Menschen auf Party - Symbolfoto

Bei einem wirkt das Cannabis, beim anderen nicht – wie kommt das?

Kiffer kennen das und auch Hanfpatienten, wenn sie die Cannabis Medizin mal mit Freunden probieren: Einige Leute sind total breit, kichern, sind hungrig und haben jede Menge Ideen – andere wiederum fühlen gar nichts! Das Spektrum an Wirkungen beim Hanf ist extrem vielseitig. Frauen beispielsweise reagieren stärker auf das THC und entwickeln eine schnelle Toleranz, während Männer in erster Linie Hunger bekommen auf Süßes und Fettiges. Warum reagieren wir unterschiedlich auf Haschisch und Marihuana und wie kommt der Rausch eigentlich zustande?

Wie entsteht der Cannabis Rausch?

Menschen und überhaupt Säugetiere verfügen über ein Endocannabinoid-System im Körper, das sich mit Cannabis entsprechend stimulieren lässt. Vor allem das THC ist berühmt für den Rausch im Kopf, es dockt quasi im Kopf an und beeinflusst Nerven und Immunzellen. Im Prinzip sind die Cannabinoid-Rezeptoren in uns wie eine Art Landebahn für das THC, perfekt austariert und daher auch so wirksam. Die Rezeptoren wiederum konzentrieren sich im Gehirn vor allem in der Region des Hypothalamus, wo zum Beispiel der Stoffwechsel, die innere Uhr, die Produktion von Hormonen und die Körpertemperatur geregelt werden. Amygdala als Areal ist auch erfasst, hier geht’s um Emotionen oder auch die Fähigkeit zum Erinnern.

THC dockt also an und übernimmt die Cannabinoid-Rezeptoren, was den Rausch auslöst und die berühmten Wirkungen von Haschisch und Marihuana. Die beeinflussten Moleküle sorgen für Wohlempfinden, Entspannung – hier sind Anandamide die entscheidenden Faktoren, wobei wir das hier biochemisch nicht bis in die Tiefen der Wissenschaft ausführen müssen.

Kann Cannabis auch keine Wirkung haben?

Gerade beim ersten Mal Kiffen und dem ersten Joint ähneln sich viele Berichte. Die Leute meinen, sie hätten nichts gespürt – doch natürlich haben alle Menschen auch Rezeptoren beim Endocannabinoid-System! Offenbar liegt bei einer scheinbar fehlenden Wirkung vor allem eine mangelhafte Anwendung vor, wobei es auch Erkrankungen und eben physiologische Gründe geben könnte für das fehlende Empfinden. Bevor Ihr also denkt, das wirkt bei Euch nicht, sollten erstmal ein paar Maßnahmen geprüft werden.

Zu den wichtigsten Ursachen für eine ausbleibende Wirkung zählen:

  1. Falsches Inhalieren: Rauchen und dann der Vaporizer sind die unter Kiffern und Hanfpatienten am häufigsten zu beobachtenden Konsumformen. Wer hier nicht richtig inhaliert wie etwa Bill Clinton, der wird auch nichts weiter spüren – über die Lunge gelangt Cannabis schließlich in den Blutkreislauf. Fällt das Einatmen schwer, dann
  • Inhaliert langsam über den Mund,
  • Lasst den Rauch langsam in die Lunge strömen
  • Pausiert ganz kurz mit dem Ausatmen, damit die Wirkstoffe über die Lunge eintreten können
  • atmet kontrolliert und wieder langsam den Rauch aus.

Husten ist nicht ganz auszuschließen, aber auch nicht schlimm. Probiert einfach ein bisschen, zumal es beim Vaporizer mit der erhitzten Luft auch ein paar Aspekte gibt zum Einüben – Mit der Zeit und etwas Übung funktioniert das Inhalieren bald bestens.

  1. Konsummethode: Cannabis als Essen und Trinken wirkt stark und zeitverzögert, aber einige Leute fühlen nichts. Das liegt an einer Umwandlung von THC im Magen-Darm Trakt und der Überführung in die Leber, was manchmal schlichtweg zu gut und schnell funktioniert um dabei etwas zu fühlen! Offenbar sind dabei genetische Gründe die Ursache, so dass bei einigen Kiffern die Leber sehr stark aktiv ist in der Ausschaltung der THC-Metaboliten. Aber das trifft eben vor allem zu bei Nichtempfinden von Hanf Speisen und Getränken – in diesem Fall sollte Cannabis mit dem richtigen Inhalieren dann auf jeden Fall funktionieren.
  2. Gesundheitliche Gründe: Hier gibt’s die Hypothese aus der Forschung, nach der das Endocannabinoid-System in seiner Empfindung beeinflusst werden kann bei neurologischen Krankheiten. Gefühlstaubheit ist ja kein Fremdwort und wenn viele Patienten von einer wohltuenden Wirkung von Cannabis berichten, dann ist ein mangelndes Empfinden daraus ebenso zu erklären. Wenn die Wirkung das Wohlempfinden steigert, dann ist offensichtlich das System beeinflussbar und wer neurologische Probleme hat, bei dem kann der Hanf die Wirkung dann auch nicht entfalten. Auch Migräne und Fibromyalgie gelten als Faktoren.

Aber wieso wirkt Cannabis nun so unterschiedlich?

Bei Tests und Berichten wird klar: Kiffen macht die Leute lustig, entspannt und wer die ganze Zeit erzählt, dass man nichts fühlt, ist wahrscheinlich gerade ein richtiges THC-Opfer im berühmten Laberflash! Auch wird häufig die ganze Zeit gelacht, aber das nicht als Wirkung verstanden. Und dann gibt’s die Panikattacken bei vorgeschädigten Leuten, die völlig überwältigt werden von den Empfindungen. Und auch hier gibt’s nun eine Reihe von möglichen Ursachen, die derzeit heiß in der Hanf Wissenschaft diskutiert werden:

  • Genetik: Klar, das kommt uns zuerst in den Sinn und konkret wird wohl das Erinnerungsvermögen auf diese Weise beeinflusst je nach Konsument. Es gibt Mutationen bei Leuten, die haben besonders viele Endocannabinoid-Rezeptoren und übrigens auch die Toleranzschwelle und die Fähigkeit, mit dem Kiffen für eine Weile aufzuhören, dürfte genetisch beeinflusst sein.
  • Geschlecht: Anfangs schon angeschnitten reagieren Männer und Frauen sehr wohl unterschiedlich auf Haschisch und Marihuana. Hier sind Hormone ein Schlüsselwort, die Periode kann eine Rolle spielen.
  • Individuelle Biochemie: Es gibt ja auch Berichte, nach denen einige Personen von einem Bier voll sind wie die Haubitzen, andere nicht und das obwohl vielleicht ein ähnliches Trinkerniveau vorliegen mag. Stress, Diäten, Müdigkeit – das alles kann die Wirksamkeit des Endocannabinoid-Systems beeinflussen.
  • Gewöhnung: Logisch – Wer dauernd kifft, fühlt mit der Zeit weniger! Der Toleranz-Effekt ist bekannt und lässt sich übrigens auch beeinflussen, in dem wir öfters mal eine Pause vom Kiffen und vom Cannabis einlegen. Dadurch steigt dann auch der Level beim nächsten Hanfgenuss zuverlässig und jeder kann die Wirkung der Cannabispflanze in vollen Zügen genießen.

Quellen:

ncbi.nlm.nih.gov

liebertpub.com

nytimes.com