Bayern Cannabis Razzien

Zum Sonntag schauen wir mal auf aktuelle Cannabis Razzien in Bayern, das besonders gegen Hanf engagierte Bundesland unter Kontrolle der CSU (Bild von fsHH auf Pixabay ).

Bei unserem gelegentlichen Rundblick zur Polizeigewalt gegen Cannabis in Deutschland ist es erstaunlich leicht, allein nur auf Bayern zu schauen – dort wüten die CSU-Cops besonders wild und auch legale Hanfgeschäfte mit CBD im Sortiment sind vor der Knüppelgarde des Einsatzleiters nicht sicher. Freilich ließ Markus Söder die Verkäufer vom nicht psychoaktiven CBD-Öl diese Woche mal in Ruhe, zur Schonung wie das Rotwild im Wald auch nur saisonal geschossen wird, und so bieten sich uns vor allem Razzien, die gegen berauschendes Haschisch und Marihuana durchgeführt wurden. Bekanntlich muss die Polizei jede noch so kleine oder große Grasplantage ausheben und die Hanfbauern einlochen – Cannabis Razzien in Bayern dienen in erster Linie der Volksaufklärung und Propaganda („Das macht die CSU“) und ein möglichst hohes Maß an Überwachung ist im Freistaat deshalb selbstverständlich.

Ruhpolding: Oberbayern vor „Kiffer-Runde“ beschützt

Bei der entsprechenden Pressemeldung gaben die Polizisten stolz bekannt, man habe eine sogenannte „Kiffer-Runde“ ausgeräuchert! Dabei handelt es sich um gemütliches Zusammensitzen von Leuten, die keine Maß Bier trinken, sondern einen Joint rauchen wollen in Bayern und das haben umherstreifende Beamte mit ihren feinen Hundenasen sofort gerochen. Gleich sechs Kiffer hatten sich getroffen und weil in Deutschland und in Bayern Privatsphäre nicht geschützt sind, stürmten die Cops die Wohnung.

Stolze Beute: Ein kleine Menge Marihuana. Dazu wurde die gefährliche „Kiffer-Runde“ aufgelöst, die Polizei leitete natürlich ein Ermittlungsverfahren ein. Wir können uns also vorstellen, dass in Ruhpolding ein entspanntes Miteinander nur mit Bier und Schnaps erlaubt ist, sonst stürmen plötzlich Polizeieinheiten die gute Stube, drücken den Joint aus, werfen die Möbel um und schreiben dann eine große Anzeige wegen ein bisschen Gras, das sich sechs Leute teilen. 

Freising: Waffen und eine Cannabisplantage

Auch in Freising riefen aufmerksame Spitzel und Schnüffel die Ordnungsmacht zur Hilfe im Kampf gegen die Kiffer – ein Hinweis, dass ihr beim (illegalen) Cannabis anbauen in Bayern auch auf CSU-Wähler in der Nachbarschaft achten solltet, die tragen der Bierpartei gerne die Delinquenten zu. Die Cops waren sofort zur Stelle in voller Ausrüstung und führten in der verdächtigen Wohnung eine Razzia durch. Insgesamt vier Leute hielten sich dort auf und es fanden sich sage und schreibe 150 Gramm Gras! In den USA wäre das aufgeteilt in etwa die Verkaufsmenge für jeden Erwachsenen, frei und legal im Fachgeschäft – doch in Bayern ist so viel Cannabis ein Kapitalverbrechen.

Pflanzenhöhe exakt bestimmt: Auch wuchsen vor Ort gleich fünf Cannabispflanzen, deren Höhe die Beamten stolz mit 50 Zentimetern bezifferten! Dazu lagen ein Schlagring herum, ein Wurfstern und gestohlene Verkehrszeichen. Die Beschuldigten erwartet die ganze Härte des Gesetzes, da man bei Kleinstwaffen zur Selbstverteidigung, einer Hanfpflanze pro Person und um die 40 Gramm auf jeden Fall von einer ganz bösen Banden reden muss – es wäre nicht verwunderlich, wenn bayrische Staatsanwälte hier von einer terroristischen Vereinigung im Namen des Hanf Leafs ausgehen. 

Deggendorf: Cannabis im Ankerzentrum

Richtig schlimm für die mutige Bayernpolizei wurde es dann bei einer Durchsuchung im Ankerzentrum Deggendorf. Dort gingen die Beamten einen Typen an, 19 Jahre alt, der Gras verkauft haben soll – die Durchsuchung folgte auf dem Fuße. Gefunden wurde doch tatsächlich eine nicht näher bezifferte, daher wohl ziemlich geringe, Menge Cannabis, das war sogar schon verpackt und nach Portionen eingeteilt. Weil das ein bisschen lächerlich und für viele Bürger übertrieben klingt, teilte die Polizei mit, der Verdächtige habe die „Drogen“ an einen 17jährigen verkauft, seines Zeichens also minderjährig und das macht den Fall so schrecklich.

Strafverfahren: Das bekommt der vorgebliche Dealer nun natürlich und alle Instanzen der Justiz werden eingeschaltet um zu klären, wie Kiffer und mögliche Hanfpatienten auch in Deggendorf zu bestrafen sind. Die Erwähnung der Kundschaft passierte hier nicht zufällig, soll möglichst viele Beteiligten verunglimpfen und zeigen, wie genau und zuverlässig die Beamten in der bayrischen Provinz die ansässige Bevölkerung beim Cannabis unter Kontrolle haben.