ein Krankheitsbild, für das Haschisch und Marihuana als Booster und Gegenmittel optimal geeignet sind. Dazu gibt’s sogar Studien und wir würden auch gerne mal wissen, wie viele Menschen in Deutschland eigentlich krank sind, weil sie nichts zu tun haben, sich langweilen, keine Inspiration – und sich daher mit Junk Food vollstopfen, Alkohol trinken und stumpfsinnige Gameshows anschauen. Cannabis ist hier eine Möglichkeit und Option, um sich mal wieder für Dinge zu interessieren und dann auch – Stichwort Hanf Community, Austausch und gemeinsame Erfahrungen – soziale Kontakte aufzubauen. Wir wollen keine Risiken beim Hanf vermeiden, aber Einseitigkeit in der Berichterstattung ist in 2019 nicht mehr akzeptabel!

Cannabis als Genussmittel – was bringts?

Am Ende ist dies ja die entscheidende Frage und wenn wir eben nicht nur erzählen, wie lustig und unterhaltsam es ist, mit den Freunden einen Joint oder auch zwei am Strand zu rauchen – was soll der Konsum alleine bringen und warum ist das so beliebt? Die eingangs erwähnten Forscher mit der Psychose haben einfach ignoriert, dass viele Leute Cannabis exakt deshalb rauchen, weil es entspannen und aktivieren kann – es verspricht also immer sehr kreative Momente, die zugleich sehr persönlich und ganzheitlich ausfallen. Logisch, dass Hanf immer schon die Anbindung hatte hin zum Ritual, zur Ekstase, zum Schamanen, wenn wir historisch wirklich ganz weit zurückgehen. Beim Kiffen werden wir alle quasi zu diesen uralten Magiern, die sich selbst und ihre Welt neu erforschen und verstehen können. Klingt pathetisch? Nun, Cannabis ist eben eine Droge und bringt das Gehirn in Schwung und wir empfehlen Euch daher für den Solo Joint:

  • Sucht euch auch breit eine Beschäftigung und lasst Sinne und Verstand wandern – von Musik über lustige Politiktalkshows bis zum neuen, natürlich farbigen Magazin ist alles möglich.
  • Raucht öfters mal draußen, das stimuliert unsere Wahrnehmung und ist übrigens bei Depressionen ein für viele Menschen sehr hilfreicher Ansatz.
  • Schaltet das Smartphone aus und lest mal wieder eine Zeitung oder schaut groteske Kifferfilme.

Das ist natürlich nur eine winzige Empfehlung angesichts der Welten, die der Cannabiskonsum in der Regel für jedermann aufschließt – macht euch frei von Ängsten und der idiotischen Kritik. Manche Leute sind geselliger und sozialer als andere, daran wird der Hanf nichts ändern. Wenn ihr freilich merkt, dass sich der Alltag in eurem Leben nur noch um Haschisch und Marihuana dreht und ihr nichts anderes mit anderen Leuten unternehmt, dann ist es sehr wohl Zeit, sich im Zweifelsfall auch mal um professionelle Hilfe etwa bei der Suchtberatung zu holen. Hanf per se macht nicht abhängig, aber die Umstände können Cannabis sehr wohl als Fluchtoption betrachten, was auf lange Sicht natürlich zu ganz konkreten, fassbaren Problemen führt.