Cannabis Aktien KW24

Die Unruhe an den Finanzmärkten wegen der Aufstände von Schwarzen in den USA erfasste in der KW24 natürlich auch Cannabis Aktien trotz robuster News (Bild von ds_30 auf Pixabay).

Die USA werden gerade erschüttert von Polizeigewalt und Leuten, die dagegen auf die Straße gehen und auch Cannabis Aktien blieben davon in der KW24 nicht unberührt. Im Wochenverlauf ging es mitunter steil nach unten für viele Hanf Papiere, wozu natürlich auch die Furcht vor einer zweiten Welle durch das Coronavirus eine Rolle spielte. Zugleich gab es durchaus positive News vor allem bei kanadischen Marihuana Exporten, was den enormen Konsum unterstreicht, den eine Cannabis Freigabe mit sich bringt und den betreffenden Unternehmen weiterhin hohe Umsätze beschert. Stellt sich nur noch die Frage: Welche Cannabis Firma hat endlich auch mal einen Schwarzen im Vorstand?  

Aktuelle Entwicklungen

Cresco Labs ist die erste Cannabis Aktie mit einer Afroamerikanerin im Directors Board und überhaupt fordern immer mehr Leute eine Art staatliche Subvention bei der Ausgabe von Cannabis Lizenzen an genuin schwarze Bewerber – wie genau das aussehen kann ohne dann wieder die Weißen abzuwerten, ist aber längst nicht klar. Der Rapper Method Man hat hier einen Schritt nach vorn gemacht und steckt Kohle in ein Cannabis Projekt explizit für Schwarze und wir sind gespannt, welchen Einfluss solche Aktionen auf den Kurs der Hanf Papiere haben. Neutralität kann sich wohl kaum noch eine Firma leisten bei diesem Konflikt und wenn wir an das Image denken, ist der eine oder andere Kursanstieg ähnlich wie bei grünen Aktien mit dem Umweltfaktor vorstellbar.

Immerhin Unternehmen mit dem Fokus auf Nutzhanf könnten nun wohl auch Zugang zu den amerikanischen Wirtschaftshilfen nach der Coronavirus Pandemie bekommen, während klassisches Marihuana leider weiterhin von den Subventionen ausgeschlossen bleibt. Gerade die Branche rund um die Extraktion hochwertiger Cannabisöl bis hin zu den extrem beliebten CBD Präparaten ist in Aufruhr – die Preise sinken seit Beginn der Viruskrise um bis zu 50% gefallen! Also sinken die Margen und wer sein Geld in CBD Cannabis Aktien steckt, sollte unbedingt auf die Kapitalausstattung und damit den langen Atem dieser Firmen achten.

Gute Nachrichten kommen darüber hinaus aus Kanada. Dort macht der Export von Cannabis Freude, denn das Land mit dem Ahornblatt in der Flagge ist nun mal der Hot Spot für Medizinalhanf und beliefert Staaten wie auch Deutschland, die eine eigene Produktion bis dato nicht auf die Reihe bekommen. Allerdings wird für die Bundesrepublik wohl erstes Gras auch zum Jahresende erwartet und selbst wenn das wegen der unzureichenden Planungen durch das Gesundheitsministerium selbstverständlich nicht reichen wird, müssen sich die jetzt noch exportierenden kanadischen Firmen nach neuen Märkten umsehen – die in 2019 exportierte Menge von fast vier Tonnen Cannabis könnte also auch einen Peak darstellen.

Marihuana Index und Performance von Cannabis Aktien

Bis zu Verlusten im niedrigen zweistelligen Bereich sackten einige Cannabis Aktien in der KW24 ab. Papiere rund um Haschisch und Marihuana aus Kanada schnitten dabei ähnlich ab wie Aktien aus den USA, was einen allgemeinen Rückgang ausdrückt wegen der Lage an Märkten und wohl weniger mit branchenimmanenten Risiken zu tun hatte – Coronavirus und Plünderungen, dazu der irrlichternde US-Präsident und schlechte Wirtschaftsdaten ziehen logischerweise auch Hanf mit nach unten.

Ausgewählte Aktien im Überblick

  • Canopy Growth: Die zahlen ihrem neuen Chef Berichten zufolge wohl mehr als eine Million Dollar Jahresgehalt, was schon für Stirnrunzeln sorgt bei einigen Anlegern. In Zeiten von Kostendruck und der radikalen Kürzung von Ausgaben sieht das ein bisschen dreist aus und der Kurs von Canopy Growth fiel bis zum Freitag dann auch auf rund 14 Euro.
  • Aurora Cannabis:  Im Verlauf der Handelswoche von über 14 Euro auf knapp 11 Euro ging Aurora Cannabis zurück, deren gutes Quartal fast schon wieder vergessen ist – News gabs kaum welche und Investoren schauen derzeit auf den wackligen Chart und hoffen auf einen Boden für neue Zukäufe.
  • Tilray: Es gibt wohl diverse Klagen durch Kleinanleger, weil beim Kauf von Authentic Brands Group Unregelmäßigkeiten gelaufen sind, aber diese Meldung war wohl nicht der Hauptgrund für den Rückgang der Aktie auf etwa sieben Euro, was Investoren eher mit der Gesamtlage am Markt erklärten.
  • Aphria: Hoch auf 4,50 und dann wieder runter auf 3,50 zeigt sich Aphria wie in den Wochen zuvor als relativ stabil, aber mit starken Schwankungen – das Papier gilt als besonders beliebt bei Daytradern, die hier die dicken Zuwächse für Käufe und die Verluste für Leerverkäufe nutzen. Fundamentale News gab es für Aphria jedenfalls in der KW24 nicht.
  • Deutsche Cannabis AG: Mitte August soll es hier Zahlen geben! Die Ankündigung als News zu verkaufen ist sicher komisch, aber bei Kursen von um die 60 Cent würden wir schon gerne wissen, wie die Substanz aussieht bei der Deutschen Cannabis AG und sind gespannt, ob dieser Termin dann auch eingehalten wird. Anleger sind hier zurückhaltend, aber vielleicht gibt’s ja Insiderkäufe durch Investoren, die mehr wissen zu dem ansonsten mit Infos knauserigen Unternehmen?
Ausblick auf die Kalenderwoche 25/2020

Bald ist das erste Halbjahr 2020 rum und der Markt stöhnt unter den Lasten der Viruspandemie. Cannabis kann sich da kaum entziehen, allerdings zeigt uns die Krise auch, wie beliebt und verbreitet der Hanf zumindest in freien Ländern ist. Logisch, dass sich hier Optionen bieten auf lange Sicht, doch welche Unternehmen da nun übrig bleiben in einigen Monaten oder Jahren, das lässt sich kaum abschätzen. In der kommenden Woche werden Analysten mal wieder auf die Infektionszahlen schauen und zugleich hoffen, dass sich die Unruhen in den USA wieder beruhigen, schließlich braucht die Wirtschaft auch beim Hanf jetzt Planungssicherheit und erst dann werden wieder nachhaltige Kurssteigerungen möglich sein am Aktienmarkt.

Hinweis: THC.Guide gibt keine Empfehlungen zum Kauf von Aktien. Der Cannabis-Aktien Wochenbericht dient ausschließlich Informationszwecken.