Bundesdrogenbericht 2017Wenn sich das Ende der offiziellen Amtszeit für afrikanische Diktatoren nähert, dann eröffnen diese in der Regel Nebenkriegsschauplätze, um vom eigenen Versagen abzulenken und so bisschen gilt dieses Prinzip des Dschungels dieser Tage auch für Angela Merkel und die Bundesregierung: Der Blick in den Bundesdrogenbericht 2017 zeigt nämlich weniger Fakten und Erkenntnisse, sondern spielt ganz offensichtlich mit Ängsten, adressiert Bedrohungen und kündigt umfangreiche Maßnahmen von Seiten der Politik gegen freilich konstruierte Probleme rund um den Konsum von Cannabis an!

Nun sollen also Haschisch und Marihuana als Sündenböcke herhalten für die Unfähigkeit, mit der sich die sogenannten Volksvertreter und ihre Adepten seit Jahren nun schon präsentieren. Das lächerlich unfertige Gesetz zum Medizinalhanf ist dabei nur die sichtbare Seite des Versagens, denn es gibt von dieser Bundesregierung weder Ideen noch einen konkreten Plan für eine moderne, gerechte und faire Drogenpolitik im 21. Jahrhundert. Aber schauen wir uns dieses Propagandadokument genauer an, es ist schließlich auch für Kiffer interessant zu sehen wie weit sich die Politik auch im Bereich Hanf von den Bürgern entfernt hat.

Der integrative Ansatz und die deutsche Drogenpolitik

Die Bundesdrogenbeauftragte Mortler ist so ziemlich die schlechteste Lösung und politische Figur, die sich Merkel derzeit leistet und es ist schon ein bisschen lustig, wenn im aktuellen Bericht von einer „nationalen Strategie“ gesprochen wird. Dahinter versteckt sich natürlich die Weigerung in Berlin, das ansonsten in puncto deutsches Steuergeld und Co gepriesene Europa bei modernen Ansatz rund im Cannabis zu ignorieren, schließlich wäre eine EU-weite Regelung wünschenswert und ein echter, glaubwürdiger Schritt hin zu einer europäischen Einigung. Prävention, Beratung, Hilfe zum Ausstieg und natürlich Repression gegenüber Drogenkonsumenten möchte die Bundesregierung besser in nationaler Verantwortung lösen, da lässt sich doch wunderbar und vor allem unwissenschaftlich auf Kiffer einschlagen, ohne dass dafür Konsequenzen aus Brüssel zu erwarten sind.

Selbstlob inmitten einer Staatskrise: Selbstverständlich suhlen sich die Verfasser vom Bundesdrogenbericht auch im Verweis, man habe im Frühjahr 2017 das Gesetz „Cannabis als Medizin“ auf den Weg gebracht. Dabei würden Kosten von Krankenkassen übernommen und Hanf auf Rezept gäbe es beim Doktor, so jedenfalls das Eigenlob. Freilich ist die Realität ganz anders: Abzocke in den Apotheken, keinerlei Behandlungsempfehlungen für Mediziner, fortwährende Gängelei der Cannabispatienten durch die Polizei – die Liste der Mängel und Fehler des Gesetzes zum Medizinalhanf ließe sich endlos fortführen, aber dazu findet sich natürlich kein Wort im Bericht.

Zahlen zum Drogenkonsum in Deutschland

Hervorgehoben wird weiterhin, dass in der BRD mehr als 14 Millionen Leute Erfahrungen mit Drogen haben, das dürfte so gut wie alle jüngeren Erwachsenen umfassen und zeigt ganz nebenbei, wie normal beispielsweise Kiffen trotz aller staatlichen Verfolgungen geworden ist. Cannabis wird dann auch gleich prominent hervorgehoben, der Konsum steige seit Jahren an und es wird ein bisschen Zahlenakrobatik getrieben, was für den faktischen Gehalt der Infos aber wenig Neues bringt.

Weiter geht’s mit Aspekten wie Prävention, für die in 2017 vorgeblich rund 34.000 Maßnahmen von Seiten des Staates initiiert worden – da haben fleißige Beamte aber gut mitgezählt und Gesundheitsminister Gröhe wie auch die Frau Mortler von der CSU dürfen sich ein Bienchen ins Hausaufgabenheft kleben. Die echten Probleme etwa mit Heroin und vor allem mit Alkohol werden aber eher nebenbei abgehandelt, mit Verweis auf medizinische Hilfe etwa in den Entzugskliniken.

Bundesdrogenbericht 2017: Cannabis im Fokus

Besonders wichtig scheint den Verfassern vom Bundesdrogenbericht 2017 der Verweis auf den Wirkstoffgehalt in Haschisch und Marihuana: Mit beinahe 13 % (THC wohlgemerkt, aber diese Info lässt der Bericht einfach mal weg!) ist Cannabis heute stärker als früher, wer hätte das gedacht, und auch das Haschisch selbst hat den Grasblüten beim Marihuana etwas Potenz voraus. Um dergleichen festzustellen hätte es aber auch schon vor 50 Jahren gereicht den Hasch vom Bauern in Marokko mit dem Eigenanbau etwas aus Spanien zu vergleichen – Harz wirkt nun mal stärker und es ist bezeichnend, dass diese Binsenweisheit ganz offiziell als große Erkenntnis von Seiten der Regierung verkauft werden soll!

Wer weiter liest erkennt aber recht schnell die Taktik hinter diesem Vermisch aus Fake News, Altbekanntem und Propaganda: Mit gut 8 % Zunahme sind die „konsumnahen Delikte“ rund um Cannabis statistisch im Steigen begriffen, doch ist das eben eine Folge des steigenden Konsums und zeigt zugleich, dass eben weiterhin bei fast jedem Joint sofort eine Anzeige geschrieben wird! Solcherlei Entwicklungen herauszustellen und dabei logische Entwicklungen als bedenklich zu werten, das kennen wir ebenfalls aus den eingangs erwähnten Bananenrepubliken und als Kiffer solltet Ihr euch nicht wundern, wenn in nächster Zeit Cannabis von CDU / CSU und SPD öfters mal hervorgeholt wird, um Stimmung zu machen und um die eigene Unfähigkeit beim Regieren zu vertuschen.