Schlafender Mann

Wie wirkt sich Cannabis auf unseren Schlaf aus?

Kürzlich haben wir hier über die faszinierenden Wirkungen von Cannabis berichtet, wenn es um Schlafen und Einschlafen geht und heute wollen wir dieses Thema noch mal vertiefen. Viele Menschen leiden an Insomnia, der Schlaflosigkeit, und oft wird dann zu Tabletten gegriffen, zu nutzloser Meditation und allen erdenklichen, angeblichen Hilfsmitteln. In der Regel ist das alles wirkungslos und ganz folgerichtig rückt Hanf, rücken Haschisch und Marihuana in den Fokus. Doch wie genau wirkt sich Cannabis im Schlaf aus und worauf solltet Ihr immer achten?

Hanfsorten und Cannabinoide

Es macht natürlich einen Unterschied, ob Ihr nun belebendes Sativa Gras vor dem Bett raucht oder eben die entspannenden Indica-Sorten, am besten noch vollgestopft mit dem müde machenden Terpen Myrcen. Wir allen kennen THC und CBD als berühmte Cannabinoide mit zahllosen Wirkungsspektren, doch auch CBN beispielsweise ist in der Hanfpflanze enthalten. Dieses Cannabinoid ist der Forschung schon seit Jahrzehnten als sedierend bekannt, als beruhigend und es entsteht übrigens als eine Art Abbauprodukt in älterem Cannabis, das zum Beispiel auf dem Dachboden in einer Kiste versteckt vergessen wurde.

Allerdings sollten wir THC und CBD nicht beiseitelegen – es kommt hier vor allem auf die Hanfsorte und auf die Dosis an und das erwähnte Myrcen als Terpen in vielen Cannabis Strains ist gleichfalls für das Relaxen sehr zuverlässig, zusammen mit offensichtlich auch schmerzstillenden Eigenschaften. Empfehlenswerte Sorten sind hier zum Beispiel Northern Lights und Granddaddy Purple – Fragt einfach mal online beim Händler nach, die haben alle Cannabis Samen in der Regel am Start.

Bekifft einschlafen – gibt es Vorteile?

Sehr wahrscheinlich hilft Cannabis dazu erstmal beim Einschlafen selbst. In Studien ist das ganz gut dokumentiert. Oft schlafen Leute nicht ein wegen Schmerzen, wegen Unruhe, Ängsten, Stress – Hanf wirkt hier bestens entgegen! Dämlicherweise werden diese Symptome durch Schlaflosigkeit verstärkt, doch Cannabis reduziert diese Belastungen und der Kreislauf Insomnia wird durchbrochen.

Wir müssen jedoch auch ehrlich gestehen: Die Wirkmächtigkeit von Cannabis beim Schlaf hängt direkt ab von den individuellen Leuten – bei einigen könnte also selbst starker Haschisch eben nicht die gewünschte Einschlafhilfe bieten. Vor allem Leute mit psychischem Stress und mit Depressionen profitieren, während sehr starke Schmerzen etwa im Rücken durch Hanf allein wohl nicht sehr deutlich gelindert werden. 

Cannabis, Träume und der REM-Schlaf

Vielleicht habt Ihr schon gewundert, warum die Traumtätigkeit eigentlich reduziert ist wenn wir bekifft einschlafen? Der REM-Schlaf, also auf Englisch „Rapid Eye Movement“, ist nach dem Genuss von Cannabis reduziert und damit auch das Träumen selbst. Hier sind Warnungen jedoch übertrieben, da der im Labor gemessene Effekt extrem gering ist und die Studienlage ist ziemlich gemischt beim Thema Hanf und REM-Schlaf. Es gibt zwar Hinweise in der Forschungsliteratur, dass ausgiebige REM-Phasen den Geist sortieren helfen, aber eben auch umgekehrte Ergebnisse, nach denen zu viel REM nicht gut ist für die körperliche Gesundheit.

Auch verändert sich der Schlaf bei Dauerkonsum oder beim Absetzen von Haschisch und Marihuana. Meistens sind dann sehr wilde Träume am Start, was sicher mit dem Effekt von Cannabis eben auf diese REM-Phasen zu tun hat, auch wenn das in der Summe als gering einzustufen ist.

Posttraumatische Belastungsstörungen: Tatsächlich ist Cannabis hier eine echte Erleichterung, weil die bei einer PTSD häufig auftretenden Alpträume gemindert werden! Das ist in Studien schon vor gut zehn Jahren nachgewiesen worden und mittlerweile häufig Bestandteil von Therapien mit THC in den USA – mehr Schlaf und weniger Träume, das ist für die Betroffenen auf jeden Fall wichtig.

Wie soll ich Cannabis vor dem Einschlafen konsumieren?

Mittlerweile ist auch die Art und Weise wichtig, wie Ihr Euch nun genau mit Hanf berauscht und die eigentliche Konsummethode hat entscheidenden Einfluss auf die Schlafqualität. Hier dazu ein kurzer Überblick:

  • Cannabis rauchen oder mit dem Vaporizer konsumieren: Hier tritt die Wirkung am schnellsten ein – und lässt zugleich auch schneller nach, was als Schlafhilfe bedacht werden sollte. Wer also gerne bekifft ein bisschen liest oder Fernsehen schaut und dann einpennen will, der ist mit dem Joint vielleicht nicht ganz optimal bedient.
  • Cannabis essen: Die berühmten Haschkekse und Co zünden zeitverzögert und vor allem auch stärker, so dass Ihr Euch in Ruhe hinlegen und entspannen könnt. Bis zu acht Stunden wirken mit THC und CBD gefüllte Speisen.
  • Cannabis trinken: Der klassische Hanftee ist eine sehr überzeugende Methode, um das Ein- und Durchschlafen zu verbessern. Die Wirkung tritt schneller ein als beim Keks, bleibt aber ähnlich lange erhalten.
  • Cannabis als Salbe oder Öl äußerlich anwenden: Diese Methode lässt sich nicht wirklich beurteilen, weil über die Haut aufgenommene Wirkstoffe wenig vorhersagbar nützlich sind – außer vielleicht es handelt sich um Fentanyl-Pflaster zur Schmerzreduktion für Krebspatienten. Warum aber nicht mal ein Vollbad mit Hanf probieren – das wärmt, beruhigt und entspannt auf jeden Fall!